Hilfe für Flüchtlinge: Informationsabend im Elzer Gemeindehaus geplant

Der „Runde Tisch“ ist offen für jedermann

Engagieren sich für den „Runden Tisch Asyl“: Gisela Sowa, Sozialberaterin der Diakonie in Elze (l.), und Katharina Körbes, Diakoniebeauftragte des Kirchengemeindeverbands. Foto: Kuhlemann

ELZE In Stadt und Landkreis Hildesheim kommen Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Krisen- und Kriegsgebieten wie Syrien, Sudan, Eritrea, Somalia oder Pakistan an – Familien mit kleinen Kindern und auch Alleinstehende suchen Unterschlupf und Sicherheit. Um den Betroffenen zu helfen, wurden „Runde Tische“ in Bad Salzdetfurth, Bockenem, Lamspringe, Alfeld und zuletzt auch in Elze eingerichtet.

„Die Flüchtlinge, die zum Teil unvorstellbare Grausamkeiten bei ihren bizarren Fluchtwegen hinter sich gebracht haben, brauchen nicht nur Wohnraum, sondern konkrete Hilfe vor Ort, etwa bei Arztbesuchen, Sprachkursen oder der Kinderbetreuung“, sagt Katharina Körbes, Diakoniebeauftragte des Kirchengemeindeverbands Elze-Eime. Sie war Anfang Mai ebenso bei der Gründungsversammlung des „Runden Tisches“ in Elze dabei wie Gisela Sowa, Sozialberaterin der Diakonie in Elze.

„Bei uns ist die Situation entspannt, hier gibt es keine Ressentiments gegenüber der Familie, die aus Syrien stammt und seit Ostern in Elze lebt. Aber ich muss noch einmal betonen, dass die Flüchtlinge nicht hierher kommen, um irgendwelche Leistungen zu empfangen, sondern weil sie ein schweres Schicksal erlitten haben und jetzt einfach Sicherheit suchen“, betont Sowa. Die Flüchtlinge würden viel lieber in ihrer Heimat weiterleben, anstatt von ihrer Familie getrennt in einem fremden Land zu sein. Man dürfe nicht vergessen, dass die neuen Mitbewohner in den verschiedenen Orten des Landkreises Hildesheim nicht nach Deutschland kommen, um Urlaub zu machen. Im Gegenteil: Die Flüchtlinge müssten Sprachbarrieren und bürokratische Hindernisse überwinden, um sich zurechtzufinden.

Unbürokratische Hilfe

Der Landkreis weise zwar Wohnraum zu, doch da dürfe die Hilfe nicht aufhören. Schließlich seien weitere Fragen zu klären, wie beispielsweise: Was ist zu beachten beim Asylverfahren? Wo gibt es einen Arzt? Wie kauft man ein? Wie kommt man vom Dorf in die Kreisstadt? Wie kann man Deutsch lernen und verstehen? Und da genau greifen die Mitglieder der „Runden Tische“ ein, wie die aus Elze, die beispielsweise die aus Syrien stammende Familie schon mit Kleidungsstücken aus dem AWO-Kleiderstübchen ausgestattet haben. Die Neu-Elzer sind in der glücklichen Lage, dass sie jemanden haben, der ebenfalls aus dem arabischen Raum stammt und als Dolmetscher fungiert, so dass wenigstens die Sprachbarriere schon einmal wegfällt. Laut Information von Gisela Sowa und Katharina Körbes, seien Bürger wichtig, die sich einfach mal Zeit für die Flüchtlinge nehmen und ihnen „Türen zur neuen Gesellschaft öffnen“.

„Je mehr Menschen wir aufmerksam machen, desto mehr können helfen“, sagt Gisela Sowa, die schon jetzt auf das nächste Treffen des „Runden Tisches“ hinweist: Am Montag, 23. Juni, um 18.30 Uhr sind Interessierte im Gemeindehaus der Elzer Peter- und Paul-Kirchengemeinde willkommen. Dort sind mehrere Experten zu Gast, die Einzelheiten zur Situation der Flüchtlinge im Landkreis Hildesheim wissen. Unter anderem werden Olivia Sandvoß vom Landkreis (zuständig für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) und Uwe Wedekind vom Verein Asyl e.V. berichten. Als Gäste werden außerdem Sabine Kullmann vom Netzwerk Zukunft Elze und Stephanie Klages von der Verwaltung der Samtgemeinde Gronau erwartet.

Bürgerschaftliches Engagement ist gefragt. Wer an einer ehrenamtlichen Mitarbeit interessiert ist, kann sich bei Gisela Sowa unter der Telefonnummer 05068/5568 oder bei Katharina Körbes unter der Nummer 05068/930030 melden.

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