„Einfache Lösung“ wieder abgebaut: Debatte um Unterstand an Bushaltestelle Esbeck-Ort geht weiter

Posse um ein Wartehäuschen

Schnelle Lösung oder Beleidigung fürs Auge? Kurzfristig entsteht dieser Unterstand, um den Kindern in Esbeck beim Warten auf den Bus etwas Wetterschutz zu bieten. Doch schon wenige Tage nach der Installation muss der Unterstand wieder abgebaut werden.

Esbeck Das Ringen um ein Buswartehäuschen in Esbeck nimmt seltsame Formen an: Worin die einen eine schnelle, unkomplizierte Abhilfe sehen, wollen die anderen eine Beleidigung fürs Auge erkennen.

Seit langem kämpft der Esbecker Michael Götzel darum, dass an der Bushaltestelle Esbeck-Ort eine Überdachung geschaffen wird. Der Grund: Schulkinder fahren von dort morgens zur Schule nach Gronau. Als Großvater eines dieser Schulkinder plädiert Götzel vehement dafür, dass der Nachwuchs künftig nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt ist und sicherer auf den Bus warten kann. Für dieses Ansinnen, sprich ein kleines Wartehäuschen an der Landesstraße nach Eime, konnte Götzel auch die Elzer Sozialdemokraten für sich gewinnen, die vorschlugen, ein kleines Plexiglashäuschen wie etwa am Mehler Friedhof auch in Esbeck zu installieren (die LDZ berichtete).

Wellblechdach

Nachdem aus Götzels Sicht viel zu lange nichts passiert war, kam nun jüngst Bewegung in die Sache: Innerhalb weniger Tage errichtete der städtische Bauhof auf einer an die Bushaltestelle angrenzenden Fläche mit Holzbalken einen kleinen Unterstand mit Wellblechdach. „Wir hatten der Besitzerin angeboten, die kleine Fläche zu pflastern und zu pflegen“, erläutert Bürgermeister Rolf Pfeiffer, dass zügig eine Möglichkeit zum Unterstellen geschaffen worden war. Doch über das Aussehen des Unterstandes scheiden sich die Geister. „Solche Unterstände bauen wir in Esbeck für Kaminholz oder Kleintierhaltung“, schmipft Götzel. Er kritisiert, dass der Unterstand beispielsweise für ältere Menschen, die die Bushaltestelle nutzen möchten, um per Bus zum Arzt zu fahren, keine Sitzgelegenheit bietet. „Warum boykottiert der Bürgermeister Esbeck so? Etwa, weil die Kinder nach Gronau zur Schule fahren und nicht nach Elze?“, fragt der Esbecker provokant. Die Frage, ob der neu errichtete Unterstand angenommen worden wäre oder nicht, wird unbeantwortet bleiben. Wenige Tage nach dem Bau veranlasste die Grundstückseigentümerin, dass das Holzgerüst wieder abgebaut wird. Das Material wartet nun auf dem Bauhof auf seinen nächsten Einsatz.

Zukunftsträchtig?

Götzel findet: „Da sind 1 500 Euro in den Sand gesetzt worden, die man auch für ein vernünftiges Wartehäuschen hätte verwenden können.“ Denn Platz für ein solches gebe es an der Ecke der Sonnenbergstraße. Insgesamt hätte sich der Esbecker für das Vorhaben mehr Unterstützung durch die Ratsparteien gewünscht. „So zum Beispiel auch von der UWE, die sich doch immer als bürgernah darstellt“, so Götzel.

Zu klären ist in Elze womöglich, inwieweit die Haltestelle Esbeck-Ort insgesamt zukunftsträchtig ist. Bis 2020 will die Stadt vor dem Hintergrund einer EU-Richtlinie die Haltestellen in der Einheitsgemeinde peu à peu barrierefrei und behindertengerecht umrüsten. Doch für eine solche Aufrüstung dürfte es laut Pfeiffer an der Haltestelle Esbeck-Ort nicht ausreichend Platz geben. Angesichts der überschaubaren Anzahl von Fahrgästen, die von der Haltestelle aus losfahren, könnte bei den Entscheidungsträgern der Gedanke aufkommen, sich auf die größere und etablierte Haltestelle „Esbeck-Schule“ zu konzentrieren.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Wenngleich aufgrund dessen, dass an der Haltestelle Esbeck-Ort keine aktuellen Fahrpläne aushängen, bereits vermutet wurde, dass die Haltestelle gar nicht mehr offiziell vom Regionalverkehr Hildesheim (RVHI) angefahren wird, ist diese noch im „Programm“. So erklärt ein Pressesprecher des Nahverkehrs-Unternehmens auf Nachfrage der LDZ: „Die Haltestelle ist wirklich keine viel befahrene.“ Doch ein Halt des Busses, etwa auf Wunsch der Reisenden, sei, vergleichbar vieler anderer Haltestellen in der Einheitsgemeinde, möglich. „Sie ist nicht stillgelegt und wird weiterhin bedient.“ Die Fahrpläne sollen nun nachgerüstet werden.

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