Mail mit Zahlungsaufforderung: Sehlder Erhard Hentschel reagiert richtig

Die Polizei warnt: „Bloß nicht anklicken“

Fällt nicht auf gefälschte E-Mails rein: Erhard Hentschel aus Sehlde hat richtig gehandelt und eine Zahlungsaufforderung einfach gelöscht und den Fall der Polizei gemeldet. Foto: Kuhlemann

SEHLDE Nepper, Schlepper, Bauernfänger – auch sie gehen mit der Zeit: Waren die Betrüger in den vergangenen Jahrzehnten hauptsächlich durch windige Haustürgeschäfte oder den telefonischen Enkeltrick erfolgreich an das Geld ihrer Opfer gekommen, nutzen sie heute immer häufiger das Internet. Die Polizei warnt vor gefälschten Mails, die nicht nur Zahlungsforderungen beinhalten, sondern beim Öffnen auch Trojaner in den Computer bringen können.

Erhard Hentschel aus Sehlde gehört zu denjenigen, die nicht auf einen Betrugsversuch hereingefallen sind. Der 61-Jährige hat eine E-Mail bekommen, in der er von seiner Hausbank, der Deutschen Postbank, aufgefordert wurde, sich im Rahmen der Umstellung auf das neue SEPA-Verfahren zu verifizieren. Dafür sollte er einen Link benutzen. „Wir die Verifizierung nicht innerhalb der gesetzten Frist durchgeführt, wird eine Gebühr in Höhe von 14,99 Euro fällig“, heißt es in dem Schreiben. „Ich betreibe zwar seit drei Jahren Online-Banking, aber in diesem Fall wurde ich schon skeptisch, weil die Post per E-Mail kam und der Absender mit .com endete und nicht wie bekannt mit .de. Ich habe natürlich nichts angeklickt, weil ich befürchte, dass irgendwelche Kosten auf mich zukommen oder ich mir sogar einen Virus im Computer einfange“, berichtet Erhard Hentschel von seiner Reaktion.

Der Kfz-Elektriker kennt sich mit Computern aus und war vorgewarnt: Schon im Laufe der vergangenen Jahre hatten er oder auch seine Tochter Ute Rechnungen bekommen, für Dinge, die er oder sie gar nicht bestellt hatten. „Meine Tochter sollte etwas von einem Motorrad-Shop bezahlen, obwohl sie dort nie eingekauft hat“, nennt der Sehlder ein Beispiel. Jetzt geht Hentschel davon aus, dass die Betrüger die SEPA-Welle nutzen, um verunsicherte Bürger abzuzocken. Er rät anderen, die unbekannte E-Mails mit Zahlungsaufforderungen bekommen, sie zu löschen. So sieht es auch die Expertin vom Elzer Polizeikommissariat: „Bloß nicht anklicken“, sagt Christine Jahnke, Leiterin der Kriminalermittlung. Die Beamtin weiß, dass Banken niemals Aufforderungen per E-Mail schicken würden, sondern immer in einem persönlichen Schreiben. „Die warnen sogar davor, persönliche Daten preiszugeben oder angegebene Links zu verfolgen, denn das kann böse Folgen haben“, so Jahnke.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare