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Polizei warnt: Aufgepasst bei Freundschaftsanfragen

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Sorgen sich um die Zunahme der Facebook-Betrügereien: Kriminalhauptkommissarin Christine Jahnke, Leiterin des Kriminalen Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Elze (l.), und Sandra Corrieri, zuständig für das Bereichsfeld Betrug. Foto: Kuhlemann
Sorgen sich um die Zunahme der Facebook-Betrügereien: Kriminalhauptkommissarin Christine Jahnke, Leiterin des Kriminalen Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Elze (l.), und Sandra Corrieri, zuständig für das Bereichsfeld Betrug. Foto: Kuhlemann

ELZE Unter der Überschrift „Facebookfreunde brauchen Hilfe und Telefonnummern“ hat das Landeskriminalamt Niedersachsen eine Warnmeldung herausgegeben, die sich an Facebookuser aber auch an Eltern von Minderjährigen wendet, um sie über den Anstieg der Betrügereien aufzuklären. Auch im Polizeikommissariat Elze nehmen die Verantwortlichen einen stetigen Anstieg der Internetkriminalität wahr, dazu zählen auch die Delikte in Sachen Facebook.

Immer wieder schaffen es die Täter, mit gefälschten Profilen auf Facebook andere Benutzer zu überreden, sodass letztendlich für diese Kosten entstehen. Die Täter suchen sich Facebookprofile aus, die viel von sich preisgeben, dass heißt Profile, bei denen jeder öffentlich Inhalte, Beiträge, Bilder, Freundesliste und noch mehr sehen kann. Die verfügbaren Daten werden gespeichert und mit diesen wird ein neues Facebookprofil erstellt, das dem Original nahezu gleicht. Lediglich die Internetadresse des Profils ist leicht geändert. Da kann zum Beispiel hinter dem Namen eine Ziffer stehen, was aber in der Regel von Nutzern übersehen wird. Nun schreiben die Täter mit dem gefälschten Profil die Freunde aus dem echten Profil an und bitten um Hilfe. Den Freunden fällt das gefälschte Profil möglicherweise gar nicht auf. Wenn nachgefragt wird, kommen Ausreden, wie zum Beispiel „mein altes Profil war defekt“. Der Täter bittet nun um Herausgabe der privaten Mobilfunknummer des angeschriebenen Freundes, da er selbst Handyprobleme hätte. Er müsste nur mal eben einen Code per SMS empfangen, mehr nicht. Dass dieser Code bares Geld wert ist, welches vom Mobilfunkkonto des SMS-Empfängers abgebucht wird, erzählt der falsche Freund natürlich nicht. Diese Masche, die unter dem Namen „Zong“ bekannt ist, ist seit Jahren bekannt und findet immer neue Nachahmer. „Bei den Freundschaftsanfragen muss man aufpassen, am besten man ignoriert sie, dann gewinnt man“, sagt Christine Jahnke, Leiterin des Kriminalen Ermittlungsdienstes beim Polizeikommissariat in Elze. „Wenn ein Freund wirklich nicht mehr die Handynummer hat, kann er auch anrufen und nachfragen“, warnt die Kriminalhauptkommissarin generell vor leichtsinniger Herausgabe der persönlichen Daten. „Das Problem ist, dass die Leute teilweise zu mitteilungsbedürftig sind“, so Sandra Corrieri, die in Elze für Internetbetrug zuständig ist. „Facebook ja, aber dann eingeschränkt“, ist der Tipp der Polizeikommissarin. Auf der einen Seite habe die Zahl der Betrugsfälle zwar zugenommen („Internetkriminalität ist der Renner“), aber auf der anderen Seite sind die Bürger auch sensibler geworden, freut sich Christine Jahnke über jeden Bürger, der nicht in eine Falle tappt.

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