Marvin Koch: Der neue Vorsitzende der Jungen Union erklärt, wie die Jugend den „Großen“ auf die Finger schauen will

„Politik ist kein Kinderspiel“

Marvin Koch ist der neue Vorsitzende der Jungen Union Leinebergland und stellt klar: „Wir spielen nicht bloß Politik.“ Er will die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortsetzen. Foto: Vogelbein

Elze Nach dem Rücktritt von Björn Gödecke als Vorsitzender der Jungen Union Leinebergland sitzt jetzt Marvin Koch als sein Nachfolger am Steuer. Der 19-Jährige Elzer wurde einstimmig mit der neuen Aufgabe betraut. Den Schwung aus dem vergangenen Jahr wollen die jungen Christdemokraten im Leinebergland in jedem Fall mitnehmen.

Das Abitur hat der junge Mann gerade frisch in der Tasche. Wie es jetzt weitergeht, weiß er noch nicht genau. „Lehramt studieren könnte ich mir vorstellen. Ich arbeite sehr gerne mit Menschen zusammen“, blickt er in die nahe Zukunft. Marvin Koch mag die große Bühne. In seiner Freizeit spielt er in Osterwald Theater. Der Traum von einer Fernsehkarriere bringt ihn jedoch zum Schmunzeln. Wie es mit der Jungen Union Leinebergland weitergeht, das weiß er hingegen ganz genau. Vielleicht, weil es dort nicht mit vollem Ernst zur Sache geht? „Nein, im Gegenteil“, widerspricht Koch. Zwar sei der Einfluss des Jugendverbands geringer als bei den „Großen“, doch verfolge man gleichsam wichtige Ziele. „Politik ist kein Kinderspiel“, macht er deutlich. Tatsächlich sei es ein Mix aus 50 Prozent Spaß und 50 Prozent Politik. Aber man will mitreden und gestalten. Doch gerade in Elze sei es besonders schwierig, junge Menschen für politische Themen zu begeistern – oder für eine Partei. „In Elze wird man als Christdemokrat schon mal etwas schräg angeschaut“, weiß Koch zu berichten. Bei ihm selbst war es wohl der Zufall: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sei die Partei gewesen und auf ihn zugekommen. Am Ende überzeugte die politische Linie: „Das trifft meine Interessen“, sagt Koch.

Etwa ein Jahr ist es jetzt her, dass er Teil der „wiederbelebten“ Jungen Union wurde. Ute Betram hat er im Wahlkampf unterstützt, bei den JU-Stammtischen mitdiskutiert und die Arbeiten am Lehrstellenspiegel vorangebracht. „Ich muss mich erst beweisen“, zeigt sich Koch in seiner neuen Rolle als Vorsitzender bescheiden. Björn Gödecke habe vorgelegt, dem gelte es nun zu folgen. „Unsere Aufgabe muss es sein, den Großen ganz genau auf die Finger zu schauen und auf die Füße zu treten“, gibt der in vierter Generation in Elze lebende das Ziel aus. Konkretes Beispiel: Die Freibadsanierung in Elze. „Es wird viel Geld dafür in die Hand genommen – und das ist auch richtig so. Nach meinen Infos hat jedoch keine öffentliche Ausschreibung stattgefunden. Den Zuschlag hat ein Unternehmen erhalten, dass nach meiner Kenntnis wenig Erfahrung mit Bädern hat“, kommentiert Koch.

Das etwas geschehen muss an dem seit Jahrzehnten nicht erneuerten Freibad sei jedoch klar: „Die Sanierung ist überfällig. Die Umsetzung allerdings bedenklich.“ Keine Bedenken hat Marvin Koch jedoch bei den Plänen für das kommende Jahr: Wieder soll es einen Lehrstellenspiegel geben, der junge Menschen bei der Ausbildungssuche unterstützen soll. „Wir haben im vergangenen Jahr 600 Unternehmen angesprochen, zehn Prozent haben sich zurückgemeldet.“ Auch der beliebte Stammtisch soll die Kommunikation zwischen Wirtschaft, Politik und Elzer Jugend weiter fördern. Denn: „Die Jugend ist die Zukunft der Stadt Elze.“

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