Präventions-Aktion: Beamten geben in Elze Radlern Tipps zum Schutz der Fahrräder

Plötzlich radlos: Polizei warnt vor Langfingern

In der Regel ist die Rahmennummer unter dem Tretlager, am Lenkkopf oder der Pletscherplatte zu finden.

ELZE Fast 1 000 Fahrräder sind im Landkreis Hildesheim im vergangenen Jahr von Langfingern entwendet worden. So zumindest die Zahl der bekannt gewordenen Fälle. Mit fast 700 entwendeten Drahteseln fiel das Gros der Fälle auf die Kreisstadt. Die restlichen 30 Prozent verteilten sich über den gesamten Landkreis, wobei Sarstedt aufgrund der Großstadtnähe und des Bahnhofes doch noch mehr Langfinger anzieht als beispielsweise Elze oder Gronau.

„Aufgrund des überschaubaren, fast familiären, sozialen Umfeldes in Elze, würde es auffallen, wenn jemand jeden Tag ein neues Rad hätte“, erläutert Jörg Keller, Kriminaloberkommissar in Elze, dass die Lage in Sachen Rad-Diebstähle in der Saalestadt überschaubar sei. Auf rund zehn Fälle schätzt er das Aufkommen in Elze jährlich. Doch wie erst in der vergangenen Woche der Fall eines an der Gerberstraße entwendeten Mountainbikes (die LDZ berichtete) zeigt, kann Vorsicht und Prävention dennoch nicht schaden.

So zogen gestern erneut Beamte in der Saalestadt los, um Radfahrer mit Tipps und Hinweisen zu wappnen. Waren die Polizisten vor sechs Wochen vor allem im Bereich des Bahnhofes und an den Schulen unterwegs, so war diesmal unter anderem das Freibad Ziel der Beamten. Vor der Badeanstalt entdeckte Clemens Rumpf, Beauftragter für Kriminalprävention in Hildesheim, auf Anhieb ein Beispiel dafür, wie es nicht sein soll: Ein Damenrad stand unabgeschlossen im Fahrradständer. „Das A und O ist ein ordentliches Schloss“, betonte der Experte, dass eine Vielzahl von Diebstählen darauf zurückzuführen ist, dass die Zweiräder nicht oder nur unzureichend gesichert sind. So seien hochwertige Schlösser, etwa Bügel- oder Kettenschlösser, ab 30 Euro aufwärts zu empfehlen. Aufgrund der Schnellspanner an vielen Räder ist zu beachten, dass Vorder- und Hinterrad inklusive des Rahmens an ein festes, unbewegliches Objekt angeschlossen werden. Der Illusion, sein Rad unabgeschlossen per Blick unter Kontrolle zu haben, zieht der Experte den Zahn: „Auch wenn man nur zwei Minuten in die Bäckerei geht – wenn sich jemand das Rad krallt und losfährt ist man chancenlos.“

Angesichts von einer Aufklärungsquote von lediglich rund 18 Prozent, weisen die Beamten die Radler in Elze auf die Bedeutung der Rahmennummer an Fahrrädern hin. Anhand dieser, die in der Regel unter dem Tretlager, am Lenkkopf oder der Pletscherplatte zu finden ist, lassen sich Zweiräder identifizieren. Daher haben die vier Polizisten bei ihrer Tour durch Elze und Gronau neben Infomaterial auch Erfassungsbögen verteilt, mit denen die Fahrradbesitzer ihr Gefährt bei der Polizei kostenfrei registrieren lassen können. Unter anderem werden Rahmennummer und Besonderheiten des Rades aufgeführt, damit es im Falle eines Diebstahls nach Wiederauftauchen besser zugeordnet werden kann. Die Bögen, eventuell sogar mit einem Foto vom Fahrrad versehen, können bei der Polizei abgegeben werden. Einen Haken hat die Sache allerdings: Wenn die Räder verkauft werden, oder anderweitig legal den Besitzer wechseln, wird dies in den seltensten Fällen der Polizei mitgeteilt.

So rückt die Rahmennummer verstärkt in den Fokus: Beim Kauf seines Zweirads beim Händler bekommen Käufer oft einen Fahrradpass mit, in dem diese wesentliche Angabe steht. Sollte der Fahrradpass verloren gehen, empfiehlt es sich, die Rahmennummer zu notieren. Sollte das Rad verschwunden, aber auch die Rahmennummer nicht mehr auffindbar sein, kann unter Umständen der Händler weiterhelfen, der die Rahmennummern in der Regel mehrere Jahre aufbewahrt. Wichtig ist die Rahmennummer zudem, weil im Falle eines Diebstahls der Versicherte die Anzeige bei der Polizei gegenüber der Versicherung vorweisen und auch die Rahmennummer angeben können muss.

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