An Türen der Marienkirche nagt der Zahn der Zeit / Gemeinde bittet um Spenden

Pforten zum Gotteshaus benötigen Frischzellenkur

„Mit dieser Spende sind wir unserem Ziel ein großes Stück näher gerückt“, dankt Gundel Kahle, Vorsitzende des Wülfinger Kirchenvorstands, dem Leiter des Seniorenheim „Haus Wülfingen“ Steffen Schelk für die Unterstützung.

Wülfingen „Die Kirchentüren sind uralt“ — In den Worten von Gundel Kahle, Vorsitzende des Wülfinger Kirchenvorstands, schwingen jede Menge Respekt vor dem „alten Kulturgut“ am Wülfinger Gotteshaus mit. Doch wie das so oft mit alten Schätzen ist, nagt auch an den hölzernen Pforten der Zahn der Zeit. Große Risse im Holz, angefaulte Fußleisten und abbröckelnde Farbe sprechen eine eindeutige Sprache: Die Türen an beiden Seiten der Kirche bedürfen dringend einer Sanierung.

Alle zwei Jahre wird das Gotteshaus im Rahmen einer Baubegehung unter die Lupe genommen. Der Architekt stellte den beiden zweiflügeligen Kirchentüren ein zwiespältiges Zeugnis aus: So sei die Substanz des „alten Kulturgutes“ noch weitestgehend gut, allerdings eine Restaurierung der Eichentüren notwendig, wie Kahle berichtet. Auch das Amt für Bau- und Kunstpflege, das die sakralen Gebäude im Kirchenkreis betreut, sei von einer Restaurierung überzeugt. Das Augenmerk liege dabei darauf, das Alte zu erhalten anstatt die Türen an der Nord- und Südseite gänzlich neu zu schaffen.

So sei eine Restaurateurin mit einer Befunduntersuchung beauftragt, um die Beschaffenheit der Türen zu untersuchen. „Es sind wohl im Laufe der Zeit irre viele Farbschichten auf die Türen aufgetragen worden. Eine der letzten war wohl auch nicht so ganz fachgerecht“, weiß Kahle schon, dass es eine Herausforderung wird, die ursprüngliche Farbgebung wieder zu rekonstruieren. Doch sie ist sich sicher, dass sich das Projekt lohnt: Die Kirche sei aus dem 18. Jahrhundert, die Türen wohl ähnlich alt. „Allein die Beschläge sind noch so schön – und wir haben einen riesigen Schlüssel für das Schloss“, schwärmt die Kirchenvorstandsvorsitzende für die Türen, die eben auch ein Stück Heimatgeschichte sind.

10 000 Euro

Doch ist die Sanierung und Rekonstruktion der Türen auch nicht zum Nulltarif zu bekommen. Auf mindestens 10 000 Euro beziffert die Vorsitzende die zu erwartenden Kosten. „Wir hoffen auch auf Unterstützung durch die Landeskirche, aber ein Eigenanteil ist notwendig“, sagt Kahle.

Entsprechend hat der Kirchenvorstand zur Finanzierung dieses Projekts die Gemeindeglieder zu Spenden aufgerufen. Alle Jahre wieder bittet die Kirchengemeinde um eine freiwillige Gemeindespende – eine Unterstützung, die stets einem Projekt zugute kommen soll, das zeitnah umgesetzt werden kann. In diesem Kontext hatte die Kirchengemeinde im November per Brief an die Gemeindglieder zur Hilfe für die Kirchentüren aufgerufen. Garniert mit der Idee, dass bei einer Spende von mindestens 50 Euro der Spender für fünf Jahre ein Dankesschild mit Namen neben einer der Türen bekommt.

Große Spende

Die Resonanz sei bisher „recht gut“, sagt Kahle und verweist auf rund 2 300 Euro, die so bereits auf der Habenseite stehen. Insbesondere zur Summe beigetragen hat eine Spende von 1 000 Euro vom Pflege- und Seniorenheim Haus Wülfingen. „Mit dieser Spende sind wir unserem Ziel ein großes Stück näher gerückt“, stellt Kahle fest und spricht ihren Dank dem Einrichtungs-Leiter Steffen Schelk aus.

Dennoch sei in Sachen Spendentopf noch „Luft nach oben“, hofft Kahle noch auf Unterstützung durch Personen, die nicht durch den Brief der Kirchengemeinde erreicht wurden – beispielsweise weil sie einer anderen Konfession angehören oder kirchenfern sind. Denn neben ihrer Funktion als Eingang zu einem Gotteshaus, sind die hölzernen Türen auch ein „Stück Heimat“. Wer die Sanierung der Türen unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden: Kirchenamt Hildesheim, IBAN: DE38 2595 0130 0000 8441 01; Verwendungszweck: Frw. Gemeindespende KG Wülfingen - Kirchentüren.

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