1 000. Geburtstag von Mehle: Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann hat im Jahresgespräch auch schon das Jahr 2022 im Blick

Neues Feuerwehrhaus ist das Highlight

Mehle hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich: Im Kalender von Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann sind für 2016 sicher auch schon reichlich Notizen und Highlights vermerkt. Foto: Appel

MEHLE Dass die Mehler Brandschützer nach gefühlt unendlich langer Zeit endlich ihr neues Domizil bekommen, überstrahlt im größten Ortsteil der Einheitsgemeinde vieles: „Es war das Thema 2015 – und wird auch das kommende Jahr prägen, denn nicht nur für die Feuerwehr ist es ein Highlight, sondern für ganz Mehle“, sagt Mehles Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann im Jahresgespräch mit der LDZ.

„Wir sind mit dem neuen Finanzierungskonzept neue Wege gegangen. Auch im Namen der Feuerwehr danke ich der Verwaltung und dem Rat, dass das neue Feuerwehrhaus schließlich geklappt hat“, sagt der SPD-Ratsherr, wohlwissend, dass der Weg ein steiniger war. Nun blicken er und die Mehler Brandschützer sehnsüchtig auf den kommenden Mai, in der Hoffnung, dann das neue Feuerwehrhaus übernehmen zu können.

„Spiel ohne Grenzen“

Doch selbstverständlich ist auch über dieses Leuchtturm-Vorhaben hinaus im vergangenen Jahr in Mehle viel passiert. Vieles, das die bunte Vielfalt des Vereinsleben im Dorf zeigt. Nicht zuletzt beim Dorfgemeinschaftsfest mit einem großen „Spiel ohne Grenzen“ wurde neben dem „bunten Blumenstrauß an Vereinen“ auch der Gemeinschaftssinn deutlich. „Auch die Flüchtlinge aus dem Sudan waren eingeladen und trotz sprachlicher Schwierigkeiten machten sie auch bei dem einen oder anderen Spiel mit und fühlten sich schon fast heimisch“, erinnert sie Thiesemann und dankt insbesondere den Jugendlichen Lennart Fromme und Felix Buschmann, die das Dorfgemeinschaftsfest als Dolmetscher an der Seite der Asylsuchenden meisterten.

Dass in der Mehler Mehrzweckhalle nicht nur vortrefflich gefeiert, gesportelt und gespielt wird, sondern auch ein Hobbymarkt gelingen kann, bewiesen die Organisatoren vom DRK-Ortsverein im Oktober. „Gute Aussteller, guter Zuspruch, eine gute Idee: Der erste Versuch eines Kreativmarktes hat gleich gut geklappt“, sieht Thiesemann den Grundstein für eine erfolgreiche Veranstaltungsreihe gelegt.

Schon lange etabliert ist das Maibaumaufstellen. „Dieses Mal lief das ohne nette Überraschung durch die Nachbarn aus Sehlde ab“, sagt Thiesemann schmunzelnd. Wie in den Nachbardörfern war auch in Mehle zu Beginn des vergangenen Jahres Gegenwind zur geplanten SuedLink-Trasse aufgekommen. Mit großer Beteiligung der Bürger wiesen die Mehler mit einer Fackelaktion im Februar auf ihren Protest gegen eine Trassenführung unterhalb des Limberges und des Osterwaldes hin.

Flurbereinigung

Dass die Mehler ihr Naherholungsgebiet schätzen, verdeutlichen auch einige Ruhebänke, die im vergangenen Jahr durch die Dorfgemeinschaft und Spenden aufgestellt werden konnten. „Gewiss gibt es immer die Gefahr von Vandalismus – aber deshalb darf man nicht auf Bänke verzichten“, sieht Thiesemann in den Aktionen einen wichtigen Beitrag, das „schöne Naherholungsgebiet“ attraktiv zu halten. Im Rahmen einer Gedenkfeier wurde im Juli oberhalb des Sportplatzes ein Gedenkstein zur Flurbereinigung aufgestellt. Zum Abschluss des langen Prozesses – Auslöser der Flurbereinigung war unter anderem die Ortsumgehung – zieht Thiesemann ein positives Fazit: „Früher gab es viele Skeptiker. Doch man kann sagen, dass sie letztlich eine Win-Win-Situation für alle, für das Dorf und die Landwirte, ist.“

Gastgeber

Als guter Gastgeber präsentierte sich Mehle im Oktober, als die Nachwuchs-Brandschützer der Einheitsgemeinde über zwei Tage den Stadtjugendwettbewerb und entsprechend buntes Begleitprogramm an und in der Mehrzweckhalle abhielten.

Für den Nachwuchs des Dorfes hat sich 2015 auch etwas getan: Der Spielplatz an der katholischen Kirche wurde durch neue Spielgeräte attraktiver. „Ein Dank geht hierbei insbesondere an die Krabbelgruppe um Nicole Braunert, die neben der Dorfgemeinschaft die Anschaffung der Spielgeräte unterstützte“, so Thiesemann. Generell werde in Mehle der Gedanke „Gemeinsam geht es immer besser“ vorbildlich gelebt, weiß Thiesemann das ehrenamtliche Engagement der Bürger für die Dorfgemeinschaft und die Unterstützung, die er als Ortsvorsteher erhält, zu schätzen.

Auch in Mehle sind Asylsuchende untergekommen – und es sind wohl auch weitere Unterkunftsmöglichkeiten in Mehle vom Landkreis angemietet worden. Entsprechend sieht Thiesemann das Thema Flüchtlinge sowohl als Ortsvorsteher als auch als Kreistagspoltiker als eine der Herausforderungen der kommenden Zeit. Er hoffe, dass die Verantwortlichen das Thema Flüchtlinge besser managen können, damit denjenigen, die Hilfe benötigen, europaweit geholfen werden kann. Nichtsdestotrotz müssten die Sorgen derer, die Angst vor einer Überfremdung haben, auch ernst genommen werden.

Darüber hinaus sieht Thiesemann im Grabenweg einen Problemfall gegeben, der in den kommenden Monaten behandelt werden müsse. Zudem stünden Straßeninstandsetzungsmaßnahmen an der Wiedfeldstraße, zweiter Teilabschnitt, auf der Agenda.

Kommunalwahl

In seiner Funktion als Ratsherr bedauert Thiesemann rückblickend, dass der Antrag auf Ortsräte negativ beschieden wurde. „Ich glaube, wir haben die Chance auf ein Stück mehr Demokratie und Bürgerbeteiligung vertan.“ Hoffnungen hegt er hingegen, dass der Rat die Straßenausbaubeiträge kippt. „Harsum hat das Ende 2015 beschlossen. Ich hoffe, der Elzer Rat entscheidet Anfang 2016 ebenso.“ Apropos Politik: Auf die Frage, ob er nach der Kommunalwahl den Job als Ortsvorsteher auch weiterhin übernehmen werde, antwortet Thiesemann bescheiden: „Wenn es weiterhin gewünscht wird und es kein Jüngerer übernehmen möchte, würde ich mich bereiterklären.“

Begrüßungsschilder

Abschließend wirft Thiesemann noch einen ganz weiten Blick nach vorn: Im Jahr 2022 feiert Mehle sein 1 000-jähriges Bestehen. „Da müssen wir langsam mit der Planung anfangen“, sagt der Ortsvorsteher. Den Beginn sollen Begrüßungsschilder am Ortseingang machen, die schon dieses Jahr kommen sollen.

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