Quilisma Jugendchor bringt Barockoper auf die Bühne der Wittenburger Klosterkirche

Musikdrama in drei Akten

Nach vielen szenischen Projekten in der Geschichte des Chores bringt Quilisma zum ersten Mal eine genuine Oper auf die Bühne. Zum 25-jährigen Bestehen des Chores führen die Jugendlichen in Wittenburg „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell auf. Fotos: Schmakeit

Wittenburg Der Quilisma Jugendchor Springe führt unter der Leitung von Keno Weber in einem großen Opernprojekt zum 25-jährigen Bestehen des Chores „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell auf. Die Premiere findet am Donnerstag, 29. Oktober um 19 Uhr, in der Klosterkirche zu Wittenburg statt.

Der 1988 gegründete Quilisma Kinder- und Jugendchor Springe hat sich in den Jahren seines Wirkens zunehmend einen Namen als führender Jugendchor Norddeutschlands gemacht. Das Ensemble widmet sich einem stilistisch breiten Spektrum, das von der Gregorianik bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen, von A-cappella-Werken über Oratorien bis hin zu szenischen Aufführungen reicht.

Nach vielen szenischen Projekten in der Geschichte des Chores bringt Quilisma zum ersten Mal eine genuine Oper auf die Bühne. Hierfür konnten die zwei jungen Opernregisseure Martin G. Berger („Die Fledermaus“ an der Staatsoper Hannover 2015) und Karsten Barthold sowie der Choreograph Miguel-Angel Zermeño („Mozart Requiem“ mit Quilisma 2013) gewonnen werden. Es spielt das Barockorchester „la festa musicale“ auf historischen Instrumenten, als Solisten stehen professionelle Sänger auf der Bühne: Tahnee Niboro (Dido), Roman Tsotsalas (Aeneas), Theresa Romes (Belinda) und Sarah Kelemen (Sorceress).

Die Aufführung dauert etwa 60 Minuten und wird in englischer Originalsprache mit deutschen Übertiteln gezeigt.

Zum Stück: Die Oper „Dido and Aeneas“ (1688/89) von Henry Purcell behandelt die Liebesgeschichte der mythischen Königin Karthagos, Dido, und des trojanischen Helden Aeneas. Die Geschichte aus dem antiken Versepos „Aeneis“ von Vergil ergänzte der Engländer Henry Purcell Ende des 17. Jahrhunderts theatralisch wirkungsvoll durch eine Zauberin und Hexen, durch Sturm und Donnergrollen. Anders als in der antiken Mythologie, wo ein Götter-Streit die Trennung der beiden Liebenden herbeiführt, rebelliert Aeneas hier offen gegen die göttliche Fügung. Dido jedoch kann ihn nicht länger lieben und schickt ihn fort.

Purcell hat die konfliktreiche Geschichte in bewegende Töne gesetzt. Der Zuschauer hat Teil an der anfänglichen Unsicherheit, dem Glück der Liebenden und schließlich an der Verzweiflung über die Trennung. Didos klagendes „Lamento“ ist nicht umsonst das bekannteste Stück der Oper.

Seit Frühjahr 2015 proben die Jugendlichen von Quilisma für „Dido and Aeneas“, in einer zehntägigen Sommerfreizeit in Heide (Holstein) und mehreren Probenblöcken in Hannover und Elze wurde die Regie erarbeitet, in den Herbstferien finden die Endproben statt. Für die Sänger des Quilisma Jugendchores ist die hohe Chorbeteilung bei „Dido and Aeneas“ eine attraktive Aufgabe, um die szenische Arbeit des Ensembles im Jubiläumsjahr zu präsentieren. Mit der Darstellung verschiedener Charaktere, beispielsweise Schäfer, Hofstaat, Hexen und Seeleute, zahlreichen kleinen Solorollen und der Arbeit des professionellen Regieteams wird sowohl den Jugendlichen als auch dem Publikum viel Abwechslung geboten.

Aktuelle Themen

Einen unmittelbaren Zugang zum Werk schuf die gemeinsame Arbeit am Prolog, der zu Purcells Zeit für jede Aufführung neu geschrieben und im Quilisma-Projekt 2015 von den Jugendlichen zu aktuellen Themen erarbeitet wurde.

Unter der Leitung von Keno Weber, seit 2014 künstlerischer Leiter des Quilisma Kinder- und Jugendchores Springe und seit Sommer 2015 auch Dirigent des Hannoverschen Oratorienchores, erklingt „Dido and Aeneas“ in historischer Aufführungspraxis. Mit dem Barockorchester „la festa musicale“ konnte ein Klangkörper mit historischen Instrumenten gewonnen werden, mit dem Weber unter anderem schon Werke von Heinrich Stölzl (Brockes-Passion), Johann Sebastian Bach und Arcangelo Corelli erarbeitet hat.

Karten für 10 bis 25 Euro gibt es an der Abendkasse ab 18.15 Uhr. Ebenso sind Kartenbestellungen unter der Telefonnummer 05041/971551 oder per E-Mail an barbara@waltsgott.de möglich. Mit einer zweiten Aufführung gastiert am 1. November die Produktion in Hannover um 18 Uhr in der Christuskirche, mit einer dritten Aufführung am 4. November in Leer/Ostfriesland Theater an der Blinke.

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