Imme H. Wolters vom IFF in Hannover berichtet zur Förderung von Hochbegabten

Musikalische Wunderkinder

Virtuos beherrscht Dorthea Gehrke ihre Violine: Sie bietet ihre Interpretation des 1. Satzes aus dem Konzert für Violine und Orchester Nr. 1, opus 107 von Henryk Wieniawski dar.

ELZE Es braucht neben der Begabung schon eine besondere Disziplin, um ein erfolgreicher Musiker zu werden. Da ist eine frühzeitige professionelle Förderung hilfreich. Welche Mittel und Wege das Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) der Hochschule für Musik und Theater und Medien in Hannover (HMTMH) bietet, erläuterte nun Imme Henrieke Wolters vom IFF im Musiksaal des CJD.

Mit im Gepäck hatte sie drei junge Frühstudierende (einer davon Schüler der Christophorusschule), die ihre musikalischen Talente eindrucksvoll präsentierten. „Unser Leitbild beinhaltet eine frühzeitige und professionelle Betreuung musikalisch begabter Kinder und Jugendliche. Dabei wollen wir nicht nur ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern sie auch zu starken Musiker-Persönlichkeiten erziehen“, erklärte Wolters die Intention der Früh-Förderung.

Der Anfang wird bereits im Grundschulalter gemacht. Schon fünf- bis siebenjährige Musiker werden in einer Grundstufe gefördert, für die Acht- bis 12-Jährigen gibt es eine so genannte Vorklasse, die 13- bis 16-Jährigen sind dann bereits Frühstudierende an der Musikhochschule und auch ordnungsgemäß immatrikuliert. In den Bereichen Instrumentalmusik, Gesang und Komposition sowie in der Musiktheorie, Gehörbildung, der rhythmischen Erziehung und dem Dirigieren erhalten sie Unterricht, dürfen dabei mit ihrem Instrument auch weiterhin bei ihren Lehrern außerhalb der Hochschule Unterricht nehmen.

Um als Frühstudierender aufgenommen zu werden, ist eine Aufnahmeprüfung nötig, allerdings betonte Wolters, dass „auch der Wissensdurst“ entscheidend sei, den die jungen Talente mitbringen. Nur zehn Studierende werden pro Jahr aufgenommen. Im Moment studieren am IFF 28 junge Musiker, diese kommen zurzeit aus sieben verschiedenen Bundesländern und müssen deshalb oftmals ganz schön jonglieren, um ihren alltäglichen Pflichten und dem Frühstudium gerecht zu werden. „Deshalb gibt es an der Hochschule auch viel Unterricht am Wochenende“, erklärte Wolters den etwa 30 Gästen im Musiksaal. Denn die Schüler sollen unbedingt nicht aus ihren normalen Gruppen und ihrem Umfeld herausgerissen werden. Zeliang Bi, Schüler an der CJD Christophorusschule, kommt aus China und lebt nun im Internat des CJD Elze. „Seine Situation ist die Ausnahme, denn sein Weg zum wöchentlichen Unterricht wäre einfach zu weit“, erklärte sie mit einem Augenzwinkern.

Im Anschluss an ihre Ausführungen zeigten die drei jungen Musiker ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten an Klavier (Zeliang Bi), Cello (Kaspar Deicher) und Violine (Dorothea Gehrke). Es wurde deutlich, dass diese Fortschritte mit einer ganz normalen Instrumentalausbildung nicht zu schaffen sind und dass die jungen Menschen ohne die Früh-Förderung international nicht mithalten könnten. bün

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