Polizeiorchester Niedersachsen begeistert Mehler Grundschüler mit neuem Präventions-Projekt

Musik wirbt für das Miteinander

Das Klatschen, Klopfen und Stampfen beim großen gemeinsamen Abschluss macht den Dritt- und Viertklässlern sichtlich Spaß.

MEHLE „Namene ist zehn Jahre alt und geht in die Grundschule. Sie ein glückliches und fröhliches Kind. Aber nicht immer. Denn sie ist anders als die anderen Kinder an ihrer Schule. Sie hat dunkle Haut. Deshalb steht sie in der Pause oft allein auf dem Schulhof.“

Was das Mädchen in der musikalischen Erzählung des Polizeiorchesters Niedersachsen erlebt, soll die Schüler der Klassen 3 und 4 der „Schule an der Linde Mehle“ zum gewaltfreien Umgang miteinander sensibilisieren. Die Aufführung ist Teil eines neuen Konzeptes, das das Polizeiorchester Niedersachsen in einjähriger Arbeit entwickelt hat und seit dem vergangenen Herbst als Workshop für die Klassen 3 und 4 anbietet. Das Stück „Namene“ hat ein junger Komponist, Thiemo Kraas, eigens für dieses Projekt geschrieben.

Gewaltprävention

Die Grundschule hat den etwa alle vier Jahre stattfindenden Besuch des Polizeiorchesters seit Jahren in ihrem Schulprogramm verankert. Das Thema „Gewaltprävention“ verbinde sich mit dem Leitbild der Schule „Gemeinsam im Takt für ein harmonisches und faires Miteinander“, wie Schulleiterin Katrin Fromme erzählt. Jeder Schüler solle das Orchester einmal in seiner Grundschulzeit erleben können. Was gar nicht so einfach ist, denn die Workshops des Orchesters sind sehr gefragt und die Wartelisten entsprechend lang, berichtet Moderator Detlef Krenz. Mit dem bundesweit einmaligen Programm, das sehr guten Anklang bei Schülern und Lehrern finde, wollen sie in diesem Jahr 33 Schulen besuchen.

Ein Workshop besteht aus drei Teilen: Mit der Aufführung werden die Kinder altersgerecht in die Problematik eingeführt. Sie leiden mit Namene, die von den anderen Kindern auf dem Pausenhof drangsaliert wird, und die sogar noch ein Handyfoto von ihr machen, als sie wehrlos auf dem Boden liegt. Das Orchester beschreibt die Stimmung des Mädchens, dessen Eltern aus Afrika stammen, mit dunklen und getragenen Tönen. Als sie auf dem Heimweg ihr Bild auf „WhatsApp“ entdeckt, wird die Musik schneller, Tuba, Klarinette und Schlagzeug vermitteln Angst, Gefahr und Panik.

36 Musiker

Und schließlich werden doch noch alle Freunde, denn Namenes Familie lädt die Familien der anderen Kinder zu einem bunten afrikanischen Fest ein, und alle tanzen gemeinsam den afrikanischen Tanz. Den klatschen und stampfen die 36 Orchestermusiker unter Leitung ihres Dirigenten Thomas Boger in einem mitreißenden Rhythmus. Namene trägt ein Amulett mit drei Symbolen um ihren Hals. Die verweisen auf die Themen, die die Kinder im zweiten Teil des Workshops aktiv mit den Polizeimusikern behandeln.

Reihum besuchen die in Gruppen aufgeteilten Kinder die Teams der Polizei und machen Erfahrungen zu den Themenkomplexen „Gewalt“ und „Umgang mit den neuen Medien“. Und weil auch „Fröhlichkeit“ im Leben wichtig ist, beschäftigt sich ein Team mit Musik und „Body Percussion“. Das Klatschen, Klopfen und Stampfen im Takt des Satzes „Hey, das ist Namene“ macht allen Beteiligten sichtlich Spaß. Zum Abschluss versammeln sich die Gruppen wieder in der Aula. Gemeinsam mit dem ganzen Orchester tanzen sie nun den „Namene“-Tanz.

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