1. leinetal24
  2. Lokales
  3. Elze

Zur Musik von Verdi ein Gläschen Vino

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Stimmungsvolle Eröffnung mit einem Prosecco: Tadeusz Galczuk begrüßt die Gäste. Rechts im Bild: Der Leiter des Ensembles, Alexander Senger. Fotos: Corcilius
Stimmungsvolle Eröffnung mit einem Prosecco: Tadeusz Galczuk begrüßt die Gäste. Rechts im Bild: Der Leiter des Ensembles, Alexander Senger. Fotos: Corcilius

ESBECK Die langen Tafeln im Landgasthaus Hennies in Esbeck sind festlich gedeckt. An der Längsseite des großen Saales ist die Bühne vor einem samtroten Hintergrund, der mit venezianischen Masken dekoriert ist, aufgebaut. Heute Abend ist es soweit: „Von Vino bis Verdi“ lautet das Motto der abendfüllenden Veranstaltung, die Köstlichkeiten aus der Welt der italienischen Oper mit kulinarischen Leckerbissen aus dem Land „wo die Zitronen blühen“, zu einem Ohren- und Gaumenschmaus verbindet.

Den musikalischen Part haben Alexander Senger und sein Ensemble von „Operamobile“ übernommen. Für das Menü sorgt Karin Hennies mit ihrem Team. Die Idee zu der für die Gegend neuartigen Kombination ist der Opernliebhaberin im Sommer auf der Wittenburg gekommen, als sie die Vorstellung „Bella Italia“ besuchte und „Operamobile“ kennenlernte. „So tolle Stimmen“, dachte sie – „das müsste man in einen festlichen Rahmen verpacken.“ Sie schlug Alexander Senger vor, eine Operngala in ihrer großen Scheune anzubieten, und der war von der Idee begeistert. „Ich bewundere ihren Mut. Einen Abend mit klassischer Musik an so einem ländlichen Ort anzubieten, ist ein Risiko“, gesteht er. Aber die ausverkaufte Halle beweist, dass das Konzept aufgeht. Die Leute sind begeistert.

Das Menü verspricht ein Programm, das die Epoche der Romantik in ihrer ganzen Bandbreite durchmisst und in der Neuzeit endet. Von Verdi über Puccini und Donizetti bis zu den Canzoni des 20. Jahrhunderts. Der Gefangenenchor aus Nubucco soll den Schlusspunkt setzen. In den Pausen werden die Speisen serviert: Auf Antipasti folgt „Vitello alla Carina“, was frei übersetzt heißt: Kalbsbraten nach Art der Wirtin, angerichtet auf dem Niedersachsenteller. Variationen von Süßem „Dolci“ bilden das Dessert.

Durch das Angebot hat sich eine neue Publikumszusammensetzung ergeben. Da gesellen sich Anhänger des Opernensembles zu Stammgästen des Hauses und Neugierigen, die weder das Lokal noch die Sänger kennen, sondern durch die Vorankündigungen angelockt wurden.

Gäste aus der Region

Sie sind aus der Region angereist, um diese besondere Mischung aus klassischer Musik und Gastronomie zu erleben und werden nicht enttäuscht. Die fast schon vertrauten Stimmen der Sopranistinnen Bettina Delius und Claudia Goldbach und der Tenöre Tadeusz Galczuk und Alexander Senger werden heute erstmals ergänzt durch den Bassbariton von Peter Michailov. Am Klavier begleitet temperamentvoll Slawomir Saranok.

Erfahrener Profi

Mit Souveränität leitet Alexander Senger durch den Abend. Er erläutert das Programm von der musikhistorischen Seite und stellt die Arien in den Kontext der jeweiligen Opernhandlung. Giuseppe Verdi sei der erste Opernkomponist, der den Menschen realistisch dargestellt habe, beginnt er seine Moderation und führt als erstes Beispiel die Tragödie der Gilda (Claudia Goldbach) und ihres Vaters Rigoletto (Peter Michailov) an.

Die Sehnsucht eines Liebenden in der Nacht vor seiner Hinrichtung verkörpert die Arie des Cavaradossi (Tadeusz Galczuk) in „Tosca“ von Giacomo Puccini. Die Arie der Mimi (Bettina Delius) ist eines der Beispiele, die die Sänger aus „La Bohème“ darbieten. So beginnt ein langer, stimmungsvoller Abend, dem im September zwei weitere mit anderem Programm folgen sollen.

Auch interessant

Kommentare