Kreisverbandsorchester greift beim Jahreskonzert „Jubiläumsklänge“ in Mehle Hildesheimer Geschichte auf

Musik passend zur Gedenkwoche

Die zahlreichen Zuschauer genießen das Jahreskonzert des Kreisverbandsorchesters in der Mehler Mehrzweckhalle und Spenden reichlich Beifall.

MEHLE Das Kreisverbandsorchester (KVO) kann zu Recht als „Aushängeschild“ des Hildesheimer Kreismusikverbandes bezeichnet werden. Am vergangenen Sonntag präsentierte das große Projektorchester in der Mehler Mehrzweckhalle sein Programm „Jubiläumsklänge“, das ganz im Zeichen des 1 200-jährigen Bestehens der Stadt und des Bistums Hildesheim stand.

Der stellvertretende Vorsitzende des KMVH Andreas Ernst begrüßte die Zuhörer und kündigte einen unterhaltsamen Nachmittag mit gleich zwei musikalischen Leitern an. Neben dem langjährigen Dirigenten Joachim Hartz, hauptberuflich Solotrompeter am Theater für Niedersachsen, gab am Sonntag ein neuer, zweiter Dirigent, Jens Illemann, seinen Einstand. Der gebürtige Hildesheimer ist Lehrer für Musik und Deutsch in Hamburg und hat seine musikalischen Wurzeln beim Musikzug Dinklar. Beide Stabführer wechselten sich ab, so dass es auch für das Publikum interessant zu verfolgen war, auf welche unterschiedliche Art und Weise die beiden ihre 44 Musiker zu Höchstleistungen animierten.

Festliche Blechbläserfanfaren und virtuose rhythmische Wendungen zeichneten das zum Hildesheimer Doppeljubiläum passende Eröffnungsstück, die „Jubilee Ouverture“ von Philipp Sparke aus. Pünktlich zum Beginn der Hildesheimer Gedenkwoche „Solange die Rose blüht“, bei der verschiedene Aktionen in der Stadt an die Zerstörung und weitere Umbrüche in der Geschichte der Stadt Hildesheim erinnern, intonierte das KVO „The Last Rose of Summer“, eine wunderschöne musikalische Interpretation aus der Feder des begnadeten Komponisten Friedrich von Flotow. In der Originalkomposition „The Saint and the City“ von Jacob de Haan wurde die enge Verbindung von Stadt und Kirche deutlich, deren zentrales musikalisches Thema die Hymne Laudate Dominum bildete. Mit dem swingenden „Soul Bossa Nova“ (Trompetensolo: Johannes Knoll, Posaunensolo: Stefan Pirklbauer) schickte das Orchester sich und sein Publikum in eine kurze Erholungspause.

Auch der zweite Konzertteil wusste durch anspruchsvolle und mitreißende Kompositionen und Arrangements zu begeistern – dies auch dank der sonst in den Heimatvereinen eher raren Instrumente wie Oboe, Bassklarinette, Altklarinette oder Fagott, die bei dieser Stückauswahl immer wieder sauber zu Gehör gebracht wurden.

„Krieg der Welten“

Nach einem musikalischen Spaziergang durch Schwedens Hauptstadt in der sinfonischen Rockouvertüre „Stockholm Waterfestival“ ging es um nichts weniger als den „Krieg der Welten“, vom KVO als Verweis auf die Zerstörung Hildesheims am 22. März 1945 ausgewählt. Die atemberaubend mitreißende Eröffnungsmelodie „The Eve of the War“ aus Jeff Waynes innovativem Rockmusical wurde sehr dynamisch dargeboten, um anschließend sehr getragen mit einem Choral an den vor einem halben Jahr nach der Sanierung wiedereröffneten Hildesheimer Mariendom mit seiner imposanten Orgel zu erinnern. Hierzu diente Jan van der Roost’s „Canterbury Choral“, ein geistliches Stück, zu dem der Komponist durch einen Besuch der wunderschönen Kathedrale in der englischen Stadt Canterbury inspiriert wurde. Das ruhige Stück mit breiten Tönen beinhaltet neben Solopassagen für verschiedene Instrumente auch massive Tutti-Passagen, die das große Verbandsorchester stellenweise tatsächlich fast wie eine riesige Orgel erklingen ließen.

Anschließend reiste das Publikum gemeinsam mit dem KVO in einer Filmmusik von Alan Silvestri „Zurück in die Zukunft“. Die Filmmusik von Alan Silvestri zu der gleichnamigen Trilogie war den Cineasten unter den Zuhörern bestens bekannt. Mit großem Beifall wurden die großartig vorgetragenen „Jubiläumsklänge“ des Verbandsorchesters honoriert, und als Dank spendierte das KVO mit Johann Pachelbels „Canon Brass Rock“ und John Miles’ „Music“ noch zwei Zugaben.

Abgerundet wurde das Konzert wie schon im vergangenen Jahr durch die amüsante und informative Moderation von Angelika Gehler und Christian Mädler und in seinen Grußworten zeigte sich der Bürgermeister der Stadt Elze und zugleich Schirmherr der Veranstaltung sprachlos vor Begeisterung: „Wenn Musik mehr als 1 000 Worte sagt, dann sagt dieser Klangkörper mehr als 10 000 Worte.“

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