Amsgerichtsdirektorin Kirstin Seidel zieht nach gut einem Jahr Bilanz

„Mensch und Familie stehen im Mittelpunkt“

Amtsgerichtsdirektorin und Familienrichterin Kirstin Seidel schätzt vor allem den direkten Kontakt mit Menschen. Foto: Siedlaczek

ELZE Es sind rund 300 Fälle, die im Jahr über den Schreibtisch von Kirstin Seidel wandern. Seit August vergangenen Jahres ist sie als Familienrichterin und Direktorin im Elzer Amtsgericht tätig. Im Februar wurde sie offiziell in ihr Amt eingeführt. Grund genug, einmal nachzufragen, wie es Seidel in der Saalestadt gefällt.

„Meine Aufgabenbereiche sind gefüllt mit prallem Leben“, sagt sie. Ganz anders als bei ihrer früheren Position beim Landgericht Hildesheim, umfasst ihr Zuständigkeitsbereich in Elze zum einen die traditionellen Verwaltungsaufgaben, mit denen sie sich in ihrer Funktion als Direktorin des Amtsgerichtes auseinandersetzt. Hinzu kommt die aktive und unmittelbare Arbeit als Familienrichterin. „Das ist eine ideale Kombination“, betont Seidel, die sich gemneinsam mit zwei weiteren Kollegen unter anderem mit Scheidungs- und Sorgerechtsfällen beschäftigt.

Ein- bis zweimal in der Woche ist sie im Gerichtsaal vertreten, um Lösungen zu finden. Behandelt werden dabei Fälle aus der Region rund um Elze, Nordstemmen und Gronau. Nicht zuletzt der direkte Kontakt mit den Menschen mache dabei ihre Arbeit lohnenswert: „Manchmal sind die Fälle spannend, manchmal machen sie einen betroffen“, erklärt Seidel, die nicht selten in sehr persönliche Trennungssituationen eingreifen muss, um Fälle zu klären. In ihrer Funktion als Familienrichterin verfolgt sie vor allem das Ziel, zum Beispiel Eltern zu einer gemeinschaftlichen Einigung zu verhelfen. Denn darauf komme es an: „Der Mensch und die Familie stehen im Mittelpunkt“, betont sie. „Es ist immer schön und wünschenswert, wenn gemeinsam eine Lösung für ein Problem gefunden wird und ich vielleicht nur die Rolle eines Mediators übernehme.“ Ihre Arbeit beim Amtsgericht ist dabei mit einer großen Verantwortung verbunden: „Ich bekomme Einblick in ganz private Bereiche“, sagt Seidel, das sei etwas Besonderes.

Die Entscheidung, nach Elze zu gehen, hat Seidel nie bereut, schließlich könne sie hier alle persönlichen Interessenschwerpunkte ausleben. Ebenso wie ihre Arbeit schätzt Seidel auch die Saalestadt: „Es ist einfach eine sympatische Region, und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Ämtern funktioniert sehr gut.“

Anfang des kommenden Jahres wird sich Seidel für kurze Zeit aus dem aktiven Dienst zurückziehen und sich in die Babypause verabschieden: „Ich habe aber eine sehr gute Vertretung“, verspricht die Direktorin, die nach der Pause wieder für die Menschen da ist.

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