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„Man darf keine Angst haben“

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Treffen im Kreishaus (v.l.): Enrico Garbelmann (Künstler), Michael Dißmer aus Wülfingen (Preisträger 2015), Gabriele Freier (Kriminalhauptkommissarin), Helfried Basse (Dezernent für Sicherheit, Ordnung und Umwelt beim Landkreis Hildesheim), Matthias Kaufmann (Geschäftsführer der Kreiswohnbau Hildesheim) und Bernd Beushausen (Bürgermeister der Stadt Alfeld). Foto: Kuhlemann
Treffen im Kreishaus (v.l.): Enrico Garbelmann (Künstler), Michael Dißmer aus Wülfingen (Preisträger 2015), Gabriele Freier (Kriminalhauptkommissarin), Helfried Basse (Dezernent für Sicherheit, Ordnung und Umwelt beim Landkreis Hildesheim), Matthias Kaufmann (Geschäftsführer der Kreiswohnbau Hildesheim) und Bernd Beushausen (Bürgermeister der Stadt Alfeld). Foto: Kuhlemann

wülfingen / kreis „Man kann es gar nicht in Worte fassen, es ist, als ob man schwebt“, sagte der Wülfinger Michael Dißmer freudestrahlend, als er der Jury des Landkreises Hildesheim für den Preis für Zivilcourage im Kreishaus von seinen Erlebnissen bei der Verleihung des XY-Preises in Berlin berichtete.

Zur Erinnerung: Dißmer hatte 2015 als Erster den neu ins Leben gerufenen und mit 1 000 Euro dotierten Preis für Zivilcourage erhalten, weil er der Polizei geholfen hatte, drei Verbrecher in Wülfingen zu stellen, die er beim Einbruch ins Nachbarhaus erwischte. Die von Dißmer alarmierten Beamten schnappten einen der Diebe noch vor Ort, die anderen wurden mit Hilfe eines Hubschraubers auf einem Rübenfeld gestellt.

Die Jury um den Vorsitzenden Helfried Basse, Dezernent für Sicherheit, Ordnung und Umwelt beim Landkreis Hildesheim, wollte jetzt bei einem Gespräch im Kreishaus erfahren, wie Dißmer seine zweite Preisverleihung des vergangenen Jahres erlebt hat. Dabei handelte es sich um den XY-Preis. Seit mittlerweile 14 Jahren hat der XY-Preis die gesellschaftliche Funktion, das vorbildliche Handeln von Mitbürgern, die sich selbstlos aber wohl überlegt im Kampf gegen Kriminalität für ihre Mitmenschen eingesetzt haben, öffentlich zu machen, zu ehren und zu fördern. Diese Helden des Alltags wurden unverhofft Zeugen eines Verbrechens, in das sie ohne zu zögern eingriffen, jedoch ohne sich selbst – mehr als in der Situation nötig – in Gefahr zu bringen. Der Preis steht nicht nur für den Mut allein, sondern auch für ein zivilcouragiertes Handeln, einhergehend mit Verantwortungsbewusstsein und Besonnenheit. Im November 2015 haben drei Personen jeweils eine mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnungen für ihr vorbildliches Handeln bekommen, darunter auch Michael Dißmer, der in Berlin unter anderem auch mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière, ZDF-Moderator Rudi Cerne sowie den Schauspielern Stephanie Stumph, Wanja Mues und Antoine Monot zusammengetroffen ist (die LDZ berichtete). „Das war schon ein tolles Erlebnis, denn die waren nicht eingebildet, sondern ganz natürlich“, denkt Dißmer gern an den Tag zurück. Das gilt auch für den weiteren Ausflug zu den Münchener Filmstudios, wo die Verfolgungsjagd in bewegten Bildern nachgestellt wurde, wie der Wülfinger den interessierten Zuhörern im Kreishaus berichtete. Auch die Führung durch das Studio werde für immer unvergesslich bleiben, so Dißmer. Auf die Frage aus der Runde, was er denjenigen mit auf den Weg geben würde, die einmal in eine solche Situation geraten, antwortete der Preisträger: „Man darf keine Angst haben und nicht untätig sein.“

Nächste Runde

Der Landkreis Hildesheim hat jetzt den Zivilcouragepreis 2016 ausgelobt. Potenzielle Kandidaten sind Bürger, deren berufliche Aufgabe nicht die Abwendung von Gefahren ist, die aber dennoch Zivilcourage bewiesen haben. Vorschläge für mögliche Preisträger nimmt Kriminalhauptkommissarin Gabriele Freier bis zum 29. Februar unter der Telefonnummer 05121/939107 oder per Mail unter gabriele.freier@polizei.niedersachsen.de entgegen. Die Beauftragte für Jugend bei der Polizeiinspektion Hildesheim gehört der Jury ebenso an wie Vorsitzender Helfried Basse vom Landkreis, Matthias Kaufmann (Geschäftsführer der KWG und Sponsor eines Preisgeldes) und Künstler Enrico Garbelmann, der wieder einen aus Aluminium gegossenen Handabdruck des Preisträgers entwerfen wird. Neu dabei ist Bernd Beushausen, der den Auftakt einer neuen Reihe bildet: Jährlich wird ein anderer Bürgermeister aus dem Landkreis der Jury angehören – und A wie Alfeld ist nun mal ganz vorn.

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