Grundschule in Mehle verabschiedet sich von vierten Klassen / Edgar Martin wechselt in den Ruhestand

Am letzten Tag dann doch als Frau

Schulleiterin Katrin Fromme zeigt als böse Königin ihr schauspielerisches Talent.

ELZE Verkehrte Welt in der Grundschule Mehle: Zwerge stapfen über die Bühne, eine hysterische Königin flucht in ihren Spiegel, der Diener zuckt zusammen. „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Die Antwort darauf kennt jedes Kind: Schneewittchen. Doch heute ist alles anders, denn: Schneewittchen trägt einen Bart. Und zwar den einzigen in der Lehrerschaft. Und inzwischen auch den Letzten.

Es war ein üppiges Programm, mit dem sich die Grundschule in Mehle in die Sommerferien verabschiedet hatte. Im Mittelpunkt stand dabei zunächst der Abschied von Edgar Martin. Der Mathelehrer verabschiedete sich in den Ruhestand, denkt gerne an die Zeit zurück, plant aber bereits seine Zukunft: „Wir haben viele Hobbys und sind in Vereinen aktiv“, erklärte Martin auch mit Blick auf seine Ehefrau und verspricht in seiner Abschiedrede: „Wir wollen nicht sein wie normale Rentner, die gerne vermelden, sie hätten keine Zeit.“ Trotz des Ruhestandes wollen beide auch in Zukunft mal vorbeischauen und sehen, wie es der Schule um Schulleiterin Katrin Fromme geht. Diese wurde zum Abschluss des Schuljahres noch einmal gefordert, denn zum Abschied des Ehepaares Martin führte sie zusammen mit den dritten Klasse das Theaterstück „Sieben Zwerge“ in der humorvollen Version von Otto Waalkes auf. Als böse Königin machte sich dabei Fromme auf die Jagd nach dem schönen Schneewittchen. Im Kostüm: Edgar Martin, der von seiner Rolle bis zum Auftritt noch nichts wusste: „Es war sicherlich eine Überraschung, denn die Schauspielerei ist eine Leidenschaft von mir“, beschreibt er stolz sein Improvisationstalent. Dennoch war er froh, als er die Perücke ablegen konnte, denn „es ist schon ziemlich warm darunter“.

Dass er ausgerechnet als einziger Mann in der Lehrerschaft am letzten Tag noch mal in die Rolle einer Frau schlüpfen musste, damit hatte er nicht gerechnet. Seine Frau nahm derweil die Rolle des mutigen Prinzen ein, der auszog, um Schneewittchen zu retten – das Happy End war also vorprogrammiert. „Danke für das tolle Fest“, bedankte sich Martin bei den Organisatoren, „es war uns eine Ehre, mitspielen zu dürfen.“

Neue Mehler Hymne

Vor allem werde er die Arbeit mit den Kindern vermissen. Im Anschluss verabschiedeten sich auch die 42 Schüler der vierten Klassen von ihrer Schule mit einer von Nicola Duff getexteten Hymne nach der Melodie von „An Tagen wie diesen“. „Unsere Schule in Mehle“ sangen die nun auf weiterführende Schulen wechselnden Schüler und winkten dabei zum Abschied mit bunten Rosen. „Für unsere Verhältnisse war das ein ziemlich großer Jahrgang“, resümiert Fromme.

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