Die musikalische Kinderbuchautorin Bettina Göschl entführt begeisterte kleine Elzer in die Welt der Piraten und der Literatur

Lese- und Landratten entern Bücherei

Kinderbuchautorin Bettina Göschl und ihre „Piratengitarre Gitti“ begeistern die kleinen Lese- und Landratten in der Stadtbücherei Elze. Foto: Corcilius

ELZE Zum 33. Mal wurde in diesen Tagen die Hildesheimer Jugendbuchwoche durchgeführt. Insgesamt fanden mehr als 70 Lesungen an Schulen in Hildesheim und Umgebung sowie in Kinder- und Jugendeinrichtungen statt. Seit vielen Jahren bietet auch die Stadtbücherei Elze ihren jungen Lesern in diesem Rahmen Gelegenheit, Autoren hautnah kennenzulernen.

Die Veranstaltung bildet den jährlichen Höhepunkt der „Aktion Leselust“, den die Bücherei einmal im Monat für Kinder ab fünf Jahren anbietet. Zu Gast war diesmal die Kinderbuchautorin Bettina Göschl, die vor 15 Jahren das Schreiben und Liedermachen zu ihrer Hauptberuf gemacht hat und mit ihrem Mann, dem Krimiautor Klaus-Peter Wolf, an der Nordseeküste lebt.

„Piraten ahoi, hisst die Flagge, setzt die Segel…“, grölen die Zuhörer am Ende der Lesung den Schlachtruf lautstark mit. Sie sind in Fahrt gekommen und voll im Geschehen. Bettina Göschl, versteht ihr Handwerk. Sie hat elf Jahre als Erzieherin gearbeitet, bevor sie ihr Wissen zum Schreiben von Kinderbüchern einsetzte. „Ich mache die Lieder zu den Geschichten“, erklärt sie auf Nachfrage aus dem Publikum, das sich überwiegend aus Kindergarten- und Grundschulkindern zusammensetzt. „Die Bilder zeichnen andere Leute.“ 15 Kinder haben sich in der Bücherei eingefunden und drei Erwachsene – und alle sind begeistert.

Fantastische Reise

Mit Hilfe motopädagogischer Elemente zur lebendigen Literaturvermittlung und ihrer Gitarre „Gitti“, die wie eine Piratin aussieht, nimmt Bettina Göschl die Anwesenden mit auf eine Reise in die Fantasie. „Diesen schönen Büchereiraum verwandeln wir jetzt in ein Piratenschiff“, legt sie los, und ab geht die Reise in das Land der Feuerdrachen mittels Musik und vielen Gesten. Im Nu können die Kinder den Text auswendig und die dazugehörenden Bewegungen alleine ausführen. Auf der Insel angelangt, lernen sie den kleinen Drachen Paffi kennen. Der will ganz schnell groß werden – in zwei Tagen, denn sein Feuerstrahl soll auch so groß werden wie der seiner Eltern und Großeltern. Also zerrt er an seinen Armen und Beinen, damit sie länger werden, steigt auf einen hohen Berg, weil er da der Größte ist und futtert den Inhalt des Kühlschranks leer. Nichts hilft. Doch dann passiert etwas Schreckliches! Das Drachenei, in dem Baby-Drache wächst, wird vom Fuchs gestohlen. Er will es zum Frühstück verspeisen. Und nun kann allein Paffi ihn retten - weil er so klein ist. Denn nur er passt durch den engen Fuchsbau. So wird alles gut und Paffi lernt, dass man nicht unbedingt groß sein muss, um der Größte zu sein. „Wie macht man Bücher?“ fragt anschließend ein kleiner Zuhörer. Den Weg von der Idee bis in die Druckerei kann Göschl in wenigen Sätzen erklären. Bereitwillig liest sie auch eine zweite Geschichte über Paffi. Die handelt von einer sprechenden Tomatensuppe und wird natürlich wieder musikalisch ergänzt. Der anschließende „Bi-Ba-Badenwannen-Boogie“ hat das Zeug zum Ohrwurm, und den können auch Omas, wie Göschl glaubhaft versichert. Ja, alle sind begeistert, alle sind fröhlich und konzentriert bei der Sache, und nur die Erwachsenen trauen sich nicht so ganz aus sich heraus, obwohl auch sie die Melodien mitreißen. Aber die sind ja auch erwachsen.

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