Sehlder Heimatverein zeigt sich enttäuscht: Kästen an den Rastbänken in den Sehlder Wiesen sind leergeräumt

Langfinger stehlen Ferngläser

Der Griff in die Holzkiste lohnt sich derzeit nicht: Langfinger haben sich die Ferngläser, die dafür gedacht sind, die Tierwelt in den Sehlder Wiesen zu beobachten, unter den Nagel gerissen. Fotos: Appel

Sehlde Die Idee der Sehlder war gut. So gut, dass es sogar in Mehle Anerkennung dafür gab. Im Frühsommer hatte der Sehlder Heimatverein zwei Kästen mit kleine Ferngläsern darin an Raststationen für Radfahrer und Spaziergänger aufgestellt, damit diese die Natur in den Sehlder Wiesen besser betrachten können. Enttäuscht mussten die Verantwortlichen jetzt feststellen, dass die Aktion auch Langfinger auf den Plan gerufen hat. „Während des Kürbisfestes hat jemand davon berichtet, dass beide Ferngläser weg sind“, berichtet Erhard Salewsky, Vorsitzender des Sehlder Heimatvereins.

„Uns war klar, dass das passieren kann“, so Salewsky. Dennoch: Die Enttäuschung darüber, dass die von Privatleuten gespendeten Sichthilfen verschwunden sind, will er auch nicht verbergen.

Immerhin seien die Ferngläser von Spaziergängern gern genutzt worden, um mal einen scharfen Blick in die Natur der Sehlder Wiesen zu werfen. Auch die Position der Ferngläser war nicht unüberlegt gewählt worden. Vor zwei Jahren hatte die Volksbank zwei Sitzgruppen, bestehend aus einem stabilen Tisch und einer stabilen Bank, an zwei markanten Punkten aufgestellt – eine an der Kreuzung Grabenweg und eine am Quellbrunnen. Wer Glück hat, kann dort sogar einen Schwarzstorch in den Sehlder Wiesen entdecken, außerdem gibt es Fischreiher, Greifvögel und auch Rehe zu sehen.

Idyll entdecken

„Wir hatten bisher nur Positives zur Aktion gehört“, so Salewsky. Die Ferngläser seien für Rastende eine Einladung gewesen, zu schauen, was in den idyllischen Wiesen zu entdecken ist. „Es war eine schöne Sache.“

Eine, für die sich Sehlder in ihrer Freizeit mit Geschick und Herzblut eingesetzt hatten. Gebaut hat die Kästen Heimatvereinsmitglied Jochen Heidemann, der als ehemaliger Maschinenbauingenieur gern mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn es darum geht, etwas zu bauen. Das Material hatte der Heimatverein bezahlt, die Arbeitsstunden hat Heidemann ehrenamtlich beigesteuert. Umso unverständlicher sei es, dass jemand das Engagement ignoriert und sich die beiden Ferngläser gezielt unter den Nagel reisst. „Dabei waren es noch nicht einmal besondere, wertvolle Ferngläser. Aber sie wurden nicht abgerissen, sondern gezielt abgeschraubt“, berichtet Salewsky.

Aufgeben wollen sie in Sehlde trotz des Rückschlages aber nicht. Über die Wintermonate würden die hübschen Holzbänke ohnehin „reingeholt“, damit sie vor der Witterung geschützt sind. „Ich denke, dass wir es dann im nächsten Jahr, wenn die Bänke wieder rauskommen, erneut mit Ferngläsern versuchen werden“, kündigt Salewsky an. Die Hoffnung, dass jeder den Einsatz der Ehrenamtlichen dafür, Sehlde und die Umgebung attraktiv zu halten, honoriert und achtet, bleibt bestehen...

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