Elzer Künstler beteiligt sich Ende August an der Aktion „Tage des offenen Ateliers“ / Blick hinter die Kulissen möglich

Leo Krystofiak mag es lieber „XXL“

Kunst im Treppenhaus: In fast allen Räumen stapeln sich meist großformatige Bilder, selbst auf dem Dachboden.

ELZE Wenn am letzten August-Wochenende im Landkreis Hildesheim der zweite Teil der „Tage des offenen Ateliers“ in der Region Hildesheim (dann im Bereich „Süd“) ansteht, darf ein Künstler aus Elze nicht fehlen: Leo Krystofiak nimmt bereits zum dritten Mal am Projekt des Netzwerks „Kultur & Heimat“ teil. Jeweils von 10 bis 18 Uhr gewährt er Interessierten Einblicke in sein mit Kunstwerken voll bepacktes Haus und vor allem in sein Atelier.

Der 76-Jährige mag es groß: Seine Bilder im XXL-Format haben mindestens die Maße von einem Quadratmeter, manche sogar noch größer. „Da kann man sich besser austoben, als mit so einem kleinen Fummelkram“, begründet Krystofiak seinen Hang zum Großen. So hängt im Wohnzimmer ein Bild mit den Maßen 1,70 mal 1,35 Meter. „Sonnenuntergang über einer Großstadt“ heißt das Werk, das eines der jüngsten des Elzers ist. Es hat den Test seiner schärfsten Kritikerin überstanden: Ehefrau Renate, die in solchen Dingen ehrlich ist und mit ihrer Meinung nie hinterm Berg hält. Oft hängen die Krystofiaks ein neues Bild an die Wand gegenüber dem Sofa, um es aus gut drei Metern zu betrachten. „Schlimmstenfalls wird es dann übermalt, bei Acryl ist das gut möglich, Aquarelle hingegen werden aussortiert und kommen in die Papiertonne“, berichtet Leo Krystofiak schmunzelnd vom „Casting“. Auf die Frage, ob Renate Krystofiak auch male, antwortet sie: „Nein, dafür haben wir einfach zu wenig Wände“. Da hat sie recht, denn an fast allen Wänden hängen bereits (meist große) Bilder, auch in den Fluren stehen sie hintereinander gestapelt, so auch im Atelier und auf dem Dachboden. Vor einigen Jahren habe der Künstler die Renovierung des Dachbodens genutzt, um kräftig auszumisten – auch wenn es ihm schwer gefallen sei, sich von gewissen Produkten zu trennen. Für die Ausstellung ist ausreichend Material vorhanden, denn Leo Krystofiak hat auch noch neue Werke für die „Tage des offenen Ateliers“ erstellt, teilweise liefen mehrere Projekte gleichzeitig. Dabei zeigt sich der 76-Jährige experimentierfreudig: Haben sich seine Lieblingswerke bislang auf Acryl beschränkt, hat der Elzer jetzt Quarzsand entdeckt, der mit Spachtel oder auch Pinsel auf den großformatigen Leinwänden verteilt wird. Darüber hinaus hat Krystofiak jüngst auch eine Figur aus feinem Draht kreiert – er ist eben nicht nur auf die Malerei fixiert, wie der Blick auf zahlreiche Holzstatuen im Haus an der Königsberger Straße 19 beweist. Leos Ehefrau Renate kümmert sich bei solchen Anlässen wie „Tage des offenen Ateliers“ eher um das Organisatorische und um das Catering. Gegen eine kleine Spende gibt es Kaffee und Kuchen. Wer am Sonnabend, 30. August, oder am Sonntag, 31. August, ins Atelier kommt, darf nicht nur schauen, sondern vielleicht auch mal beim Workshop seine eigenen Talente ausprobieren – unter Anleitung natürlich. Und: Leo Krystofiak wünscht sich nicht nur Gespräche mit den Besuchern, sondern bittet sie auch, sich ins Gästebuch einzutragen, das schon so manche Kunst-Aktion begleitet hat.

Zwei Wochen vorher ist Leo Krystofiak an einer Gemeinschaftsaktion von Kleingärtnerverein und Kunst- und Kulturverein „Fundus“ in Elze beteiligt, die am 17. August ab 10 Uhr unter dem Motto „Rosen und Rüben“ in der Kleingartenanlage stattfindet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare