Michaela Driemel stellt Buch in Elzer Stadtbücherei vor / Bilder rufen Urlaubserinnerungen wach

Ein Krokodil auf der Lieblings-Insel

Stellt ihr „Buch von der Insel“ vor: Michaela Driemel, Künstlerin aus Gronau.

ELZE Es hat eindeutig was Gemütliches, am ersten Advent nachmittags zur „blauen Stunde“ die mit Kerzen erleuchteten Treppen der alten Rathausschule dem Duft nach Punsch folgend hochzusteigen. Angekommen in den Räumen des Kunstvereins, wird der Besucher empfangen von einer heimeligen Atmosphäre mit adventlicher Dekoration, Gebäck und einer kleinen Ausstellung von Bildern mit Motiven der Insel Hiddensee.

Es ist die passende Einstimmung auf den eigentlichen Anlass der Veranstaltung: Die Gronauer Künstlerin Michaela Driemel stellte ihr kleines, auf Hiddensee entstandenes Büchlein vor: „Ein Krokodil auf der Insel“.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist es kein sachlich geschriebenes Werk, anhand dessen man sich einen faktischen Überblick über die Insel verschaffen könnte. Wenn eine Künstlerin von Driemels Format sich eines solchen Themas annimmt, dann kommt auch ein kleines Kunstwerk raus. Poetisch, kindlich, verträumt, manchmal auch ein wenig melancholisch.

Ein bisschen Tagebuch, ein bisschen kultureller Reiseführer. Geschildert aus der Sicht der kleinen Ella und ihres Freundes, dem Krokodil. Illustriert mit Bildern, die Michaela Driemel während ihres „Inselmonats“ in diesem Februar gemalt hat. Sie zeigen Ella und das Krokodil, die schneebedeckten Buhnen, den Rosenhimmel der Inselkirche, den Leuchtturm, das Krokodil auf dem Rücken eines Kükens und noch weitere Entdeckungen und Erlebnisse auf der Insel.

Das Krokodil existiert wirklich, erzählt Michaela Driemel. Sie habe es ihrem Mann vor Jahren mitgebracht. Es ist eine kleine Plastikfigur, die man mit Wasser füllen kann und die auf ihrem Frühstückstisch steht. Im Februar also durfte es auf Reisen gehen. Die Insel habe sie sich trüb und feucht vorgestellt im Winter, und sich auf Alleinsein eingestellt. In ihrer Unterkunft, dem Eselstall, wollte sie diszipliniert malen und schreiben.

Das ist ihr auch gelungen. Aber die anderen Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Der Himmel war jeden Tag blau und sie bekam viel Besuch. Die Türen schließt man dort nicht ab, die Gäste treten einfach ein und machen sich bemerkbar. So steht es im Buch. Darin steht auch, was es mit den Hühnergöttern auf sich hat, die jedes der handgefertigten Bändchen als Lesezeichen zieren. Ein Hühnergott ist ein Stein mit einem Loch. Wer so einen am Strand findet und sich dreimal um die eigene Achse dreht, dem erfüllen sich Wünsche.

Wunsch erfüllt

Michaela Driemels Wunsch, einmal eine längere Zeit auf der Insel zu leben und zu arbeiten, auf der sie seit 2006 jeden Herbst in der Dwarslöper-Galerie in Kloster ausstellt, hat sich erfüllt. Mehr noch, denn das Produkt, das daraus entstanden ist, fand vor den kritischen Augen der Inselbewohner Gnade. 1990 hat sie Hiddensee das erste Mal besucht – als Tagesgast, wie einige der Zuhörer auch. In den Jahren sind viele Bilder über die Ostseeinsel entstanden. Einige davon hat sie zur Lesung mitgebracht, die bei manch einem Betrachter eigene Urlaubserinnerung wachriefen.

„Geht es dann noch weiter mit Ella und dem Krokodil?“, fragt Ilse Hurnaus vom Vorstand des Elzer Kunst- und Kulturvereins abschließend in die Runde, die den Nachmittag zusammen mit Sirun Böhm organisiert hat. „Na ja, ich war noch nie auf Helgoland, vielleicht…“, überlegt Michaela Driemel daraufhin laut.

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