Beamte des Polizeikommissariats Elze weisen hohe Aufklärungsquote vor / Mithilfe der Bürger trägt dazu bei

Kriminalstatistik kann sich sehen lassen

Weisen eine hohe Aufklärungsquote auf: Ralf Büsselmann, Leiter des Polizeikommissariats Elze (links), und Bernhard Achilles, stellvertretender Chef des Kriminalermittlungsdienstes. Foto: Kuhlemann

ELZE „Wir haben erfolgreich gearbeitet und ein gutes Ergebnis erzielt“, sagt Ralf Büsselmann, Leiter des Polizeikommissariats Elze, beim Pressegespräch zur Kriminalstatistik des Jahres 2014. Und er weiß, wem er das zu verdanken hat: „Das liegt nicht nur an unserem guten Polizei-Team, sondern am Zusammenspiel aller Beteiligten, zu denen ich die Bürger, Organisationen, Einrichtungen, Kommunen, Schulen, Vereine und Verbände zähle“, so Büsselmann.

Bei der Präsentation unterstützt wurde der Kommissariats-Chef vom stellvertretenden Leiter des Kriminalermittlungsdienstes in Elze, Bernhard Achilles, der die Leiterin Christine Jahnke vertritt. „Im vergangenen Jahr haben wir 948 Straftaten behandelt, das sind ungefähr zehn Prozent weniger als im Vorjahr, als es 1 094 waren“, berichtet Achilles. Auch der Kriminalhauptkommissar führt den Rückgang der Straftaten auf das gute Zusammenspiel aller Beteiligten zurück – und darauf, dass sich immer mehr Bürger trauen, sich bei der Polizei zu melden. Die Aufklärungsquote, welche als ein Indikator von vielen für eine erfolgreiche polizeiliche Arbeit gesehen werden müsse, sei mit annähernd 70 Prozent weiterhin erfreulich hoch, so Achilles, der gemeinsam mit acht weiteren Kollegen im Kriminalermittlungsdienst für den Bereich Elze/Gronau tätig ist, in dem rund 22 000 Einwohner leben.

Nahezu drei Viertel (71 Prozent) aller ermittelten Tatverdächtigen waren männlich. Von insgesamt 310 ermittelten Tatverdächtigen waren 49 zwischen 14 und 18 Jahren jung.

Einen erneuten Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungsarbeit nehmen die Diebstahldelikte ein, wobei zwischen Diebstählen mit und ohne erschwerende Umstände unterschieden wird. Laut Statistik wurden 315 Delikte, davon 128 unter erschwerten Umständen, bearbeitet. Die Aufklärungsquote bei den Eigentumsdelikten betrug satte 44,13 Prozent – dieser Wert wurde durch konsequente Anwendung bestehender rechtlicher Möglichkeiten bei erkennungsdienstlichen Behandlungen sowie professionellen Spurensicherungstechniken und deren Auswertung ermöglicht.

2014 kam es zu 57 Wohnungseinbruchdiebstählen, davon 19 am Tag. Nach Auskunft von Achilles sind es überwiegend „schnelle Einbrüche“, bei denen Geld und Schmuck erbeutet werden, aber auch Laptops und Tablets gehören zur Beute der Täter. Auf der anderen Seite gehören auch diejenigen dazu, die Einbrüche zur Finanzierung ihrer Betäubungsmittelsucht ausüben. In Sachen Schmuck hat Achilles einen Tipp für die Bürger: „Fotografieren Sie Ihre wertvollsten Schmuckgegenstände, dann können wir sie am Ende leichter zuordnen“, weiß der Kriminalhauptkommissar aus Erfahrung. Das mit der Zuordnung passiert immer öfter, denn die Aufklärungsquote liegt bei mehr als 52 Prozent. Wichtig im Zusammenhang damit seien immer wieder gute Zeugenhinweise, die zur schnelleren Aufklärung führen. „Jeder noch so kleine, auch auf den ersten Blick unbedeutend erscheinende Hinweis kann helfen, eine Straftat aufzuklären“, setzt Achilles weiter auf die gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung.

Diebstähle in Autos sind im Vergleich zum Vorjahr (24) auf 45 gestiegen. Überwiegend haben es die Täter auf Scheinwerfer und Airbags abgesehen. Von 36 Fahrraddiebstählen wurden zehn aufgeklärt, nicht zuletzt dank gezielter Hinweise. Vermögens- und Fälschungsdelikte, wozu etwa Warenkreditbetrügereien (etwa Bestellungen beim Versandhaus) und Internetkriminalität zählen, bleiben der zweite große Schwerpunkt polizeilicher Ermittlungsarbeit, auch wenn die Zahl von 172 auf 159 gesunken ist. Da die Täter oftmals aus dem Ausland heraus agieren, gestaltet sich die Aufklärung schwierig. Die Beamten aus Elze und Gronau weisen darauf hin, nur so viele personenbezogene Daten wie möglich online preiszugeben und nie PINs, Codes oder Zugangsdaten an Dritte weiterzugeben.

Niemand sollte auf Gewinnversprechen oder auf Schockanrufe zur Herausgabe von Ersparnissen (Enkeltrick) reagieren, warnen Achilles und Büsselmann. Der Trend bei Körperverletzungen, hauptsächlich nach Alkoholkonsum, sei zwar rückläufig (102 gegenüber 122 im Vorjahr), da das konsequente Einschreiten der Polizei Wirkung zeigte, doch in neun Fällen wurden die Beamten selbst Opfer von Angriffen – zwei von ihnen waren sogar für kurze Zeit dienstunfähig.

Rückläufig waren auch die Betäubungsmitteldelikte (46 im Vergleich zu 87) und die Sachbeschädigungen (116 statt 136), zu denen etwa abgetretene Mülleimer, zerkratzter Fahrzeuglack, abgerissene Spiegel und Farbschmierereien zählen.

Ein weiterer Dorn im Auge ist den Elzer Beamten das Einhalten von Jugendschutzbestimmungen beim Verkauf von Alkohol. Daher sollen laut Büsselmann auch weiterhin, in Kooperation mit dem Landkreis, Testkaufaktionen durchgeführt werden.

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