Windpark am Sonnenberg wirft Fragen bei Esbecker Bürgerinitiative auf

Kommen die Masten weg?

Walter Busch würde die Gittermasten am Sonnenberg gerne erhalten.

ELZE / ESBECK Werden die Masten der Windenergieanlagen am Sonnenberg rückgebaut oder nicht? Diese Frage beschäftigt im Nachgang der jüngsten Ratssitzung der Stadt Elze die Gemüter der Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Esbeck, die sich für einen Erhalt des Standortes auf dem Sonnenberg einsetzt. Eigentlich müsste BI-Sprecher Friedhelm Bockholt über die Empfehlung des Rates, den Standort Sonnenberg statt der geplanten Vorrangflächen für Wind an der B 3 und bei Esbeck Süd-West zu forcieren (die LDZ berichtete), erleichtert sein. Stattdessen zeigte er sich verwirrt über einige, in seinen Augen, widersprüchliche Aussagen der Beteiligten.

So stellte Friedhelm Bockholt im Gespräch mit der LDZ heraus, dass Bürgermeister Rolf Pfeiffer zu Beginn der Ratssitzung habe verlauten lassen, dass die Gittermasten der bisherigen drei Anlagen am Sonnenberg abgebaut werden, um neue Vorranggebiete an der B 3 und im Bereich Esbeck Süd-West im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) beziehungsweise im Flächennutzungsplan der Stadt Elze ausweisen zu können. „Daraufhin hat Walter Busch aus den Reihen der Zuschauer ,auf keinen Fall’ ausgerufen“, gab Friedhelm Bockholt weiter, was er gehört hatte. Im anschließenden Gespräch zwischen Walter Busch, einem Sprecher der Betreiber des Sonnenberges, und den BI-Sprechern aus Esbeck habe Bockholt sich erkundigt, wieso Walter Busch die Masten stehen lassen wird. „Wir Betreiber würden gerne die Rotorblätter und Motoren abbauen, die Masten an sich aber stehen lassen“, erläutert Walter Busch auf Nachfrage der LDZ. Einerseits würden in den Nistkästen an den Masten jedes Jahr Turmfalken brüten, andererseits sind Mobilfunkeinrichtungen von allen vier Anbietern an den Masten angebracht. „Es wäre nicht wirtschaftlich, die Masten abzubauen. Die Verträge laufen noch einige Zeit und den Telekommunikations- und Funkanbietern würden erhebliche Kosten entstehen“, begründet Busch, warum er sich mit einer entsprechenden Anfrage sowohl an die Stadt Elze als auch an die Samtgemeinde Gronau gewandt hat. Zudem stünden die Masten auf Privatgrund, so dass sie dort keinen stören würden.

Friedhelm Bockholt und Friedrich Göpfert, Ausübungsberechtigter für die Jagd im Revier Esbeck Ost, befürchten jedoch, dass durch „das Züchten von Greifvögeln“ neu angesiedeltes heimisches Wild (Rebhühner, Fasane, Hasen) vertrieben würde. „Ich bin nicht damit einverstanden, wenn am Sonnenberg Greifvögel gezüchtet werden“, betont Friedrich Göpfert. Seit mindestens acht Jahren bemühe er sich mit gutem Erfog, Fasane und Rebhühner anzusiedeln. Die Fasane habe ein „bekannter Jäger ausgebrütet“, Göpfert hat sie anschließend aufgezogen und dann ausgesetzt. „Das dürften so 40 Stück gewesen sein“, nennt der Esbecker Jäger konkrete Zahlen. Auch einen Teich, der 10 000 Liter Wasser füllt, habe er angelegt, um den Bedürfnissen der Fasane gerecht zu werden. Walter Busch beteuert jedoch, niemand habe vor, Greifvögel zu züchten. Turmfalken würden die Masten allenfalls zum Nisten auswählen.

Die Betreiber-GbR am Sonnenberg hatte sich zunächst im RROP-Verfahren für einen Erhalt des Standortes am Sonnenberg ausgesprochen. „Es gab aber einige kritische Stimmen aus Eime, deren Argumente ich nachvollziehen kann“, so Walter Busch. Deshalb habe er sich inzwischen mit einer Fläche an der B 3 – fernab von jeder Wohnbebauung –abgefunden. Die Betreiber des Sonnenberges würden laut eines Rahmenvertrages, der mit den Planern geschlossen wurde, eine Abfindung für ihre rückgebauten Anlagen erhalten und könnten zudem ein bis zwei Standplätze auf dem neuen Gelände kaufen, um von Bürgern finanzierte Anlagen zu errichten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare