THW-Ortsverband Elze an Sprengübung in der Nähe von Dingelbe beteiligt

Ein Knall in der Feldmark

Filmaufnahme aus 300 Metern: Dieser Sicherheitsabstand muss gewahrt werden.

ELZE / DINGELBE Ein langer Tröt-Ton hallt mitten durch die Feldmark, kurz darauf folgen zwei kurze Signale, ehe es einen lauten Knall gibt. Deutliches Zeichen dafür, dass die Sprengexperten des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz sind. So war es auch am Sonnabend, als Mitglieder der THW-Ortsverbände Elze, Hildesheim und Walsrode in der Gemarkung Dingelbe eine Sprengung vornahmen.

Rund 20 Mitarbeiter der genannten Ortsverbände waren mit ihren Fahrzeugen angereist, um eine Übung durchzuführen und gleichzeitig dem Wunsch des Realverbands Dingelbe nachzukommen, der den ehemaligen Ortsbeauftragten des THW Hildesheim, Karl-Heinz Mädel, angesprochen hatte: Auf einer landwirtschaftlichen Fläche sollte ein ausgedientes Fahrsilo, eine ehemalige Lagerstätte für Rübenblattsilage der Landwirte, beseitigt werden. „Für uns war es gleichzeitig eine Ausbildungsveranstaltung für Sprengberechtigte und Sprenghelfer des THW“, informiert Karl-Adolf Jürgens vom THW-Ortsverband Elze als leitender Sprengberechtigter. Eigentlich hätte diese Übung, die bei der Sprengstoffbehörde des THW angemeldet werden muss, schon im Sommer stattfinden sollen, doch der Hochwasser-Einsatz sei dazwischen gekommen, informiert Jürgens.

Schon früh am Morgen haben die THW-Kräfte mit den Vorbereitungen begonnen, die nicht schwierig waren. Mit Bohrern wurden parallel rund 50 Löcher in die Betonwände und -flächen gebohrt, um sie mit Sprengmaterial zu versehen. „Wir haben formbare Sprengmasse und TNT verwendet, insgesamt zehn Kilogramm“, so Jürgens zu den Vorbereitungen, die mehrere Stunden in Anspruch genommen haben. Danach wurde der Sprengstoff mit elektrischen Zündern versehen.

Aus Sicherheitsgründen wurde das Gelände mit Wachposten abgesperrt, die in Funkkontakt standen. Auch die Sprengberechtigten und -helfer mussten ihrerseits einen Sicherheitsabstand von 300 Metern wahren, bevor die Sprengung vonstatten ging. Karl-Adolf Jürgens war es schließlich, der den Knopf betätigte, um die Detonation auszulösen, die pro Loch in einem zeitlichen Abstand von 25 Millisekunden erfolgt – damit es nicht einen lauten Knall gibt, auch wenn Laien die zeitversetzten Geräusche so wahrnehmen würden, wie Jürgens aus Erfahrung weiß. Schließlich ist er schon seit 14 Jahren Sprengberechtigter beim THW Elze und ist in der Regel bei zwei Sprengungen pro Jahr dabei.

Die Übungen sind nach Auskunft von Jürgens gewissenhafte Vorbereitungen für den Ernstfall: So zum Beispiel Durchbruchsprengungen bei Gebäuden und Mauern, etwa um durch die Beseitigung von Hindernissen Löscheinsätze der Feuerwehr beschleunigen zu können. Oder bei Hochwassereinsätzen, wenn Entlastungssprengungen bei Deichen sowie Aufräumarbeiten bei durch die Wassermassen verzogenen Eisenbahnschienen fällig werden, wie Jürgens berichtet.

Der Einsatz in der Feldmark bei Dingelbe sei optimal verlaufen, genau wie der erste „Auftritt“ der Sprengexperten im Frühjahr, als zwei Teiche in der Nähe von Steinbrück bei Braunschweig durch Sprengung zu einem verbunden wurden (die LDZ berichtete).

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