Nach langem Kampf: Anlieger der Bundesstraße 1 und Politiker freuen sich über Geschwindigkeitsreduzierung in Elze

Kleines Schild mit großer Wirkung

Reichlich Politprominenz an der Bundesstraße 1 in Elze – und dennoch steht der „Star des Tages“ eher im Hintergrund: Seit Juni weist das 70er-Schild darauf hin, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der B 1 in Elze reduziert ist. Fotos: Appel

ELZE Eigentlich ist es nur ein kleines Verkehrsschild. Doch für die Anlieger der Bundesstraße 1 in Elze hat es große Wirkung – und entsprechend große Bedeutung. Seit Anfang Juni steht es am Ortseingang und weist die Verkehrsteilnehmer darauf hin, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit nur noch 70 Stundenkilometer beträgt.

„Der Weg ist nicht immer gerade und manchmal auch steinig“, sagte Wolfgang Thiesemann, Abgeordneter der SPD im Elzer Stadtrat wie auch im Kreistag. Mit Weg meinte er nicht unbedingt die B 1 – wenngleich auch diese nicht unbedingt in allerbestem Zustand ist –, sondern vielmehr den langen Kampf, bis die Geschwindigkeitsreduzierung Realität geworden ist.

Kampf seit 1988

Angefangen und ihn auf sich genommen hatten Anwohner der Straße „Unter der Spielburg“ bereits 1988. Entsprechend waren zwei der Anwohner, Horst Czechak und Herbert Fredermann, beim gestrigen Ortstermin trotz der zahlreich erschienen Politprominenz die eigentlichen Stars. Die Freude, dass sie ihrem langersehnten Wunsch nach einem Wohnumfeld, das weniger von Verkehrslärm geplagt ist, ein gutes Stück näher gekommen sind, stand den beiden Elzern ins Gesicht geschrieben. „Man merkt schon, dass die Autos spürbar langsamer unterwegs sind“, berichten sie.

„Ihre ständige Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt“, zollte ihnen Bürgermeister Rolf Pfeiffer Respekt und ließ das „lange Hin und Her“ der vergangenen fast drei Jahrzehnte Revue passieren. Mit ein Höhepunkt im Ringen um mehr Ruhe war dabei sicher der Besuch des damals noch designierten Ministers für Wirtschaft, Verkehrs- und Infrastruktur, Olaf Lies, im Zuge des Wahlkampfes zur zurückliegenden Landtagswahl. Im Garten der Anlieger hatte er damals seine Unterstützung zugesagt.

Doch das letzte Wort auf dem Weg zum bedeutsamen Verkehrsschild war jüngst wohl im Kreishaus gesprochen worden. „Wir wissen alle, dass stark befahrene Straßen zu Beeinträchtigungen führen“, ordnete Landrat Reiner Wegner das Anliegen der Elzer ein. Doch angesichts von Vorgaben des Bundes habe es für Beschränkungen wenig Spielraum gegeben. Erst im Frühjahr sei aus einer Bundesratsinitiative heraus die Chance da gewesen, „Elze nochmals zu prüfen und aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Lärmschutzes die Begrenzung umzusetzen“, so Wegner.

Lärmschutz

Weil die beiden Anlieger gestern eine ganze Schar an Entscheidern vor Ort hatten, gaben sie ihnen gleich noch den Wunsch mit auf den Weg, beim neuen 70er-Schild noch eines aufzustellen, das auf den Lärmschutz hinweist. „Viele donnern aus Gewohnheit, gerade abends, immer noch durch“, erläuterte Czechak das Anliegen, das beim Landrat nicht auf taube Ohren zu stoßen schien. Ende gut, alles gut? Noch nicht ganz. Denn dass angesichts des Straßenzustandes gerade der von Lkw ausgehende Lärm nach wie vor nicht ganz ohne sei, auch das wussten die Anwohner zu berichten. Entsprechend große Hoffnungen ruhen daher jetzt auf der für die ommenden Monate angekündigten Sanierung des Teilabschnitts bis zum CJD.

Wie die Anwohner, so dankte auch das Elzer Stadtoberhaupt allen Beteiligten – ob auf Kommunal-, Landes- oder Kreisebene – dafür, dass „wir etwas mehr Ruhe für die Anwohner gewonnen haben“.

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