Wanderkarten, Parkplätze und Co. im Mehler Naherholungsgebiet gewünscht

In kleinen Schritten den Tourismus gezielt stärken

... wünschen sich Mehler wie etwa Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann (rechts) und Reinhold Warnecke Tafeln mit Wanderkarten, wie diese am Mehler Waldhaus. Fotos: Appel

MEHLE Ruhig und idyllisch ist es am Mehler Wald. „Ein wirklich schöner Ausblick“, schwärmt Mehles Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann. Reinhold Warnecke, einstiger Ortslandwirt, stimmt zu. Bei guten Wetterbedingungen soll sogar der Brocken zu sehen sein, berichten die beiden Mehler. Wenn es nach ihnen ginge, dann würden noch viel mehr Menschen die Reize des Naherholungsgebiets bei Mehle kennenlernen. Doch dafür müsste der eine oder andere Anreiz geschaffen werden.

Immerhin gewinne Tourismus in Niedersachsen immer mehr an Bedeutung und auch in Elze seien etwa mit der Rast- und Bike-Anlage Akzente geschaffen, um den einen oder anderen Radfahrer oder Wanderer in die Saalestadt zu locken. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde es immer wichtiger, den ländlichen Raum zu stärken und seine Reize und Attraktivität zu betonen und zu steigern. „Vorteile, wie hier das schöne Naherholungsgebiet mit Kendelke, Limberg und Osterwald, gilt es, hervorzuheben“, plädiert Thiesemann.

Einen Beitrag hierzu leistete die Mehler Dorfgemeinschaft bereits, indem zuletzt einige Erholungsbänke aufgestellt wurden. Doch in kleinen Schritten könnte noch mehr getan werden, finden die Mehler. So kam jüngst bei der Sitzung der Vertreter der örtlichen Vereine wiederholt der Wunsch auf den Tisch, öffentliche Wanderkarten aufzustellen. Solche Wanderkarten gab es schon einmal an der Bergstraße, Kendelke und dem Mehler Waldhaus. Bei letztgenanntem ist das Exemplar zwar etwas hinter Efeu versteckt, aber immerhin noch immer vorhanden. Doch der Zahn der Zeit nagte bereits schwer an der kleinen Holzüberdachung, nicht mehr lange, und die Feuchtigkeit greift die große Orientierungskarte an. Im Fall der Bergstraße stand ebenfalls einmal eine solche Auskunftstafel. Dort haben die Witterung und umliegende Bäume im Laufe der Zeit allerdings ganze Arbeit geleistet, so dass heute nicht einmal mehr das Fundament des Kartenhäuschens zu erkennen ist. Ziele und Wege für Wanderer und Spaziergänger gebe es so einige auszuweisen, so beispielsweise zur Sennhütte und anderen Highlights im Osterwald, aber auch die Strecke beispielsweise zur Klosterkirche Wittenburg führt durch idyllische Landschaft.

Parkende Autos

Als entsprechend sinnvoll erachten es Thiesemann und Warnecke, wenn zudem die eine oder andere Parkmöglichkeit entstünde. So beispielsweise im ersten Abschnitt der Bergstraße. „Dann würden die Leute nicht mehr hoch bis zum Wald fahren“, erläutert Thiesemann. Warnecke ergänzt, dass vernünftige Abstellmöglichkeiten zudem dafür sorgen würden, dass keine parkenden Autos mehr die Landwirte beim Passieren der Wege mit den teils großen Maschinen behindern. Die beiden Mehler bedauern, dass diese Chance im Zuge der Flurbereinigung ungenutzt blieb. „Deshalb hoffen wir, dass wir gemeinsam mit dem Realverband, der Forst und der Stadtverwaltung zu einer Lösung kommen können“, sagt Thiesemann in Sachen Wanderkarten und Parkplätze. „Es muss ja nicht alles sofort sein. Die Umsetzung kann schrittweise erfolgen“, ergänzt der Ortsvorsteher. Wenngleich nach dem Aus der Leaderregion Leinebergland Fördermittel aus dem Leadertopf nicht mehr nach Elze fließen werden, hofft der SPD-Ratsherr, dass womöglich andere Fördertöpfe- oder -Möglichkeiten angezapft werden können. „Vielleicht kann ja das Regionalbüro oder das Amt für regionale Landesentwicklung weiterhelfen, Wanderkarten zu besorgen“, sagt Thiesemann, denn laut Stadtverwaltung sei es problematisch, an Wanderkarten zu kommen. „Bei einem solchen Projekt ist aber auch Eigeninitiative gefordert“, sagt der Ortsvorsteher seine Unterstützung zu.

Anerkennend lobt er die Nachbarn aus Sehlde für die Idee, zwei Kästen, in denen jeweils ein Fernglas angekettet ist, an den Raststationen für Radfahrer und Spaziergänger aufzustellen, damit die Natur in den Sehlder Wiesen besser betrachtet werden kann (die LDZ berichtete). Je nach den Erfahrungen des Heimatvereins Sehlde mit den Ferngläsern, sei ein ähnliches Projekt beispielsweise an der Bergstraße in Mehle auch denkbar.

Kurzum: Thiesemann und Co. sehen viele kleine Schritte, die getan werden könnten, um die reizvolle Landschaft sowohl Einheimischen als auch Auswärtigen schmackhaft zu machen. Dass dies auch als Wirtschaftsfaktor wichtig sein kann, zeige die Entwicklung des Café- und Biergartens Kendelke, so Thiesemann. Die bisherigen Betreiber haben Anfang August das Lokal geschlossen. „Meines Erachtens kann dort nur ein neuer Betreiber gefunden werden, wenn der Tourismus gezielt gefördert wird“, so Thiesemann.

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