Sehlder Heimatverein erntet sein „Bio“-Gemüse und lädt zum Kürbisfest ein

Kleine Kartoffeln, aber riesige Stimmung

Das Holztäfelchen zeigt an, dass hier Kartoffeln in der Erde liegen: Ortsvorsteher Christian Kroll und Co. werden fündig.

SEHLDE „Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln.“ – Wenn es stimmt, was der Volksmund sagt, dann muss man sich um die Bildung der Sehlder keine Sorgen machen: Die Kartoffeln, die von den fleißigen Gemüsebauern des Heimatvereins am Sonnabend aus der Erde gesammelt wurden, würden allenfalls für ganz kurze Pommes reichen. Wenn schon nicht die Erdäpfel, so waren bei der Ernteaktion in den Sehlder Wiesen zumindest Stimmung und Vorfreude auf die Leckereien riesig.

„Sehlde bleibt ganz sicher vampirfrei“, zog ein Sehlder nicht nur Knoblauch-Prachtexemplar aus dem Ackerboden, sondern zugleich ein positives Fazit zur Ernte in Sachen duftender Wunderknolle. Doch nicht in jeder Parzelle des rund 600 Quadratmeter großen Feldes brachen die Erntehelfer in Jubelchöre aus: Weil der Anbau zu 100 Prozent „bio“ war, sprich auf den Einsatz der Chemiekeule verzichtet wurde, galt es für die Sehlder oftmals zunächst, das Objekt der Begierde im Dickicht des wuchernden Unkrautes zu finden. Zwischen Trockenperioden und regenreichen Phasen hatten die Beet-Paten kaum die Chance gehabt, gegen das wuchernde Grün anzukommen. „Es war dieses Jahr etwas Pech im Spiel“, sagte Birgit Opitz und nahm es locker: „Es ist, wie es ist.“

Kürbisse und Co.

Fündig wurden die gut ein Dutzend Helfer dennoch: Kürbisse, Zierkürbisse, Hokkaidos, Steckrüben, Pastinaken, Knoblauch und Kartoffeln wanderten aus der Erde in die Sammelkörbe. Nur bei den Möhren hatte Meister Lampe schon ein Tick früher die Ernte eingefahren. Zumindest das kleine Holzschild an der Parzelle zeugte noch davon, dass Möhren einmal vorgesehen waren. Der Sehlder Willi Mitschke hatte liebevoll gestaltete Holztäfelchen angefertigt, die anzeigten, was auf welchem Abschnitt des Feldes im Ackerboden reifte. Beim Mais war dies allerdings reichlich wenig. „Wir haben dieses Mal auch Mais, zum Beispiel Ziermais, probiert. Der ist jedoch nichts geworden“, so Opitz.

Dafür aber standen wenige Meter weiter wahre Prachtexemplare an Sonnenblumen auf dem Feld. Diese werden nicht nur zur Zierde verwendet, sondern sollen ein vortreffliches Hühnerfutter abgeben, wie Opitz verriet.

Leckereien

Währenddessen stapfte ihr Mann Armin strahlend mit farbenprächtigen Kürbissen aus dem Feld. Die Kürbisse werden von den Freiwilligen des Heimatvereins die kommenden Tage zu allerhand Leckereien verarbeitet. Kürbissuppe, Kürbiskuchen, eingelegter Kürbis oder Kürbissalat kommen dann ebenso wie die anderen Ernteerfolge am kommenden Sonnabend, 26. September, ab 11 Uhr beim Kürbisfest des Heimatvereins auf dem Hof Mitschke auf den Tisch. Integriert ist wieder eine Pflanzenbörse, für deren Vorbereitung am Freitag, 25. September, ab 15 Uhr Pflanzen auf dem Hof abgegeben werden können, die mit einem Schild versehen sein sollten, auf dem steht, was es für eine Pflanze ist und wann sie blüht.

Großes Fest

Damit beim Kürbisfest auch alles frisch ist, was nicht im Vorfeld verarbeitet oder gelagert werden kann, steht den Sehldern am Freitag nochmal ein Ernteeinsatz bevor. Dieser war dann für eine lange Zeit der letzte: Im kommenden Jahr wird pausiert. Zum einen, weil der Sehlder Heimatverein im kommenden Jahr sein fünfjähriges Bestehen groß feiert und dafür alle Kräfte bündelt. Zum anderen, damit sich der Boden erholt, so dass in zwei Jahren wieder zahlreiche farbenprächtige Kürbisse geerntet werden können – und vielleicht dann doch auch größere Kartoffeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare