Kleingärtner feiern buntes Erdbeerfest und dass 60-jährige Bestehen des Vereins / Zahlreiche Angebote für Jung und Alt

Kleine Gärten, großes Interesse

Vor allem die jüngsten Besucher haben viel Spaß am Erdbeerfest des Elzer Kleingartenvereins. Foto: Mahrhold

Elze Bereits seit 60 Jahren gibt es den Kleingärtnerverein, der auf dem Gelände entstand, das ursprünglich für Vertriebene und Selbstversorger vorgesehen war. Dies muss natürlich ordentlich gefeiert werden: Obwohl der Verein erst im November 1953 als eingetragener Verein gilt, entschloss sich der Vorstand, das Jubiläum mit einem Erdbeerfest lieber im Sommer zu feiern.

Am Nachmittag haben die Kleingärtner für ein reichhaltiges Kuchenbüfett gesorgt, eine neue Grillhütte stand mit Leckereien vom Grill bereit und auch die „Nordstemmer Schlosserdbeeren“ mit ihrem Stand durften auf dem Erdbeerfest nicht fehlen. Dieter Milte war mit seinem „Sempervivum“, sogenanntes Steinkraut, vor Ort und Luise Pritzer stellte ihre selbstgemalten Gemälde aus. Auch für die Kinder stand ein umfangreiches Programm zur Verfügung. Diana Naumann vom „Fundus“ las Geschichten vor und hatte eine Bastelecke aufgebaut, Jennifer Frömling sorgte mit ihrem Kinderschminken für viele Erdbeeren und andere Motive in den Gesichtern der Besucher. „Bei einer Schnitzeljagd durch die Kleingartenanlage können die Kinder tolle Preise gewinnen“, berichtete der erste Vorsitzende Carsten Frömling. Der große Anzugsmagnet für die Kinder war die Hüpfburg, die Joachim Rathmer von Automobiles dem Kleingärtnerverein kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte. Nach einer Andacht durch Pastorin Marita Meixner-Andersohn, einer ihrer letzten Open-Air-Gottesdienste, bevor sie Elze verlässt, um eine Gemeinde nahe Bremen zu übernehmen, ging es nach einem gemütlichen Nachmittag mit einer Abendveranstaltung mit Live-Musik weiter. Dort wurden dann auch die Erbeerkönigin und der Erdbeerkönig, die per Losverfahren gewählt wurden, bekannt gegeben. Erdbeerkönigin ist Tabea Kreth und Erdbeerkönig Rudolf Modrey. Mit einem Katerfrühstück am Sonntagmorgen ließen die Kleingärtner das Fest gemütlich ausklingen.

Ein Stück Geschichte

Es gelang dem Verein, Informationen aus der Gründungszeit zu bekommen. Der Postbeamte Ingolf hatte sich mit einigen damals Vertriebenen bewogen gefühlt, ein Stück Garten haben zu wollen. Dies war die eigentliche Idee zur Gründung des Vereins. Nachdem Ingolf verstorben war, führte seine Frau das Vorhaben erst einmal weiter, bis dann fünf Jahre später der Gartenfreund Schlitzkuss die Federführung übernahm. Schlitzkuss war bei der Stadt als Vorarbeiter beschäftigt und hatte somit auch Zugriff auf die Maschinen des Bauhofes, mit denen damals die Wege gebaut werden konnten. Aber bevor es soweit kam, musste das Gelände erst einmal eingezäunt werden. Als Zaunpfähle dienten alte Wehrmachtsbettengestelle und der Zaundraht wurde damals nach und nach in Gemeinschaftsarbeit montiert. Die Parzellen wurden in „Ruthen“ gemessen: Das größte Grundstück betrug damals 970 mal 970 Ruthen, die meisten aber etwas weniger als 600 Ruthen. Damals waren auch noch viele Rechtsanwälte, Lehrer und Polizeibeamte Mitglieder, was heutzutage eher selten der Fall sei. Zu dieser Zeit waren es zehn Gemeinschaftsstunden, die jeder ableisten musste, heute nur noch sechs. Im Jahr 1959 gab es ein Jahr ohne Regen, sodass die erste Wasserleitung in die Gartenanlage gelegt wurde. Nach und nach wurde auch das Vereinsheim immer größer, bis zu dem, was es heute ist. „Das immer noch ein Interesse an Kleingärten besteht, zeigen unsere Mitglieder und auch, dass nur noch wenige Gärten frei sind“, freut sich Frömling in dessen Amtszeit, in der allein schon zehn neue Gartenfreunde dazugekommen sind. mto

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