Grundschule Mehle informiert bei Info-Abend, wie das jahrgangsübergreifende Lernen ab Sommer umgesetzt wird

Das kleine Einmaleins des „JÜL“

Info-Abend: Wie das Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen an der Mehler Grundschule im kommenden Schuljahr funktionieren soll, erfahren zahlreiche Eltern. Fotos: Appel

MEHLE Die Grundschule an der Linde in Mehle macht Ernst: Vor zahlreichen Eltern und Interessierten verdeutlichten am Mittwochabend Schulleiterin Katrin Fromme und ihre Kolleginnen aus dem Lehrerkollegium, wie der Weg aussehen soll, mit dem die Mehler Grundschule künftig im Rahmen des jahrgangsübergreifenden Lernens die Kinder der Klassen 1 bis 4 auf den weiteren Ausbildungsweg vorbereiten will.

Was seit 2009 in den Klassen 1 und 2 als Eingangsstufe erfolgreich war, soll ab dem kommenden Schuljahr auch in den Klassen 3 und 4 fortgesetzt werden. Weil die Pädagoginnen der Grundschule vom Konzept überzeugt sind – und auch, weil das erfolgreiche jahrgangsübergreifende Lernen in der Eingangsstufe Begehrlichkeiten bei Eltern weckte, diesen Weg auch für die gesamte Grundschullaufbahn fortzusetzen.

Nichtsdestotrotz war es Fromme und Co. auch beim zweiten Eltern-Informationsabend zum Thema – bereits im Februar hatten Vertreter einer Schule aus Badenstedt in der Mehler Mehrzweckhalle von ihren Erfahrungen mit dem jahrgangsübergreifenden Lernen berichtet (die LDZ berichtete) – vor allem darum bemüht, den Erziehungsberechtigten eventuelle Ängste und Zweifel bezüglich des noch zumeist ungewohnten Konzepts zu nehmen. Wiederholt betonten die Lehrkräfte, flankiert von zahlreichen positiven Erfahrungsberichten einiger Eltern, die Stärken beziehungsweise Ziele des Lernens in altersgemischten Gruppen. Zentrale Gedanken: Schüler lernen eigenständig, im individuellen Tempo, kooperativ und werden nach ihren individuellen Möglichkeiten und Erfordernissen gefördert. „Wir sind alle schon lange im Dienst und wissen, dass der herkömmliche Unterricht den Kindern nicht gerecht wird“, plädierte Fromme, stellvertretend für die Mehler Lehrkräfte, vehement für das Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen, das – mit Formen der Gruppen- sowie der Einzelarbeit – auch auf das Miteinander- und Voneinanderlernen von Kindern unterschiedlichen Alters zielt. „Das Resultat: Kinder haben Spaß, wenn sie selbstbestimmt arbeiten“, warb Fromme für den Schulalltag fernab vom Frontalunterricht früherer Tage.

Dass dieser in Mehle aufgrund des Konzeptes ab dem kommenden Schuljahr auch neu organisiert werden wird, liegt schon allein durch die Abkehr vom gewohnten Klassensystem auf der Hand. Anstatt der Klassen 1 bis 4 werden Tigerenten, Bären und einige andere „Janosch“-Figuren das Einmaleins und die Rechtschreibung lernen.

Zusammensetzung

Pro Gruppe sind drei bis fünf Kinder eines Jahrgangs vertreten. „Wir appellieren, uns in Sachen Zusammensetzung zu vertrauen“, betonte Fromme, dass beispielsweise Freundschaften unter Gleichaltrigen berücksichtigt werden und zudem durch Projekte und Betreuungszeiten das „Öffnen der Klassen auch drin ist“. Überhaupt nahm das Wort Vertrauen einen wichtigen Stellenwert ein. „Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern, Eltern und Kindern ist Voraussetzung“, betonte die Schulleiterin in verschiedenen Variationen. Darüber hinaus sei die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus „immens wichtig“. „Wir müssen uns immer austauschen, um das individuelle Lernen optimal zu gestalten“, appellierte sie an die Eltern. Diese geizten auch am zweiten Informationsabend angesichts der ungewohnten Form des Schulalltags nicht mit Fragen, die vom Aspekt der Kompetenzüberprüfung (weiterhin gibt es Tests und Klassenarbeiten sowie Noten) bis hin zur Hausaufgabenkontrolle und dem zeitlichen Ablauf eines Schultages (statt Schulstunden strukturieren fortan Blöcke den Tag) reichten.

Kurzum: In der Grundschule Mehle wird ab dem kommenden Schuljahr ein neuer Weg eingeschlagen, von dem die Lehrkräfte überzeugt sind, dass er „den Schülern am besten gerecht wird“, so Fromme. Sollten Eltern skeptisch sein, ob dieser unkonventionelle Weg für ihren Schützling geeignet sei, so stehe die Schule gern als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Verfügung.

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