Rund 150 Beschäftigte kommunaler Einrichtungen untermauern ihre Anliegen

Kita-Streik: Protesttross macht in Elze Halt

„100 Prozent der Elzer kommunalen Kita-Beschäftigten streiken mit“, freut sich Gewerkschafterin Sabrina Basti (r.) über die vierköpfige Erzieherinnen-Truppe aus Sorsum. Fotos: Appel

ELZE Der Ausstand der Erzieher ist in seine dritte Woche gegangen – und der Protest der Beschäftigten aus dem kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst hat nun auch Elze erreicht. Wenngleich in Elze mit dem Kindergarten in Sorsum lediglich eine Kinderbetreuungseinrichtung in kommunaler Hand und somit vom Streik betroffen ist, wählten die streikenden Beschäftigten den Rolandplatz, um rathausnah, bunt und kreativ auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Rund 150 Arbeitskämpfer aus dem Landkreis Hildesheim waren dem Aufruf von Verdi gefolgt und hatten die Anfahrt aus beispielsweise Gronau, Sibbesse, Duingen und Hildesheim nach Elze auf sich genommen. Den kürzesten Weg hatten wohl Kita-Leiterin Jutta Zorn und ihre drei Kolleginnen aus Sorsum, die gemeinsam mit Gewerkschaftssekretärin Sabrina Basti den bunten Protesttross in Elze in Empfang nahmen. „100 Prozent der Elzer Kita-Beschäftigten streiken mit“, freute sich Basti über die vierköpfige Truppe aus Sorsum und ergänzte: „Vielleicht hört man uns auch im Rathaus“.

Ob die lautstarke Forderung für eine höhere Eingruppierung und für die Wertschätzung ihrer Arbeit – gepackt in den Slogan „Aufwerten jetzt!“ – der Erzieher tatsächlich bis in die Verwaltung schallte, blieb ungewiss. Daher soll dem Stadtoberhaupt sowie dem Stadtrat zeitnah eine Unterschriftensammlung zukommen. „Es ist eine Aufforderung und Bitte, uns zu unterstützen und beispielsweise an den Arbeitgeberverband heranzutreten“, erläuterte Basti. Eine Bitte, die möglicherweise auch der Elzer SPD-Ratsherr Werner Jünemann überbringen wird, der der kurzfristigen Einladung der Streikenden gefolgt war und ihre bunte und kreative Aktionen in der Elzer Stadtmitte verfolgte.

Unbefristeter Ausstand

Denn neben den Erläuterungen von Basti, die unter anderem betonte, dass es „noch immer kein annehmbares Angebot der Arbeitgeber“ gebe und erst ein solches dem unbefristeten Ausstand ein Ende setzen werde, untermauerten auch die Erzieher in Gedicht- und Liedform, warum sie eine bessere Entlohnung fordern. „Die Erzieher streiken zu Recht, weil sie ihr Leben auf zu kleinen Stühlen verbringen und dabei dennoch ihre Würde behalten, weil sie mehr Zeit mit fremden Kindern als mit den eigenen verbringen, weil sie Lärm aushalten, als ob sie acht Stunden am Tag neben der Kreissäge stehen...“ Diese Gründe und noch fast ein Dutzend mehr – mal mit schmunzelndem und mal mit ernsterem Hintergrund – steuerten beispielsweise Erzieher aus Duingen bei. „Wer bildet, betreut, tröstet und fördert unsere Kinder? Das sind wir!“, fassten es andere zusammen.

Sollte die kommenden Tage keine Bewegung in die Verhandlungen kommen, seien weitere ähnliche Aktionen in Sibbesse, Hildesheim, Algermissen, Duingen und Gronau geplant, kündigte Gewerkschafterin Basti an.

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