Firma Wegener modernisiert Anlage

Kalkabbau wird jetzt professionell

Geologe Michael Bertram zeigt auf die neue Brech- und Klassieranlage, mit der Muschelkalk im Steinbruch zwischen Wülfingen und Alferde noch professioneller gesiebt werden kann. Fotos: Kuhlemann

WÜLFINGEN Auch knapp vier Jahre nach Auflösung der Bürgerinitiative „Rettet die Finie“ baut die hannoversche Firma Hermann Wegener in einem rund 30 Hektar großen Gebiet zwischen Wülfingen und Alferde zurzeit noch sporadisch, je nach Bedarf, Muschelkalk ab.

Die Firma Hermann Wegener GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Familienunternehmen in Hannover mit einer über 100-jährigen Tradition und Erfahrungen im Bereich der Rohstoffgewinnung, Aufbereitung und Veredelung. Mit zahlreichen Betrieben in Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist das Unternehmen ein zuverlässiger Partner und Lieferant von Baustoffen wie Asphalt, Basalt, Kalk, Sand und Kies. Kalkstein wird als Roh- oder Hilfsstoff bei der Herstellung von Zement, Stahl und Glas eingesetzt. Weitere Einsatzmöglichkeiten liegen in der Baustoffindustrie (zum Beispiel Asphalt und Beton), bei Straßen und im Tiefbau sowie im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Letztgenannte Wege würden beispielsweise mit grobem Material beliefert, das am Standort Wülfingen direkt aus der Wand gefördert werde.

Beim Ortstermin mit der LDZ im Steinbruch informiert Diplom-Geologe Michael Bertram, der für die Rohstoffsicherung zuständig ist, über das Vorhaben in der neuen Saison: 2014 will das Unternehmen den Tagebau nun ständig betreiben und auch qualifiziertes Material herstellen. Möglich wird das durch eine neue Brech- und Klassieranlage, die kürzlich aufgebaut wurde und immer mehr zum Einsatz kommt. Sie dient dazu, verschiedene Korngrößen herauszusieben. „Durch den Einsatz der neuen Anlage haben wir weniger Ausschuss“, sagt Bertram. Die neue Anlage mache es möglich, Kalkstein in den verschiedensten Größen anzubieten, vom Feinkorn über die größeren Steine bis hin zum speziellen Kalkstein-Sandgemisch, die alle regelmäßigen Qualitätskontrollen unterliegen. Der Steinbruch bei Wülfingen galt bisher mehr oder weniger als Ersatzstandort für Bisperode im Ith. Da dort ein Ende absehbar sei, werde man vermehrt auf Wülfingen setzen. Darüber hinaus hat die Firma noch Kalksteinbrüche in der Nähe von Fiedland und bei Kassel-Calden sowie mehrere Basaltsteinbrüche im Süden Niedersachsens und in Nordhessen. „Keine Angst, die Lastwagen aus dem Steinbruch zwischen Wülfingen und Alferde fahren überwiegend nicht durch den Ort Wülfingen, sondern biegen auf die B 3 ab und fahren in Richtung Hannover“, denkt Bertram an die Anlieger, die ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Ort befürchten.

Vom Kalkvorkommen biete der Steinbruch bei Wülfingen noch für Jahrzehnte Gestein. „Da das Material an der Oberfläche verwittert ist, gehen wir bis zu 30 Meter in die Tiefe, um geeigneten Muschelkalk abzubauen“, erklärt Bertram. Allerdings legt er großen Wert darauf, dass das Unternehmen nicht wahllos Löcher gräbt, sondern strukturiert vorgehe und anschließend auch für eine entsprechende Rekultivierung sorge.

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