Klaus und Beatrix Kindler aus Elze besitzen ein Modell Jahrgang 1969

Mit dem Käfer nach Italien

Ein echter Hingucker: Der VW Käfer aus dem Baujahr 1969 mit den Besitzern Beatrix und Klaus Kindler aus Elze. Fotos: Kuhlemann

ELZE 60 Jahre – Ein Symbol des Wirtschaftswunders und eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen: Der VW-Käfer ist eines der bekanntesten und meistverkauften Autos der Welt. Lange Zeit prägte er das Straßenbild, nicht nur in Deutschland. Bereits am 5. August 1955, also heute vor genau 60 Jahren, wurde der millionste Käfer hergestellt, insgesamt wurden über 21,5 Millionen Fahrzeuge verkauft. Im Jahr 2003 wurde die Produktion endgültig eingestellt.

Auch im LDZ-Gebiet gibt es noch mehrere Autofahrer, die ein solches „Kultauto“ besitzen. Zu ihnen gehören auch Klaus und Beatrix Kindler aus Elze, die seit drei Jahren einen VW Käfer 1300 aus dem Baujahr 1969 ihr Eigen nennen. „Wir haben den Wagen durch Zufall entdeckt. Es war an einem Sonntagmorgen. Um 10 Uhr haben wir ihn gesehen und um 12 Uhr gekauft“, erinnert sich Klaus Kindler noch genau. Der Käfer war zwar nicht mehr in allerbestem Zustand, aber das macht nichts, denn Kindler ist gelernter KfZ-Mechaniker und kennt sich entsprechend aus. Als Mitarbeiter des Autozentrums weiß er, wie man einen alten Käfer restauriert. Also hat er sich in seiner Freizeit, meist an den Wochenenden, nach Feierabend und sogar im Urlaub daran gemacht, den Wagen vollkommen neu aufzubauen. Da er zu 95 Prozent Originalteile verwendet hat, musste er manchmal weite Wege auf sich nehmen, um an das passende Teil zu kommen. 1000 Arbeitsstunden und viel Geld hat Kindler investiert, um den Käfer wieder auf Vordermann zu bringen. Aber es hat sich gelohnt: Nach gut einem Jahr Bauzeit war das „Schmuckstück“ fertig. Mit Liebe zum Detail hat der Autofachmann den Käfer erneuert. Die Sattlerarbeiten an den Sitzen hat er ebenso gemeistert, wie das Instandsetzen des Motors. Auch die Blumenvase im Cockpit durfte nicht fehlen. Bei so viel Aufwand ist natürlich eine enge Bindung zum Auto entstanden, das „unverkäuflich ist“, wie Kindler betont. Hinten auf der Motorhaube ist ein Koffer als Zierde befestigt. Der ist symptomatisch für die erste große Reise, die das Ehepaar Kindler in diesem Jahr unternommen hat – eine Fahrt nach Italien. 3006 Kilometer waren kein Pappenstiel, denn unterwegs galt es 18 Pässe zu bezwingen, um über die Alpen zu kommen. „Mit seinen 40 PS musste er sich ganz schön quälen, aber er hat es geschafft“, freut sich Klaus Kindler, dass der Käfer nur acht Liter Super auf 100 Kilometer schluckt.

Beatrix und Klaus Kindler schwärmen noch heute von der „stressfreien und gemütlichen Fahrt“, denn unterwegs wurde ihr „Hingucker“ immer wieder bewundert und gelobt, so etwa bei Pausen auf den Raststätten. „So einen bin ich auch mal gefahren“, sei oft der erste begeisterte Ausspruch der Betrachter gewesen. rk

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