Malerin und Bildhauerin Claudia Vollmer stellt in der Hochschule für Rechtspflege aus

„Kabinettstückchen“ aus Elze

Claudia Vollmer lässt sich durch Menschen und Geschehnisse inspirieren. Wie bei dem Bild mit dem Titel „Wunden“ das im Hintergrund zu sehen ist.

Hildesheim / Elze Unter dem Titel „Kabinettstückchen“ stellt die Elzer Malerin und Bildhauerin, Claudia Vollmer, ausgewählte Werke aus. Am Mittwoch ist die Ausstellung in den Räumen der Hochschule für Rechtspflege in Hildesheim eröffnet worden. Die musikalische Untermalung erfolgte dabei von Nicola Ruhnau auf der Klarinette.

Es sind immer wieder Menschen und aktuelle Geschehnisse, die die 72-jährige Künstlerin inspirieren. „Die Inspiration springt mich förmlich an. Ich habe die Bilder und Skulpturen sofort dreidimensional vor Augen“, schildert sie ihre Arbeit. So entstand beispielsweise das Bild „Tumult in Limburg“, das Vollmer als freche Interpretation um die millionenteuren Bauarbeiten des Limburger Bischofs benennt. Ein noch neues Werk aus diesem Jahr ist das Bild namens „Wunden“, in dem Vollmer politische Themen, die Menschen verletzen, aufgreift. Alle ihre Werke tragen eigene Titel. Der Künstlerin ist es wichtig, dass ein Betrachter weiß, worum es ihr in der Bildaussage geht. Die Malereien, alle in Acrylfarben, wirken strukturiert und klar, lassen den Betrachter aber dennoch, in einen nicht auf den ersten Blick erkennbaren Detailreichtum eintauchen. Auch die Skulpturen, überwiegend in Bronze gegossen, bestechen durch ihre Klarheit und harmonischen Formen. Zu den Skulpturen sagt die gebürtige Berlinerin: „Ich verzichte bewusst auf schmückende Details.“ Die Skulpturen tragen Titel, wie Umschlungen, Grazie, Trost oder „Unter uns gesagt“. Die durchweg sehr kleinen Räume der Fachhochschule, ähnlich wie „die Kabinetts“, wo einst Herrscher ihre engsten Vertrauten empfingen, bieten den passenden Rahmen für Vollmers Werke. Insgesamt sind 23 Bilder und 12 Skulpturen in der Ausstellung.

In der Laudatio zur Vernissage, die der ehemalige Rektor der Fachhochschule, Prof. Christian Stallmann, hielt, wurde deutlich, welch handwerkliches Können in den Werken steckt. Er sagte „Wer den Weg hierher über die knarzenden Treppenstufen dieses alten Hauses gefunden hat, und an den ersten Werken vorbeigegangen ist, der konnte sehen, dass das Handwerkliche in den Skulpturen mit den Händen zu greifen ist, dass Licht und Schatten uns diese Skulpturen nahe bringen und, dass die Farben und Linien der Bilder die Empfindungen dieser Künstlerin widerspiegeln.“ Seit einigen Monaten ziert eine Industrieskulptur von Claudia Vollmer den Kreisel an der südlichen Ortseinfahrt von Elze. Eine Waggonachse auf Schienen soll den Ortsein- und -Ausgang symbolisch verdeutlichen, sowie Elze als Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt kennzeichnen.

Die Ausstellung ist bis zum 2. Dezember montags bis donnerstags von neun bis 16 Uhr und freitags von neun bis 14 Uhr geöffnet. Die Finissage ist am Freitag, 27. November, um 19 Uhr.

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