Grundschulleitung will Eingangsstufe auf Jahrgänge 3 und 4 erweitern

„JÜL“ in Mehle: Lehrer werden zu Lernbegleitern

Bereiten das erweiterte „JÜL“-Projekt für das neue Schuljahr in Mehle vor (v.l.): Petra Brauer-Schlacht, Steffi Vaupel, Christin Zimanski, Agnes Körmendi, Carmen Vogel, Stephanie Menzel-Hartje, Daniela Baxmann und Schulleiterin Katrin Fromme. Foto: Kuhlemann

MEHLE Dass in der Grundschule in Mehle wertvolle pädagogische Arbeit geleistet wird, ist hinlänglich bekannt. Jetzt setzen die Verantwortlichen noch einen drauf und erweitern das jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL). Was in den vergangenen Jahren in den Klassen 1 und 2 als Eingangsstufe erfolgreich war, soll in den Klassen 3 und 4 fortgesetzt werden. Die Lehrerinnen sind sich einig und planen schon an einer Umsetzung zum neuen Schuljahr. Bei einem Elterninformationsabend sollen Interessierte mehr erfahren.

„Die 2009 eingeführte Eingangsstufe hat sich bewährt. Nachdem wir von vielen Eltern angesprochen wurden, warum es nicht weiter gehe, haben wir uns zusammengesetzt und beraten – und sind zu dem Entschluss gekommen, das Konzept in den höheren Klassen fortzusetzen“, sagt Schulleiterin Katrin Fromme am Rande einer Dienstbesprechung mit allen Kolleginnen. Alle Gremien, wie etwa Schulvorstand, Schulelternrat und Gesamtkonferenz, bei der auch Vertreter der Stadt Elze anwesend waren, seien bereits im Bilde, wie Fromme informiert. Darüber gebe es „Rückendeckung“ von der Landesschulbehörde in Hannover. Der zuständige Dezernent, Torsten Böker, habe sich bei einem Schulbesuch positiv gegenüber der Idee geäußert – nicht zuletzt, weil das Konzept perfekt zum Thema Inklusion passe.

Vorbild Badenstedt

Als Vorbild des jahrgangsübergreifendes Lernens habe vor gut sechs Jahren die Gebrüder-Körting-Grundschule im hannoverschen Badenstedt gedient, wie Mehles Schulleiterin informiert. Das Mehler Kollegium habe sich bei einem Ortstermin in Badenstedt informiert, stehe außerdem im regen Austausch mit Lehrern und Schulleitung, wie Fromme informiert. Nicht nur ihrer Ansicht nach liegen die Vorteile des „JÜL“ klar auf der Hand: „Schüler können eigenständig im individuellen Tempo lernen, niemand muss sich wegen Nicht-Könnens schlecht fühlen oder wegen Viel-Wissens überheblich werden, außerdem werden Schüler selbstständiger, weil offener gearbeitet werden muss“, so die Mehler Schulleiterin. „Lehrer sind dann nicht mehr nur Lehrende, sondern Lernbegleiter – dadurch, dass Schüler anderen helfen, entsteht auch ein besseres Gemeinschaftsgefühl“, weiß Katrin Fromme aus den in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen des „JÜL“ in der Eingangsstufe. Sie ist stolz darauf, dass die Mehler zu den Vorreitern im Landkreis Hildesheim gehören, denn „JÜL“ gebe es noch nicht in vielen Schulen.

Jetzt gelte es, die Detailplanungen zum Thema „JÜL“ vorzunehmen. In weiteren Dienstbesprechungen werde laut Fromme besprochen, wie künftig Klassenarbeiten, Lernstandsfeststellungen und der Themenaufbau funktionieren. Außerdem gebe es noch eine schulinterne Lehrerfortbildung zum Thema.

Die von manchen Eltern geäußerte Befürchtung, der Sprung vom „JÜL“ zurück in den Frontalunterricht beim Wechsel zu den weiterführenden Schulen teilt Katrin Fromme nicht, schließlich hätten die Kollegen in Hannover-Badenstedt gute Erfahrungen mit „JÜL“ gemacht.

Informations-Abend

Wie die aussehen, berichten Vertreter der Gebrüder-Körting-Grundschule (Schulleiter, Lehrer und Elternvertreter) beim Elterninformationsabend am Donnerstag, 22. Januar, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle an der Mehler Grundschule. „Ich rechne mit vielen Besuchern, auch die Politiker sind willkommen“, freut sich Katrin Fromme auf den „JÜL“-Termin.

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