Gründerin Maria Kaufhold erinnert sich an Anfänge der ökumenischen Aktion

50 Jahre St. Martinsspiel: Elze freut sich auf Umzug

St. Martinsumzug im Jahr 1968: Schon damals machten sich einige Kinder aus Elze mit bunten Laternen auf den Weg.

ELZE Ganz Elze freut sich schon auf kommenden Sonnabend, 16. November, wenn ein Jubiläum gefeiert wird: Den St. Martinsumzug und das Martinsspiel gibt es schon seit 50 Jahren. Was Burgharde Hoberg und Maria Kaufhold vor einem halben Jahrhundert in der katholischen Kirchengemeinde initiiert hatten, hat sich nicht nur lange gehalten, sondern entwickelt: Mittlerweile nehmen in der Regel weit mehr als 300 Kinder, Eltern und Großeltern am inzwischen „ökumenischen Großereignis“ teil.

Der St. Martinsumzug hat sich zu einem festen Bestandteil im örtlichen Kalender etabliert. Laternenkinder mit ihren Laternen, Georgspfadfinder und Kinder der Freiwilligen Feuerwehr mit Fackeln erleuchten den Weg, der in diesem Jahr von der evangelischen zur katholischen Kirche führt. Den Auftakt bildet um 16 Uhr eine Andacht mit Pastor Uwe Lindloge in der Peter- und Paul-Kirche. Danach führt der Umzug, musikalisch begleitet vom Blasorchester Elze, durch die Straßen der Saalestadt zur katholischen Kirche, wo das Martinsspiel aufgeführt wird. Angeführt wird der Umzug vom Heiligen St. Martin (Steffen Runne) hoch zu Ross. Das Pferd stellt Constanze Distel vom Reitstall der Christophorusschule zur Verfügung. Runne ist einer der Hauptdarsteller des Martinsspiels mit der Mantelteilung, bei dem in diesem Jahr wieder Hendrik Wehr als Bettler, Anna Böhm als Mutter und Viktoria Rathmer als Kind mitwirken. Darüber hinaus werden Marlene Böhm, Katharina Henze und Andreas Metternich die symbolische Bedeutung von Laterne, Taschenlampe und Gans erklären. Geleitet werden der Umzug und das Martinsspiel schon seit Jahren von Dorothea Schünemann, die von Jörg Metternich und Christian Blenkers in der Technik unterstützt wird.

An die Anfänge von vor 50 Jahren kann sich Maria Kaufhold beim Anblick der Bilder im Fotoalbum und den Zeitungsausschnitten im Aktenordner noch genau erinnern. „Es hat mit einigen Schülern aus dem katholischen Religionsunterricht begonnen, später kamen immer mehr Kinder dazu“, so die langjährige Lehrerin. Seit 1972 wurde der Umzug musikalisch begleitet und 1977 wurde die Aktion ökumenisch, als sie erstmals von der katholischen zur evangelischen Kirche führte. Seitdem wird jährlich gewechselt. Die Darsteller des Martinsspiels wechselten auch im Laufe der Jahrzehnte. So wurde der Heilige Martin unter anderem von Peter Piecha, Klaus Hoberg, Kurt Arendt, Bernd Saile, Johannes Schünemann und Steffen Runne gespielt. In die Rolle des Bettlers sind Klaus Hoberg, Franz-Josef Paule, Leo Krystofiak, Horst Czechak, Wilhelm Schünemann und Hendrik Wehr übernommen. Krönender Abschluss, und daher besonders bei den Kindern der Stadt beliebt, ist das traditionelle Austeilen der Martinsgänse aus Kuchenteig, die lange Zeit von Frauen der katholischen Kirchengemeinde gebacken wurden, mittlerweile von der Bäckerei Freimann. Zum 50. Jubiläum gibt es noch etwas Besonderes: Die Pfadfinder bieten den Besuchern des Martinsspiels Glühwein, Kakao und Waffeln an. Für die Beteiligten und die Helfer organisiert Maria Kinne mit ihrem Team einen Imbiss im katholischen Pfarrheim.

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