Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann erhält fingierte Betrugs-E-Mail

„Ich war wirklich kurz davor, zu bezahlen“

Aufmerksam sein: Viele Betrüger nutzen E-Mails mit scheinbar seriösen Absendern, um mit gefälschten Rechnungen an Geld zu kommen. Foto: Vogelbein

MEHLE Eigentlich wollte Mehles Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann lediglich seinen Internet und Telefonanbieter wechseln, doch führte diese Umstellung dazu, dass Thiesemann beinahe auf eine betrügerische E-Mail hereingefallen wäre.

Die Angelegenheit begann bereits vor Weihnachten: „Ich wollte zu meinem neuen Anbieter htp wechseln“, erinnert sich der Ortsvorsteher. Dabei kam es zu Verzögerungen, die dazu führten, dass Thiesemann vor der Wahl stand, entweder über die Weihnachtsfeiertage ohne Telefonanschluss zu sein oder die Anrufe auf das Handy seiner Frau umleiten zu lassen. „Wir haben uns für die Umleitung entschieden, und htp hat alles für uns in die Wege geleitet“, sagt Thiesemann. Alles habe wunderbar funktioniert, und im Anschluss an die Feiertage wurde der Anbieterwechsel ohne Probleme vollzogen. „Wir haben die Rufumleitung dann wieder rausnehmen lassen“, berichtet der Ortsvorsteher und Elzer Ratsherr weiter. Doch was dann passierte, was für Thiesemann eine große Überraschung: „Ich bekam plötzlich eine E-Mail von Vodafone, dem Netzbetreiber vom Handy meiner Frau“, so Thiesemann. Dieser forderte einen Betrag in Höhe von 397 Euro ein. „Ich war natürlich entsetzt und habe erst gedacht, dass htp einen Fehler bei der Rufumleitung gemacht habe“, sagt der Ortsvorsteher, der kurz entschlossen beim Telekommunikationsanbieter htp anrief, um sich zu erkundigen. Dort wusste man allerdings von nichts. „Ich war fest der Meinung, dass man von Seiten der htp vergessen hatte, mich auf die Kosten aufmerksam zu machen, die bei der Rufumleitung anfallen“, sagt Thiesemann, der sich dann an Vodafone wandte. Dort habe er den Rat bekommen, sich genau den Absender der E-Mail anzusehen und dann die Überraschung: „Die Mail kam nicht von Vodafone und war fingiert“, sagt Thiesemann. Bei einem Gespräch mit seiner Tochter wies diese ihn sogar darauf hin, dass eine Bekannte eine ähnliche E-Mail bekommen habe, ebenfalls mit der Forderung einer hohen Rechnungssumme. „Es hat einfach alles so gut zusammengepasst“, sagt Thiesemann, der nun die Bürger warnen möchte, die ebenfalls angebliche Vodafone-E-Mail erhalten haben.

Bei der Polizei in Elze ist Sandra Corrieri seit Kurzem für Betrugsfälle aller Art zuständig. Von gefälschten Vodafone-E-Mails hat sie allerdings noch nichts gehört: „Auf das gesamte Bundesgebiet gesehen, kommen solche Fälle natürlich vor“, weiß Corrieri, doch sei der konkrete Vodafone-Fall für den Bereich Elze neu. Häufig seien Inkassobüros oder angebliche Rechtsanwälte als fiktive Absender angegeben. E-Mail dieser Art sollten von den Empfängern allerdings schnell gelöscht werden: „Anwälte oder Inkassofirmen schreiben ihre Klienten nie per E-Mail an“, warnt die Elzer Sachbearbeiterin für Betrugsfälle.

Und dennoch kann man schnell auf diesen Trick reinfallen, vor allem, wenn wie im Falle von Ortsvorsteher Thiesemann alles zusammenpasst: „Ich war wirklich kurz davor, zu bezahlen“, sagt Thiesemann, der noch einmal mit dem sprichwörtlichen Schrecken davon gekommen ist. „Ich habe zum Glück nicht bezahlt“, sagt der Ortsvorsteher.

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