Preisträger Hans-Jürgen Hoffmann gibt interessante Einblicke in die Brieftaubenzucht

Hobby wird zur Leidenschaft

Für die Leistungen ihrer Schützlinge ausgezeichnet: Die stolzen Preisträger der Reisevereinigung „Sieben Berge“. Fotos: Klein

ELZE „Natürlich fiebert man mit seinen Tauben mit“, betont Hans-Jürgen Hoffmann. Der Gronauer gehört zu den Preisträgern, die im Rahmen der Ausstellung der Reisevereinigung „Sieben Berge“ so richtig abgeräumt haben. Neun Tiere hat er ausgestellt, fünf Preise erhalten. Für die LDZ nimmt er sich am Rande der Ausstellung Zeit, um Einblicke in ein interessantes Hobby rund um die gefiederten Tiere zu geben.

Als Kind hat den Gronauer die Leidenschaft gepackt: „Im Alter von zehn Jahren hatte ich meine ersten Tauben“, erinnert sich der heute 73-Jährige. Er züchtet selbst, besitzt heute 60 Tauben. „Das ist schon ein zeitaufwändiges Hobby“, räumt Hans-Jürgen Hoffmann ein: Täglich muss er beispielsweise den Taubenschlag säubern. Doch es ist sein Hobby, ein Aufwand also, den er gern in Kauf nimmt. Alle Mühe hat sich ohnehin gelohnt: Fünf Preise nimmt er am Wochenende mit nach Hause – unter anderem holt er den Sieg für das schönste Männchen. Seine Taube konnte in Bewertungskriterien wie Gesamtausdruck, Muskulatur und Gefieder überzeugen. „Es ist wie bei Menschen. Manche haben struppige, manche glänzende Haare“, schmunzelt der stolze Preisträger. Es komme bei der Zucht vor allem auf das Erbgut der Tauben an.

Doch mit der Pflege der Brieftauben allein ist es nicht getan. Sie müssen fliegen, möglichst viele Kilometer und dann auch noch unter dem ersten Drittel der Heimkehrer sein. Schon als Jungtaube lernen sie, zum Taubenschlag zurückzufinden. Mit geringen Distanzen beginnen die Vorflüge, erst zehn, später 50 Kilometer. „Das machen wir sechs, sieben Mal“, informiert Hans-Jürgen Hoffmann über das Prozedere. Dann setzen die Züchter ihre Tiere, auf Strecken zwischen 180 und 650 Kilometern. „Mann kann sich genau ausrechnen, wann die Tauben zurückkehren“, sagt er: Mit Wind „im Rücken“ legt die Taube 100 Kilometer in der Stunde zurück, bei Gegenwind schafft sie etwa 60 Kilometer. Doch um in die Wertung zu gelangen, muss die Taube auch noch unter das erste Drittel der heimkehrenden Tiere kommen. Hans-Jürgen Hoffmann zeigt beispielsweise ein Exemplar, das über 2 000 Kilometer geflogen ist. Die Taube war sechsmal erfolgreich, wurde allerdings achtmal gesetzt. „Zweimal ist sie leider zu spät eingetroffen“, bedauert er. Allerdings ist dies eine junge Taube, die noch nicht ganz so viele Kilometer fliegen sollte. Nicht immer aber kehren die Schützlinge zum Schlag zurück: „Ich habe einige gute Tauben verloren. Sie sind vermutlich in einen Hagelschauer geraten“, berichtet er von Verlusten, mit denen ein Züchter immer rechnen muss.

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