Mehr als 80 Besucher beim Informationsabend der Initiative „Runder Tisch Asyl“ in Elze

Die Hilfsbereitschaft koordinieren

Ansprechpartner für die Elzer: Veretreter der Stadtverwaltung, der Kirche, des Landkreises und des Vereins „Asyl e.V.“ stehen den Besuchern im Gemeindesaal Rede und Antwort. Fotos: Kuhlemann

ELZE Es war eine Szene mit Symbolcharakter, die sich am Montag beim Informationsabend der Institution „Runder Tisch in Elze“ abspielte: Der abgetrennte Gemeindesaal war so voll, dass Stühle nachgeholt und alle enger zusammenrücken mussten. Mehr als 80 Interessierte, darunter viele Vereinsvertreter, waren der Einladung der Stadtverwaltung gefolgt, um sich darüber zu informieren, wie man der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen nicht nur begegnen, sondern damit auch vernünftig umgehen kann. Im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass eine grundsätzliche Hilfsbereitschaft großflächig vorhanden ist, die jedoch kurzfristig koordiniert werden muss.

Wie ernst das Thema den Verantwortlichen in Elze und im Landkreis ist, zeigt die Zahl der Verantwortlichen, die am Informationsabend teilgenommen haben: Neben Bürgermeister Rolf Pfeiffer und dem für Flüchtlinge zuständigen Fachdienstleiter Andreas Fromme von der Elzer Stadtverwaltung sowie Diakoniebeauftragte Katharina Körbes und Sozialarbeiterin Anja Hoppe von der Diakonie waren Roger Toppel (zuständig für Flüchtlingssozialarbeit) und Integrationshelfer Mohamed Nouali vom Hildesheimer Verein „Asyl e.V.“ in Elze. Darüber hinaus stellten sich Sebastian Wolter und Yvonne Kolbe vom Landkreis Hildesheim sowie Teamleiter Holger Brauckmann vom Jobcenter Alfeld-Gronau als Ansprechpartner zur Verfügung. Unter den Elzern Vereinsvertretern waren beispielsweise Stadtbrandmeister Werner Kuhlmann, die Vorsitzenden Werner Jünemann (AWO), Swen Sander (SSV Elze), Ursel Marquordt (DRK Elze), Burkharde Lange (DRK Mehle) und Jörg Fasold (SV Wülfingen) sowie die evangelischen Pastorinnen Evelyn Schneider (Elze) und Susanne Richter (Gronau). „Wir in Elze befinden uns im Tal der Glückseligkeit, denn wir haben momentan nur 34 Flüchtlinge in unserer Gemeinde“, betonte Bürgermeister Rolf Pfeiffer bei der Begrüßung. Das liege wahrscheinlich auch daran, dass die Elzer bereits in elf Fällen als Drehscheibe für in Zügen angereiste Flüchtlinge gedient hätten, so das Stadtoberhaupt, das sich bei allen Ehrenamtlichen, auch bei den immens wichtigen Dolmetschern, für das außerordentliche Engagement bedankte. Rund 5 000 Flüchtlinge habe man von Elze aus in andere Bundesländer und Städte verteilt. Die Zahl der dem Landkreis Hildesheim zugewiesenen Flüchtlinge werde sich von 35 auf 90 pro Woche erhöhen, daher könne man davon ausgehen, dass auch die Zahl in Elze steigen werde, so Pfeiffer weiter. Dementsprechend müsse man sich gemeinsam vorbereiten. Daher appellierte der Bürgermeister an die Vereinsvorstände, auch künftig Hilfe anzubieten, um die Willkommenstruktur aufrecht zu erhalten. So sieht es auch Katharina Körbes, die jedoch einräumt: „Wir müssen Geduld haben, die Erwartungen können nicht immer schnell erfüllt werden, denn die Flüchtlinge müssen sich in einem neuen Kulturkreis zurechtfinden“. „Kommunikation ist wichtiger als nur die Sprache“, gab Sirun Böhm zu bedenken, dass die Flüchtlinge größtenteils mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen haben.

Die Hilfsbereitschaft ist da. So berichtete AWO-Chef Werner Jünemann, dass die Leiterin der Kindertagesstätte, Dagmar Kruska-Noack, ihre Bereitschaft signalisiert habe, Familien mit kleinen Kindern zu helfen. Swen Sander vom SSV Elze sieht die Sportvereine in der Pflicht, sich mit Angeboten einzubringen – eventuell auch vereinsübergreifend.

Bei den folgenden Diskussionen stellte sich heraus, dass Sprache und Kommunikation die Rezepte für eine erfolgreiche Integration seien. Daher sollte versucht werden, regelmäßige Treffen einzurichten. So sieht es auch Mohamed Nouali, der den Vorschlag machte, künftig Sprechstunden in Elze anzubieten. Helga Ehmke war ein wenig enttäuscht, denn sie scheiterte mit ihrem Vorschlag, noch am Montagabend Arbeitsgruppen zu bilden, die dazu dienen, den Flüchtlingen Angebote in Kunst, Sport oder Musik zu machen. Hierzu müssten laut Katharina Körbes erst einmal alle Angebote koordiniert werden.

Noch ein Info-Abend

„Integration findet in der Nachbarschaft statt und in den Herzen“, sagte Stephanie Klages, Fachbereichsleiterin der Stadt Gronau, im Hinblick darauf, dass man den Flüchtlingen offen begegnen möge. Zudem warb sie für die Gronauer Informationsveranstaltung am morgigen Donnerstag um 19 Uhr in der Realschule.

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