„Wieder“-Gründungsmitglied Hans-Joachim Heinemann blickt auf 75-jährige Vorstandstätigkeit bei den Schützen zurück

Gute Fee und tragende Säule des Vereins

Als Würdigung für 75 Jahre Vorstandsarbeit bei den Schützen überreicht SC-Vorsitzender Klaus Knoke (rechts) Hans-Joachim Heinemann die Urkunde und Nadel des Deutschen Schützenbundes.

ELZE Sie sind das Herzstück eines jeden Vereins: die treuen Ehrenamtlichen, die Verantwortung übernehmen und mit anpacken. Die Schützen in Elze wissen eine ganz besonders treue „gute Fee“ in ihren Reihen: Hans-Joachim Heinemann, von Bekannten und Freunden meist nur „Jochen“ genannt, ist mit seinen bald 90 Jahren nicht nur der älteste aktive Schütze, sondern seit mehr als sieben Jahrzehnten stets um das Wohl „seines“ SC Elze bemüht.

Im September 1951 war er einer von 18 Elzern, die den SC Elze wieder aus der Taufe hoben, nachdem der Schützenclub 1945 verboten worden war. „Ich wollte etwas zu tun haben, mich irgendwo einbringen und dabei sein“, erinnert sich heute das einzige verbliebene „Wieder“-Gründungsmitglied an seine Beweggründe.

Und „zu tun“ hatte er die folgenden Jahrzehnte reichlich. Im kommenden März kann Heinemann auf 75 Jahre Vorstandsarbeit zurückblicken – die entsprechende Urkunde und Nadel des Deutschen Schützenbundes dafür wurde ihm jüngst überreicht. Mehr als 40 Jahre lang war Heinemann als Schatzmeister für das finanzielle Wohl der Schützen verantwortlich ehe er diese Aufgabe 1995 in jüngere Hände gab. 21 Jahre kümmerte er sich zudem als Platz- und Kantinenwart um den Schießstand und die Außenanlage des Geländes. Darüber hinaus war Heinemann rund zwölf Jahre Sprecher der Alten Herren.

Selbst im Alter von 82 Jahren ließ es sich der rüstige Rentner im Jahr 2006 nicht nehmen, bei der Neuverlegung des Abwassersystems am Heim der Schützen tatkräftig mit anzupacken und im Kanalschacht zu verschwinden.

„Gerade bei Schützen gibt es häufig Mitglieder, die schon viele Jahre bei ihrem Verein dabei sind. Aber jemand, der eine so lange Zeit in dieser Intensität aktiv ist, das ist schon etwas ganz Besonderes“, würdigt Ralf Lorenz, heutiger Schatzmeister des SC, die Verdienste Heinemanns.

Vereinschronist

Zumal der erfahrene Senior als Gründungsmitglied auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und umfassendes Wissen in Sachen Vereinsgeschichte zurückgreifen kann. So weiß er beispielsweise von der langjährigen Suche der Schützen nach einer Heimat zu berichten. Nachdem zunächst in der Gaststätte Papendahl (heute Hotel Papenhof) „auf einer acht statt zehn Meter langen Bahn“ geschossen wurde, folgte 1953 ein Umzug in die Nähe des Bahnhofes. „Viele hatten in den 50er-Jahren noch kein Auto, so dass es zentral sein sollte“, wie Schünemann erläutert. In den frühen 1960er-Jahren zogen die Schützen schließlich an den heutigen Platz. „Wir hatten von der Waggonfabrik ein paar Barackenteile geschenkt bekommen, die allerdings nicht so recht passten – und auch ein Dach hatten wir davon noch nicht“, erinnert er sich schmunzelnd.

Ob beim Bau des Heims, bei Feierlichkeiten oder beim Energieverbrauch – als Schatzmeister hatte er stets im Blick, dass die Vereinsfinanzen im Lot bleiben. Bei den großen Feierlichkeiten zum 100. und 125. Geburtstag sorgte er darüber hinaus nicht nur dafür, dass der Verein nicht mit einem Minus aus den Festen geht, sondern als „Ein-Mann-Redaktion“ auch für seitenstarke Festzeitschriften.

„Als unerschöpflicher Quell von Anekdoten zeigt er noch heute den jüngeren Mitgliedern, wo der Hase lang läuft“, berichtet Lorenz von der tragenden Stütze des Vereins. Die Gemeinschaft und das Gesellige – „mal eine Bier zusammen zu trinken und einen Witz zu erzählen“ – das mache für ihn seinen „SC“ aus, sagt Heinemann, der im kommenden April seinen 90. Geburtstag feiert. Und selbstverständlich auch das Schießen. Bis vor wenigen Jahren war er noch aktiver Pistolenschütze. Heute greift er überwiegend zu Luft- und KK-Gewehr – beides aufgelegt. Bei Wettkämpfen ist er stets der älteste aktive Schütze. Und ans Aufhören mit dem Konzentrationssport denkt er noch lange nicht: „So lange das ruhige Händchen noch da ist“, ist er aus dem Schießstand der Elzer Schützen nicht wegzudenken.

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