Ein völlig neues Format: „Kompost, Kunst und Kletterrosen“ von „Fundus“ und Kleingartenverein

„Großes Fest in kleinen Gärten“

Carsten Fröming zeigt einen Garten, der zur Verfügung gestellt wurde, obwohl die Pächter nicht da sind.

ELZE Viele Klänge fliegen über das Gelände des Elzer Kleingartenvereins. Da liegen Dudelsackmelodien in der Luft, weiter hinten klampft jemand auf der Gitarre, da spielt ein Saxofon, andernorts eine Sitar. Da wird getrommelt, Bilder und Sinnsprüche hängen in den Bäumen oder stehen auf dem Rasen. „Gastliche Gärten – Kompost, Kunst und Kletterrosen“, so heißt das vom Kleingartenverein und vom Kunst- und Kulturverein „Fundus“ ins Leben gerufene Projekt, das einmal ganz anders ist.

„Feiern auf unserem Gelände finden normalerweise vorne am Vereinshaus statt, damit niemand durch die Gärten geht“, sagt Vereinschef Carsten Frömling. Diesmal sollte es genau andersherum sein: Die Besucher waren gerade eingeladen, mal hinter die Gartenzäune zu blicken. Und was sie hier fanden, war so vielfältig wie die Kolonie selbst. Da gab es Duftmemory, Keramik, Kunstwerke, selbst geerntete Früchte, Kartoffelpfanne und Kürbissuppe. „Gerade die alten Pächter haben sofort mitgemacht“, war Frömling begeistert. Selbst Gartenbesitzer, die im Urlaub sind, haben ihre Gärten zur Verfügung gestellt. Und die Künstler nahmen die Gelegenheit gerne wahr, auszustellen. Vera Neelen zum Beispiel, die sich in wenigen Tagen an den „Offenen Atielers“ beteiligt, war von „ihrem“ Garten fasziniert, da er so transparent war. Die Rasenfläche bot die Möglichkeit, die Bilder quasi in der Luft hängen zu lassen, die Sprossen einer Leiter dienten als passender Rahmen für ihre Werke. Ein paar Gärten weiter waren großformatig Sinnsprüche von Friedensreich Hundertwasser aufgemalt, der sich so seine Gedanken über den Zusammenhang von Kunst und Natur gemacht hatte. Für Sirun Böhm vom „Fundus“ standen durch die Aktionen vor allem die Synergieeffekte im Vordergrund, verschiedene Akteure zusammenzubringen, um etwas Neues zu entstehen lassen. So sah es auch Frömling. „Seine“ Mitglieder waren mit Feuer dabei, denn von den 86 Pächtern stellte nahezu die Hälfte Plätze zur Verfügung. So wurde die Veranstaltung quasi zu einer Umkehr von Herrenhausen, zum „großen Fest in kleinen Gärten“. Mit der Besucherzahl zeigten sich Frömling und Böhm zufrieden, auch, wenn die Anlage sehr weitläufig sei und „keine Massen“ durch die Wege strömten. Aber weitläufig heißt ja auch, dass es umso mehr zu entdecken gibt.

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