Elzer-Mehler Forstinteressentenschaft und Geschichtsverein schauen sich im Wald um

Grenzfahrt mit dem Gummiwagen

Klare Ansage: Hier erklärt Heinrich Schilde (Mitte) die Flurbereinigung mit Verlegung des Limbachs.

MEHLE / ELZE Zu einer Grenzfahrt durch den Elze-Mehler-Forst hatten die Forstinteressentenschaft und der Geschichtsverein eingeladen. In lockerer Auslegung der Holzordnung von 1739, in der es heißt: „Jedes Jahr, vier Wochen nach Lichtmeß, soll eine Grenzbegehung von Deputierten der Interessenten durchgeführt werden, wozu auch Vertreter der angrenzenden Staatsforsten geladen werden.“

So machten sich denn fast 50 „Deputierte“, die sich aus Waldbesitzern, Mitgliedern des Geschichtsvereins und anderen Neugierigen zusammensetzten, auf zwei Treckern mit vollbesetzten Anhängern vom Mehler Hof Warnecke aus auf den Weg, den Wald zu erkunden, historische Hintergründe zu erfahren und Grenzsteine aufzufinden. Im vergangenen Jahr hatte man die Grenze nach Osterwald hin befahren, jetzt erfolgte die Besichtigung entlang der Grenze zum Kloster Wülfinghausen. Die Route führte am Sportplatz vorbei an den Limbach, wo Landwirt Heinrich Schilde Erläuterungen zur Flurbereinigung Mehle gab und erklärte, wie der Limbach zur Vermeidung von Überflutungen durch einen tiefen Graben um das Dorf herumgeführt wird. Weiter ging es Richtung Wöhren bis zur Ecke des Feldrandweges. Hier informierte der neue Förster Alexander Nebhuth über Nutzholz, den Wegeausbau und die abgeschlossene Nutzholzwerbung. Dank der regelmäßigen Durchforstungsmaßnahmen ist die Nutzung heute besser und die Erträge höher, wie er sagte. Über die Waldhausstraße ging es weiter zum „Kreisstein“, der alten Markierung des ehemaligen Landkreises Springe. Hier stoßen die Waldgebiete der Forstinteressentenschaft und des Klosters Wülfinghausen zusammen. Reinhold Warnecke erzählte in einem historischen Rückblick, dass in früheren Jahrhunderten die Elzer und Mehler eine jährliche Holzabgabe an Wüflinghausen und die Poppenburg liefern mussten, um die es oft Ärger gab. Schließlich entledigten sich die Forstinteressenten dieser Pflicht, indem sie das Kloster Wülfinghausen mit der Übertragung einer Waldfläche entschädigten.

Weitere Haltepunkte waren an der „Katzenkuhle“, einem sehr steilen Forststück, das im Herbst/Winter 2014/15 durchforstet wurde. Wegen der problematischen Lage musste ein „Hangharwester“ eingesetzt werden, wie Förster Nebhuth und der Burghard Hoberg, Vorsitzender der Forstinteressentenschaft, an der Stelle deutlich machten. Dorothea Schünemann machte auf mehrere sehr alte und oft versteckt liegende Grenzsteine aufmerksam, die die einzelnen Teilungen kennzeichneten. Dabei erzählte sie über historische Begebenheiten, die deutlich machen, welche große Rolle der Wald im Leben der damaligen Dorfbewohner spielte. Von besonderer Bedeutung für die diesjährige Grenzfahrt waren die Steine mit dem Kürzel „CW“ für Wülfinghausen, denn sie markieren die Grenze zum Klosterforst. Schließlich ging es über den Hartungweg durch den Limberg an der neuen Ruhebank vorbei, die von der Dorfgemeinschaft Mehle gespendet worden ist, bis zum Drei-Ämter-Stein.

Neben diesem erinnert seit Kurzem ein Feldahorn, der Baum des Jahres, an den im Januar verstorbenen Friedrich Kleuker, der sich für die Interessentengemeinschaft als Fotograf, Naturfreund und Helfer verdient gemacht hat.

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