Musikensemble „Operamobile“ zieht eine durchweg positive Bilanz des Wittenburger Opern- und Operettensommers

„Gesamtkunstwerk“ erfreut Besucher

Das Seniorenensemble „La Musica“ bringt sich beim Wittenburger Opern- und Operettensommer immer mehr ein. Bei „Bella Italia“ treten die Senioren in Strandkleidung auf.

WITTENBURG Sieben Vorstellungen bildeten den fünften Wittenburger Opern- und Operettensommer in der Klosterkirche. Veranstalter der stets ausverkauften Veranstaltungen war das Musiktheater „Operamobile“ aus Hannover. „Es gab ein riesiges Feedback, sowohl in unserem Gästebuch als auch mittels persönlicher Schreiben“, freut sich Alexander Senger als künstlerischer Leiter über die durchweg positive Resonanz.

„Ein Eintrag beginnt mit den Worten: Was Sie geboten haben, ist ein Gesamtkunstwerk“, beschreibt Alexander Senger auch seinen eigenen Eindruck. Die Wittenburg biete eine besondere Atmosphäre, die auch während der Stücke zum Tragen kam. Erstmals nutzte „Operamobile“ auch den Klostergarten während einiger Stücke. „Alternativ hatten wir uns überlegt, wie die Szene auch drinnen umzusetzen ist, falls das Wetter nicht mitspielt“, so Senger. Und wie dieser wechselhafte Sommer es so wollte: Beide Konzepte kamen zum Tragen.

„Zwei Drittel unseres Publikums kamen aus dem lokalen Umfeld von Elze, Springe und Bad Pyrmont“, zeige dies in den Augen des Sängers, dass das Konzept des mobilen Theaters aufgehe: „Wir möchten auch Menschen ansprechen, die sonst nicht ins Theater finden würden.“ Denn die Einbindung der ländlichen Region in die Kulturszene ist ein wichtiges Merkmal dieses Musiktheaters. Ebenso selbstverständlich zu den Gästen dazu, gehören Menschen mit Handicap. „In Hildesheim oder Hannover gibt es nur wenige, für einen Rollstuhl zugängliche Plätze – mit eingeschränkter Sicht. Bei uns sind auch Menschen mit Einschränkungen mitten dabei“, betont Senger.

Bei einem offenen Casting zu einer Wilhelm-Busch-Lesung fanden sich spontan zahlreiche Vorleser ein. Auch die Grundschulen aus Mehle und Elze brachten sich in das Programm ein, intonierten Lieder und das zoologische Alphabet. „Schade finde ich, dass von der Astrid-Lindgren-Schule keine Pädagogen gekommen sind, um ihre Schüler bei ihrem Auftritt zu begleiten“, ist Alexander Senger hierüber etwas verstimmt. Die jeweiligen Eltern hätten sich dann gekümmert.

Das Seniorenensemble „La Musica“ brachte sich ebenfalls verstärkt in den Opern- und Operettensommer ein. „Das Ensemble wird immer professioneller, so dass wir auch schwierigere Dinge als zu Beginn einüben konnten“, zeigt sich Bettina Delius begeistert. Die künstlerische Leiterin von „Operamobile“ ist „ganz glücklich“ über die künstlerische Inszenierung. „Es hat alles reibungslos funktioniert und war eine harmonische Zusammenarbeit“, betont Delius. Damit „La Musica“ auch im Winterhalbjahr im Training bleibe, werde es auch bei einem weiteren Projekt einbezogen.

„Wittenburg ist und bleibt etwas Besonderes, da der ganze Ort in ein Musiktheater verwandelt wird“, empfindet Bettina Delius die Klosterkirche als immer „neue und sehr schöne Herausforderung“.

Diese habe sich auch bei der Abendvorstellung bewährt. „Die italienische Serenade war überwältigend“, beschreibt Senger seinen Eindruck: „Draußen tobte ein Unwetter und in der Klosterkirche herrschte ein Gefühl von Urlaub und Italien.“ Deshalb werde es auch im kommenden Jahr wieder eine Serenade geben. „Wir haben Besucher, die jedes Stück angucken und Gruppen, die jedes Jahr dabei sind“, freut sich Alexander Senger, dass so ein Netzwerk entsteht.

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