Wirtschaftsgeschichte in Folianten des Elzer Kult-Kaufmanns Helmer

„Geh’ nach Helmer, der hat alles“

Elze – Im Zeitalter von Buchungssoftware und Betriebssoftware muten diese dicken Folianten wie Fossilien aus einer anderen Zeit an. Sozusagen aus der Zeit vor SAP und Apple/Windows. Das Handelsgesetzbuch verpflichtet schon seit langer Zeit den Kaufmann zur ordnungsgemäßen Buchführung. Der heute noch aktuelle Paragraph 239 des Handelsgesetzbuches „Führung von Handelsbüchern“ legt fest, dass der Kaufmann die Eintragungen in Büchern vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen hat. Und das hatten sich auch die Eheleute Adolf (1924 bis 2019) und Margarete Helmer (1923 bis 2019) vorgenommen. Beide haben ihr Ladengeschäft an der Elzer Hauptstraße von 1964 bis 2001 in der vierten Generation betrieben. 

Akribisch, wie es das Handelsgesetzbuch verlangte, haben mehrere Generationen von Helmer hineingeschrieben, wann, was und von wem gekauft wurde.

Es war ein kleiner Laden, wenn der Elzer hineinging, sah er fast immer auf der rechten Seite Margarete Helmer in ihrem Reich, dem Lebensmittelhandel. Zur linken wuselte Adolf Helmer herum. „60 Millimeter Schlossschrauben verzinkt?“ fragte er, kein Problem und verschwand in den „Backstagebereich“, denn hinter dem sichtbaren Laden begann das Reich von hunderten von Regalmetern, wie Werner Beermann vom Elzer Heimat- und Geschichtsverein berichtet. 

Rubriklistenbild: © Werner Beermann

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