Joachim Piecha stellt mehr als 120 Grubenlampen im Elzer Heimatmuseum aus

Frösche und andere Lampen

Originell: Die Nachttischlampe in Form einer Grubenlampe mit einem Kohlestück hat der Sammler zum Geburtstag bekommen.

ELZE Was hat ein Frosch mit dem Bergbau zu tun? Der Frosch ist eine Grubenlampe mit offener Flamme. Diese und viele andere Fragen werden bei der neuen Ausstellung im Elzer Museum beantwortet, wo ab kommenden Sonntag, 8. November, mehr als 120 Grubenlampen zu sehen sind.

„Bei Fröschen und anderem Geleucht wie Karbidlampen und Schellen bestand die Gefahr einer Schlagwetterexplosion, daher wurden im Kohlebergbau später Benzin- und Ölsicherheitslampen sowie elektrisches Geleucht eingeführt“, sagt Joachim Piecha aus Elze, der die Exponate für einige Wochen zur Verfügung stellt. Der 83-Jährige kennt sich aus, denn als junger Mann hat er in seinem Heimatort Zabrze, dem jetzigen Hindenburg, mehr als zehn Jahre lang in der „Concordia“-Grube gearbeitet. Hindenburg war bis 1945 eine Industriestadt mit zehn Kohlegruben, fünf Kokereien, einer Brikettfabrik und anderen Industrieanlagen. Währen der Arbeit im Kohlebergbau unter Tage hat Piecha die schwere und gefährliche Arbeit des Bergmanns kennengelernt, aber auch immer wieder Bekanntschaft mit Grubenlampen und Bergbauzubehör gemacht. Die Dinge haben ihn derart fasziniert, dass der gelernte Schlosser damit begann, beispielsweise Lampen zu sammeln. Seine ersten drei Grubenlampen hat Piecha von seinem Freund in Zabrze geschenkt bekommen, danach fing er zu sammeln an.

Im Ruhrgebiet, auf Flohmärkten in Hannover, Goslar und anderen Städten hat Piecha, der von seiner Frau Adelheid begleitet wurde, viele Sammlerstücke gefunden. Auch in den Bergbauregionen Deutschlands (Harz, Erzgebirge) und Polens Über- und Untertageanlagen (Goldmine in Reichenstein, Salzbergwerk Wielczka bei Krakau) wurde das Paar fündig. Zu Spitzenzeiten hatte Piecha 160 Stück, nachdem er einige verkauft hat, sind es noch knapp 120, die von Sonntag an bis Anfang Dezember im Heimatmuseum zu sehen sein werden. Die älteste Lampe ist eine Spirituslampe mit eingebauter Füllstand-Skala aus dem Jahr 1885, entworfen vom Bergbaufachmann Franz Pieler.

Neben den Lampen von Piecha wird es in der Ausstellung, die um 15 Uhr beginnt, auch Aufsteller mit Fotos und Landkarten von Gruben aus der Region geben, wie zum Beispiel vom Hüttenstollen in Osterwald und dem Schacht in Giesen.

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