Ausbaupläne: Anlieger wenden sich an CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Krumfuß

„Friss oder stirb“ an der Schmiedetorstraße

Zu wenige Parkplätze, Angst vor einer Rennstrecke und ungleiche Anliegerbeiträge: Mehr als ein Dutzend Anlieger der Schmiedetorstraße berichten dem CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Krumfuß ihre Sorgen, Ängste und Nöte bezüglich des geplanten Straßenausbaus. Fotos: Appel

Elze „Wir sind enttäuscht von der Stadtverwaltung und dem Rat, dass einfach über die Köpfe der Anlieger hinweg entschieden wurde, wie ausgebaut werden soll“, bringt es ein Elzer auf den Punkt, weshalb die „Schmiedetorstraßler“ versuchen, Verstärkung ins Boot zu holen. Die Verstärkung kommt aus Duingen, sitzt für die CDU im Landtag und heißt Klaus Krumfuß.

„Wir sind hier in einem Bereich der kommunalen Selbstverwaltung“, gab der Landtagsabgeordnete den Anliegern zu verstehen, dass an der Schmiedetorstraße allein die Stadt Elze das Sagen hat. „Aber es gibt die Möglichkeit, mit der Stadt zu sprechen. Und das möchte ich tun.“

Was die Stadt in Person von Bürgermeister Rolf Pfeiffer von Krumfuß hören wird, dürfte kaum Neues beinhalten. Bereits im Bauausschuss sowie in der Ratssitzung hatten die Anlieger auf ihre Bedenken hingewiesen und zudem eine Unterschriftenliste mit 330 Autogrammen übergeben, mit der Bitte, die Ausbaupläne etwa hinsichtlich der befürchteten Parkplatznot zu überdenken.

Rund 30 Minuten Zeit hatte jetzt der CDU-Landtagsabgeordnete, um aus erster Hand die Sorgen, Ängste und Nöte der Anlieger der Schmiedetorstraße bezüglich des geplanten Ausbaus zu erfahren. Die Anlieger nutzten diese halben Stunden, um facettenreich insbesondere die Probleme, die ein Ausbau mit zwei Radfahrwegen mit sich brächte, zu erörtern: Von der drastischen Reduzierung an Parkplätzen über die Probleme des Anlieferns durch ein Halteverbot bis hin zu der Sorge, dass sich Radfahrer und Schwerlastverkehr auf der Fahrbahn in die Quere kommen könnten. „Bei lediglich zehn bis 20 Radfahrern am Tag sind die zwei Radwege doch gar nicht notwendig“, erläuterten die Anlieger, dass aus ihrer Sicht eine platzsparende Rad-Gehweg-Kombination ausreichend sowie weniger problematisch sei. „Häuser, die teils vor 250 Jahren gebaut worden sind, bieten keine Zufahrten oder andere Möglichkeiten, um Autos abzustellen. Wir sind auf öffentliche Parkplätze angewiesen“, verdeutlichte ein Anlieger.

Anhand unterschiedlicher Beispiele schilderten die Anlieger ihre Angst vor einer „Rennstrecke“ vor ihren Haustüren und machten keinen Hehl daraus, dass die mögliche Kostenbeteiligung der Anlieger im zweiten Bauabschnitt, die „bei manchen an die Existenz“ gehen könne, als große Ungerechtigkeit empfunden werde.

Einhergehend mit der alten Bausubstanz zeigten sich Anlieger zudem besorgt darüber, dass ihre Eigenheime im Zuge der Sanierung oder durch die an die Häuser reichenden Rabatten Schäden davontragen könnten. „Es hieß nur: ,Dann wird es Zeit, dass Ihr eure Fundamente erneuert’“, klagte ein Anlieger, dass auch von Seiten des Ingenieurs über die Sorgen „einfach hinweggegangen“ werde.

„Wir sind außen vor“

Generell wurde beim Gespräch mit Krumfuß überdeutlich, dass an der Schmiedetorstraße das Gefühl vorherrscht, dass die Anwohner „außen vor“ seien. Aussagen wie „Wir sind negativ überrascht, dass man uns Bürger nicht mit ins Boot holt“, „Wir haben gar nicht die Möglichkeit eines Vetos“ oder „Das wird alles nach dem Prinzip ,Friss oder stirb’ gehandhabt“, sind auch beim Vororttermin des Landtagsabgeordneten nicht zu überhören.

So zeigte der Ortstermin von Klaus Krumfuß neben detailliert geschilderten Sorgen bezüglich des Straßenausbaus vor allem die große Enttäuschung der Anlieger, sowohl von Verwaltung als auch von den Bürgervertretern links liegen gelassen worden zu sein. „Wir haben Alternativen, Kompromisse und Entgegenkommen vermisst. Die Angebote, etwa die Suche nach Ausweichparkplätzen auf privaten Flächen, sind fadenscheinig“, verdeutlichte ein Anlieger seinen Unmut.

So hoffen die „Schmiedetorstraßler“ auf Hilfe von außen. Inwieweit Klaus Krumfuß die erwünschte Verstärkung sein wird, bleibt abzuwarten. Der Christdemokrat versprach: „Ich nehme Kontakt mit der Stadt auf und werde das Gespräch suchen, warum man auf Ihre Dinge nicht eingehen wollte oder konnte. Dann schauen wir, ob es nicht vielleicht doch noch Möglichkeiten gibt, Dinge zu ändern.“

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