„Es ist gewaltig“: Künstler zeigen sich begeistert von Wittenburger Klosterkirche

Feines Holz trifft auf alte Steine

Hingucker im Gotteshaus: Die Holzskultpuren von Ditmar Wrede und Bilder von Birgit Hagen laden die Besucher der Wittenburger Klosterkirche zum Gedankenaustausch ein. Fotos: Appel

WITTENBURG Besucher der Wittenburger Klosterkirche wissen um den imposanten Eindruck und Charme des großen Gotteshauses. Das Alter des Gebäudes ist fast jedem Zentimeter der dicken Mauern abzulesen, die Schlichtheit und Höhe des Raumes beeindruckt den Besucher schon beim Betreten des Gotteshauses durch die vergleichsweise kleine Eingangspforte. „Es ist ein Geschenk, wenn man hier etwas präsentieren kann“, zeigt sich auch Ditmar Wrede immer wieder aufs Neue begeistert.

Zusammen mit den Bildern von Birgit Hagen sind die Skulpturen des Bildhauers aus Delligsen seit wenigen Tagen wieder in der Klosterkirche zu sehen. „Das Holz der Skulpturen und der Stein des Gebäudes – das passt einfach zusammen“, sieht Wrede seine Holzplastiken in der Kirche perfekt aufgehoben. „Die weichen Strukturen der Holzskulpturen bilden in dem schlichten und hohen Raum einen wunderbaren weichen Kontrast“, sagt er.

Einen Kontrast zu den steinernen Wänden bilden auch die Bilder von Birgit Hagen mit ihren teils warmen Farbtönen und den teils durch den kräftigeren Einsatzes der Acrylfarbe entstandenen abstrahierten Motiven.

Auch Birgit Hagen zeigt sich fasziniert und begeistert vom Ausstellungsraum. „Es ist gewaltig. Ich fühle mich hier wohl und heimisch“, schwärmt die 66-Jährige. Heimisch vielleicht aus deshalb, weil sie im nahen Wülfingen geboren wurde und dort auch einen Großteil ihres Lebens verbracht hatte, ehe es sie vor vielen Jahren nach Lübbrechtsen zog.

Heimisch aber auch deshalb, weil die Klosterkirche für die beiden Künstler in diesem Jahr eine regelmäßige Anlaufstation ist. Denn für Besucher ist sonntags die Chance groß ist, die beiden Künstler vor Ort anzutreffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Ich genieße die Begegnungen und schönen Gespräche“, betont Birgit Haden.

So erfahren Besucher beispielsweise, wie bei Ditmar Wrede aus Restbäumen und Holzeichenbalken die Skulpturen entstehen, die in der Kirche zum Sinnieren und Deuten einladen. „Die Sache liegt im Holz. Man muss nur das Überflüssige wegmachen“, erläutert der Bildhauer – und verschweigt sein handwerkliches Können und künstlerisches Auge. Nichtsdestotrotz: Beim Anblick eines Holzkreuzes, das angesichts der faszinierenden Maserung zu einer Vielzahl von Deutungen hinreissen lässt, lässt sich die Aussage nachvollziehen. Mal arbeitet Wrede aus dem Holz Motive wie eine Menschen- oder Engelsgestalt heraus, mal zieht das Material den Betrachter allein aufgrund der eleganten Bearbeitung, des filligranen Schwungs und der geheimnisvollen Maserung so sehr in den Bann, dass der Wunsch aufkommt, das fein geschliffene Holz zu berühren. Wiue gut, dass bei dieser Ausstellung das Berühren sogar möglich ist.

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