Mehler Bürger fordern: Planung sollte nach Mensch- und Umweltverträglichkeit geschehen

Fackeln deuten Stromtrasse an

„Die Trassenführung ist eine Entscheidung für Generationen, wir wollen Zeichen setzen“. Jörg Weinbach ist mit seiner Familie und dem jüngsten Sohn Jonas vor Ort. Die Familie lebt seit zehn Jahren in Mehle. Foto: Kolbe

MEHLE Gut 100 Mehler Bürgerinnen und Bürger trafen am frühen Sonntagabend zusammen, um mit einem Fackelzug die geplante Stromtrasse „SuedLink“ deutlich zu machen. Der Termin zum Fackelzug wurde vor einigen Wochen von Ortsvorsteher Wolfgang Thiesemann, Diane Thiesemann und Nicole Braunert festgelegt.

Kürzlich erfolgte jedoch eine Meldung der Bundesnetzagentur, dass an der sachgemäßen Überprüfung der möglichen Trassen gravierende Zweifel bestehen. Wolfgang Thiesemann erklärt dazu: „Wir alle wollen die Energiewende. Aber es gibt einige Punkte, die aus unserer Sicht noch nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Energie sollte dort erzeugt werden, wo sie auch benötigt wird. Glaubt man den zurzeit vorliegenden Informationen, dann möchte Herr Seehofer unseren Strom auch nicht.“ Laut den aktuellen Berichten hat die Bundesnetzagentur jetzt den Betreiber TenneT angewiesen, die Planungen besser zu begründen. Dazu sagt Thiesemann: „Ich sag es mal mit meinen Worten – Tennet hat seine Schulaufgaben nicht gemacht. Es ist, wie bereits erwähnt, verwunderlich, dass diese Trasse mit einem Mal als die geeignetste Alternative auftaucht. Das gibt mir schon zu denken. Wenn die Leitung dann an Mehle vorbei muss, wieso nutzt man dann nicht die 380 KV-Leitung nach Grohnde? Die ist dann nach der Abschaltung des Atomkraftwerkes doch überflüssig?“ Thiesemann und viele Mehler meinen, dass TenneT die Prämissen für die Trassenplanung nicht nach Mensch- und Umweltverträglichkeit plant, sondern eher danach, woher der geringste Widerstand kommt.

Deshalb wurde der Fackelzug wie geplant durchgezogen. Die Mehler wollen verhindern, dass die Trasse genau durch ihr Naherholungsgebiet verläuft und auch den freien Blick auf den Wald zerstört. Thiesemann freut sich über die Beteiligung aus der Mehler Bevölkerung.

Die Fackeln machen es deutlich: Der Blick auf den Wald wäre durch die Strommasten massiv gestört. Zudem ist die Feldmark Nacherholungsgebiet für die Mehler Bevölkerung. Auch wenn die Planungen durch Zweifel an der sachgemäßen Überprüfung der Trassenführung von der Bundesnetzagentur nun wieder auf „Null“ gestellt sind, wollen die Mehler ihren Unmut deutlich machen.

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