Informationsveranstaltung zu Windkraftanlagen in Esbeck / Friedhelm Bockholt hofft auf Schulterschluss mit Nachbarorten

Energiewende nur ein großer Irrtum?

Mehr als 50 interessierte Einwohner finden sich zur Infoveranstaltung in der Landgaststätte Hennies in Esbeck ein, um etwas über Windkraftanlagen zu erfahren. Fotos: Göke

ESBECK „Die Vorgaben des Landkreises Hildesheim sind einfach nicht mehr zeitgemäß!“: Diese Aussage begründet Friedhelm Bockholt, Sprecher des Esbecker Bürgerinitiative gegen einen neuen Windpark, mit der fast 20 Jahre alten Regelung, dass Windkraftanlagen mindestens 750 Meter von Wohnsiedlungen entfernt sein müssen. „Damals waren die Windräder aber nur 75 Meter hoch. Heute sind sie 150 Meter und höher. Demnach müsste der Abstand auch mindestens 1500 Meter betragen“, begründete Bockholt.

Mehr als 50 Bewohner der Region waren zur Infoveranstaltung der Bürgerinitiative im Gasthaus Hennies in Esbeck erschienen. Die Esbecker müssen in unmittelbarer Nachbarschaft schon unter dem Einfluss der fünf Windräder in der Hamelner Landkreisnachbarschaft leiden. Bei 80 Prozent Wind aus Richtung Westen beziehungsweise Süd-Westen werden die Geräusche direkt in den Ort getragen.

„Bei Westwind hören die Bewohner am Ortsrand fast unsere eigene Feuersirene nicht. Die aus den bis zu drei Kilometer entfernten Orten Benstorf oder Oldendorf sind aber oft klar zu hören. Da kann jeder verstehen, welcher Lärm von den Windkraftanlagen ausgeht. Die Elzer wollen zu einem möglichen Windkraftanlagenpark entlang der Bundesstraße 3 auch mindestens 1 800 Meter Abstand. Dasselbe Recht fordern wir auch für uns. Schließlich sind wir eine Einheitsgemeinde, wie sonst auch bei jeder Gelegenheit betont wird“, fordert Bockholt.

Eine generelle Energiewende mit Hilfe von Windkraftanlagen stellte der anwesende Gastreferent Dr. Detlef Ahlborn von einer benachbarten Bürgerinitiative aus Nordhessen in Frage. Er begründete seine These damit, dass die Windenergie einfach zu unzuverlässig sei. Die Abschaltung der Kernkraft erzwinge seiner Ansicht nach den Ausbau fossiler Kraftwerke, da diese im Vergleich zur Windenergie einen gesicherten Energieverbrauch ermöglichten. Wind- und Solarenergie könne nach derzeitigem Stand noch nicht einmal den Bedarf des Landes Baden-Württemberg decken. Zeitweise würden die Anlagen sogar stillstehen.

Derzeit gibt es rund 2 3000 Windräder in Deutschland, die noch unter acht Prozent des benötigten Stroms in Deutschland erzeugen. Für eine von der Politik beabsichtige Energiewende würde man nach der Rechnung von Ahlborn für die Leistung von 20 000 MW Kraftwerken 80 000 Windräder benötigen. Das würde bei der Größe von Deutschland alle sieben Kilometer einen Windpark mit je zehn Windrädern bedeuten. „Dies ist völlig unrealistisch, wenn man bedenkt, dass man für die Leistungsspitzen im Winter von 80 000 MW sogar noch mehr Windparks benötigen würde“, so Ahlborn.

Besonders bedenklich findet Ahlborn vor allem die Kapitalvernichtung bei der Windenergie. Der Betreiber eines kleinen mittelständischen Unternehmens rechnete vor, dass jetzt schon pro Jahr die Energieversorger 21,8 Milliarden Euro aufbringen würden, um den Strom der Windenergieproduktion aufzukaufen. Weiterverkauft werden könne der Strom aber nur für etwa zwei Milliarden Euro. So würden jedes Jahr fast 20 Milliarden Euro vernichtet, die von den Stromkunden in Deutschland wieder als Umlage bezahlt werden.

Investoren pleite

Auch die zunehmenden Pleiten der Investoren von Windparks sieht er kritisch. Anhand von Presseartikeln aus den letzten Monaten wies er auf zahlreiche Insolvenzen hin, womit viele Bürger ordentlich Geld verloren haben oder verlieren werden. Entsprechend seinen Ausführungen sieht Ahlborn daher auch die geplante Stromtrasse „Suedlink“ kritisch, da die Trasse nach seiner Ansicht bei den Produktionsschwankungen in der Windenergie nur selten ausgelastet sein wird.

Hinsichtlich der Trassenführung entlang von Wülfingen, Sehlde und schließlich auch Esbeck sieht Friedhelm Bockholt auch den Schulterschluss mit den Einwohnern aus den Nachbarorten für notwendig. Die nächste Infoveranstaltung der Esbecker Bürgerinitiative ist in fünf bis sechs Wochen geplant. gök

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