Das neue Jahr wird für das THW spannend

ELZE  „Es war ein normales bis ruhiges Jahr“, sagt Holger Hümpel. Der Ortsbeauftragte und Chef des Technischen Hilfswerks (THW) in Elze ist mit dem Verlauf des Jahres zufrieden. In der zweiten Jahreshälfte habe insbesondere die Integration der Flüchtlinge im Fokus gestanden, die man weiterhin beherzt verfolgen wolle. Für 2017 stehen aber auch einige andere Dinge und Entscheidungen an.

Während die THWler zu Beginn der Flüchtlingssituation im Vorjahr viel mit der Ankunft und der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften zu tun hatten, haben sich die Aufgaben in diesem Jahr dahingehend verschoben, dass die Integration der Asylsuchenden im Fokus stand – und einen Schwerpunkt beim Ortsverband Elze bildete, resümiert Chef Hümpel. So machen 24 Flüchtlinge aus Elze seit Mai die Grundschein-Ausbildung beim Technischen Hilfswerk – und stehen kurz vor dem Abschluss. „Wir planen, sie im Mai zur Prüfung zu bringen“, informiert Hümpel, der die Flüchtlinge nur loben kann: „Sie sind durch die Bank weg sehr engagiert und zeigen uns, dass sie sich integrieren wollen“, fasst er zusammen. Wie berichtet, hatte der THW-Ortsverband vor wenigen Tagen sogar Besuch von oberster Stelle. Präsident Albrecht Broemme hatte höchstpersönlich vorbeigeschaut, um sich ein Bild von der Flüchtlingsarbeit vor Ort zu machen. Die Elzer setzen sich für ihre Schützlinge auch ein, wenn es darum geht, ein gutes Wort einzulegen, damit sie auch möglichst in Elze bleiben dürfen. Aktuell versucht man einen der Flüchtlinge zu unterstützen, der einen Ablehnungsbescheid erhalten hat. Hier erhoffe man sich noch eine Wende. Auch sonst ist der Elzer Ortsverband gut aufgestellt. Auch mit dem Nachwuchs hat man keine Sorgen, da man eine starke Jugendgruppe hat. Knapp 30 Mitglieder im Alter von zehn bis 18 Jahren gehören ihr an. Die aktive Gruppe kommt auf knapp 50 Mitglieder, plus die Flüchtlinge, die nach erfolgreich abgelegter Prüfung dann auch richtig und offiziell „mitmischen“ dürfen. Mit Blick auf 2017 tut sich an verschiedenen Stellen etwas: So vergrößert sich der an der Albert-Einstein-Straße ansässige Ortsverband um 1 200 Quadratmeter an Grundfläche. „Dafür haben wir jahrelang gekämpft, der Mietvertrag muss nur noch unterzeichnet werden“, erläutert Hümpel. Danach ruft die Arbeit: Die zusätzlichen Quadratmeter müssen dann befestigt und eingezäunt werden. Ein weiterer Wunsch wäre, noch eine überdachte Fläche zu erhalten, ergänzt Hümpel. Weiterhin bekommt der Ortsverband einen neuen Lkw, um die Großzelte künftig noch besser transportieren zu können. „In den nächsten fünf Jahren sollen auch unsere Räumgruppenfahrzeuge erneuert werden“, berichtet Hümpel. Dann gibt es vermutlich einen neuen Bagger sowie einen neuen Kipper. In Verhandlungen sei man, ob Elze möglicherweise die Fachgruppe Infrastruktur erhält, berichtet Hümpel – die zusätzlich zur bestehenden Räumgruppe noch einmal das Aufgabengebiet und Spektrum der Saalestädter erweitern würde. Als der Ortsverband früher noch Stützpunkt war, habe es bereits eine ähnliche Gruppe gegeben, die sich Abwasser-Öl-Gruppe nannte. Wenn man schließlich die Fachgruppe Infrastruktur in Elze ansiedeln könnte, hätte man quasi das gesamte Handwerkszeug vor Ort. Sprich: Die Elzer könnten nicht nur Zelte aufbauen, sondern sie auch selbst in Sachen Infrastruktur versorgen und somit bewohnbar machen. Dann nämlich wären sie in der Lage, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen selbst zu legen und könnten auch für Strom sorgen. „Das würde aber nach sich ziehen, dass wir noch neue Fahrzeuge bräuchten“, ergänzt Hümpel in dem Zusammenhang. Zurzeit sei die Fachgruppe noch in Schöningen, doch die THWler würden beabsichtigen, diese abzugeben und stattdessen eine andere Fachgruppe zu bilden. Im jetzigen Zeitalter gehe das THW davon aus, dass alles, was mit Infrastruktur zu tun hat, künftig einen höheren Stellenwert erhalte – angesichts der steigenden Terrorgefahr. Kein Geheimnis macht der Ortsbeauftragte daraus, dass sich das THW immer mehr auf die steigende Terrorgefahr einstellt und sich ausstattungs- und ausbildungsmäßig entsprechend rüstet. In dem erstellten Maßnahmenkatalog, der vorsieht, wie die Bundesregierung im Falle eines Falles reagiert, sei das THW der „technische Arm“ des Innenministeriums, dem die technische Unterstützung obliegt.

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