Kennzahlen zur Situation in der Innenstadt sollen Einzelhändlern helfen / VHHG ruft zu mehr Geschlossenheit auf

In Elze geht es leider bergauf

Diplomingenieur Phillip Klausmann von der CIMA präsentiert den MItgliedern des VHHG Elze Kennzahlen zur Situation in der Innenstadt. Fotos: Vogelbein

ELZE Die Analyse der Topografie belegt es eindeutig: In Elze geht es bergauf – leider. Die Tatsache, dass die Hauptstraße, Kern der Innenstadt, einen steilen Anstieg aufweist, sei einer von vielen Gründen, warum es in den Elzer Geschäften nicht so richtig „brummt“. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie zur Situation der Einzelhändler in Elze wurde nun den Mitgliedern des Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe (VHHG) vorgestellt. Das Ergebnis: Nicht viel Neues.

„Wir sind nun mal eine Straßen-Stadt und haben daher keinen zentralen Mittelplatz“, betonte auch Bürgermeister Rolf Pfeiffer. Die Leerstände seien ein Problem, es fehle ein Kundenmagnet in der Innenstadt und dieser müsste wiederum deutlich an Verkaufsfläche zulegen. Erkenntnisse, die den Elzer Unternehmern sicherlich auch vor der Vorstellung der CIMA-Zahlen nicht unbekannt waren. „Wie sehen uns in vielen unserer Punkte bestätigt und es ist auch einmal wichtig, dass diese von einer unabhängigen und unparteiischen Stelle vorgetragen werden“, wertet Holger Hümpel, Vorsitzender des VHHG Elze, die Präsentation. Deutlich interessanter und verantwortlich für gebannte Blicke waren schon eher die Ergebnisse einer durchgeführten Umfrage bei etwa 400 Elzern und Menschen aus dem direkten Umland. „Dort haben wir festgestellt, dass in Elze vor allem Lebensmittel eingekauft werden“, erklärt Phillip Klausmann. Der Diplomingenieur im Bereich Städteplanung der CIMA überraschte mit detaillierten Zahlen zum Kaufverhalten und den Erwartungen der Bürger an die Elzer Einkaufslandschaft. So seien vor allem die zahlreichen großen Lebensmittelgeschäfte ein Grund für viele, den „Einkauf von periodischen Bedarfsgütern“ in der Saalestadt zu erledigen. Ein Großteil der Befragten vermisse jedoch die Möglichkeit, auch Drogerieartikel zu erwerben und würde dadurch nach Nordstemmen ausweichen. Daraus ergebe sich zudem ein weiteres Problem, wie Klausmann erläutert: „Die Lebensmitteldiscounter sind alle außerhalb der Innenstadt positioniert.“ Dieser fehle somit ein sogenannter Magnet, der Kunden auch in die vielen kleinen Geschäfte an der Hauptstraße trage. Der Edeka-Markt am Ortseingang hätte da nur einen sehr geringen Einfluss, so der Diplomingenieur. Zudem sei die hohe Anzahl an ungleichmäßig verteilten Leerständen ein Problem, betont Klausmann. Potenzial sieht er jedoch bei Grundstücken im Bereich der Kreuzung Bahnhofstraße. Als Empfehlung gab er aus, dass es nur vorwärts gehe, wenn die Unternehmen in der Innenstandt gemeinsam an einem Strang ziehen: „Bisher zieht zwar jeder an einem Strang, aber nicht alle am selben“, erklärt Hümpel die aktuelle Situation. Von den Unternehmen an der Hauptstraße waren jedoch weniger als die Hälfte bei der Versammlung, was auch Hümpel in seiner Aussage bestätige. „Der VHHG ist der richtige Weg, aber wir müssen zusammenarbeiten“, nimmt der Vorsitzende als wichtigste Botschaft von der Veranstaltung mit. Zudem werde überlegt, ob man in Zukunft weiter mit der CIMA zusammenarbeiten wolle, um so mit Hilfe der Fachleute die Situation in Elze zu verbessern. Bis dahin wolle man sich ein Beispiel an den Gronauern nehmen: Dort sei man wegen des Zusammenhalts erfolgreich. Auch Bürgermeister Pfeiffer forderte die Unternehmer in Elze zu mehr Geschlossenheit auf: „Jeder muss sich an die eigene Nase fassen“, so Pfeiffer. Dank der CIMA seien nun aber Fakten auf dem Tisch.

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