Umfrage Netzwerk Zukunft: „Wie wollen wir in Elze wohnen und leben?“ / Boxen stehen ab sofort bereit

Der Einsatz der Bürger ist jetzt gefragt

Bürgermeister Rolf Pfeiffer, Detlef Beck, Schulleiter der Krüger-Adorno-Schule, und Architektin Petra Willke-Fischer hoffen auf gute Umfrageergebnisse.

ELZE Die Fragebögen sind fertig – nun sind die Elzer dran: verteilen, anonym ausfüllen, Ideen aufschreiben, in die bereitgestellten blauen Boxen werfen. Das klingt nicht nur einfach, es ist auch einfach. Die Bögen werden anschließend ausgewertet und die Ergebnisse im August bei einer großen Veranstaltung vorgestellt.

Die Elzer müssen Einsatz zeigen. Schritt für Schritt können sie nämlich ihre eigenen Konzepte entwickeln, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen im Alter in Elze ermöglichen sollen.

Nachdem die von der Stadt Elze mit Hilfe der Architektin Petra Willke-Fischer vorbereiteten Fragenbögen nun vorliegen, geht die Aktion „Netzwerk Zukunft“ (die LDZ berichtete) in die nächste Runde: sie müssen an die Bürger verteilt werden. Dazu hatte die Stadt Vertreter von Vereinen und Verbänden, öffentlichen Einrichtungen, Kirchen und Geschäftsleute zu einer Informationsveranstaltung ein-geladen, da diese als Funktionsträger die Möglichkeit haben, die Bögen unter die Leute zu bringen und die Elzer zu animieren, diese auch tatsächlich auszufüllen. Denn nur so kann die Aktion ihr Ziel erreichen, das „die Verbesserung der Zukunft des Wohnens und des Lebens in Elze für alle Genetrationen bedarfs- und nachfragegerecht“ ist.

Der demographische Wandel geht auch an der Stadt Elze nicht vorbei, die Auswirkungen spüren die Älteren unmittelbar, wenn sie hilfebedürftig werden. Wenn dann keine Familienangehörigen in der Nähe sind, um sie zu unterstützen und die Wohnung nicht barrierefrei ist, ist die Not oft groß. Dabei wäre mit kleinen häuslichen Umbauten und Hilfeleistungen ein Leben in den vertrauten vier Wänden noch möglich, der Umzug in ein Pflegeheim lange hinauszuzögern oder komplett vermeidbar. Ein Bürger- oder Nachbarschaftsverein könnte dabei die Rolle überneh-men, die früher im Idealfall die Familie innehatte.

Gedacht ist, dass sich die Mitglieder in alltäglichen Dingen unterstützen, wie beim Einkaufen, zum Arzt begleiten, Rasenmähen, Vorlesen, Schriftverkehr mit Behörden, Gesellschaft leisten oder Kinder beaufsichtigen. In der Organisation eines Vereins mit definierten Regeln und einer Mitgliedschaft kann jeder Aufgaben nach seinen Fähigkeiten und in seinem zeitlichen Rahmen übernehmen. Im Gegenzug kann man Hilfe in Anspruch nehmen, wenn man dieser bedarf. Wer umziehen möchte, etwa weil das Haus zu groß geworden ist nachdem die Kinder es verlassen haben oder man mehr Gesellschaft möchte, für den käme vielleicht ein alternatives Wohnprojekt in Frage, zum Beispiel ein Mehrgenerationenhaus. Auch ein solches Angebot könnte in Elze entstehen, allerdings wird das nur wenige Parteien beherbergen können. Die blauen Bögen beeinhalten 14 Fragen zum Alter und Geschlecht, zur derzeitige Wohnsituation, zur Altersplanung bezüglich des Wohnens sowie zum Thema Wünsche an neue Wohnungsangebote in Elze, zum Bedarf an Hilfe und zur Bereitschaft, sich selber zu engagieren. Sie sind im Rathaus und über die öffentliche Einrichtungen, Ärzte, Apotheken, Geschäfte und Vereine erhältlich, wo auch die blauen Boxen für den Rücklauf aufgestellt sind. Zusätzlich kann man den Fragebogen über die Internetseite der Stadt Elze herunterladen. Willke-Fischer hofft auf eine flächendeckende Teilnahme an der Aktion, die bis Mitte Juli laufen soll: „Was daraus wird, bestimmen letztendlich die Elzer. Ich kann nur Anregungen geben.“ uc

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